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dietmar rietz 05.05.2010 08:06 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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„Eberswalde muss Umland ernähren“

Eberswalde (moz) Mit zwei Minuten Verspätung trat Landrat Bodo Ihrke gestern seinen Dienst an und wurde von Mitarbeitern freudig begrüßt. Dietmar Rietz sprach mit ihm über Aufgaben der Woche, der nächsten Jahre und Kosten der Demokratie.

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Womit beginnen Sie die Arbeitswoche?

Am Dienstag ging es nach Stuttgart zum Sparkassenverband und zur Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung. Ich muss mich dort wieder zurückmelden, die Mitgliedschaft hatte geruht.

Welche Aufgaben sehen Sie für die nächsten Jahre?

Wir werden das Thema Arbeit noch stärker ins Zentrum der Arbeit rücken. Daran hängt alles – Wohlbefinden der Bürger, Lebensqualität, Steuern und andere Einnahmen der Kommunen. Die Zuwendung für ein Altersheim oder einen Sportverein ebenso wie der Eigenanteil für Schulsanierung oder Straßenbau.

Konkret sind das welche strategischen Aufgaben im Barnim?

In den letzten fünf Jahren haben wir die Arbeitslosenquote halbiert. Aber wir haben viele Arbeitende im Niedriglohnsektor, die ihr Einkommen aufstocken lassen müssen. Es ist nicht mehr hinzunehmen, für welche Stundenlöhne mancher arbeiten muss. Zweitens ist die Ausbildung zu sichern. Firmen klagen über weniger Bewerber für Lehrstellen und Facharbeitermangel. Da greift unsere Bildungsinitiative. Drittens halten wir an der 0-Emissions-Strategie fest. Sie schafft Arbeit und erhält unsere Umwelt. Viertens laufen die Zusatzförderungen für den Osten aus. Wir müssen unsere großen Infrastrukturvorhaben beschleunigen.

Was brennt besonders auf den Nägeln?

Die drei Straßenumgehungen B 158, B 2 bzw. L 200 und die B 167 bei Eberswalde. Wichtig ist auch die Fertigstellung des Hebewerkes. Wenn wir diese Projekte in den nächsten drei, vier Jahren im Landkreis auf die Reihe bekommen, ist das für uns alle ein großer Schritt nach vorn.

Wie bewerten Sie bei diesen Überlegungen die Rolle des Wachstumskerns Eberswalde?

Der Raum um Bernau ist mit seinen Dienstleistungen Berlin eng verbunden. Die Stadt Eberswalde muss als Wirtschaftsstandort das Umland ernähren. Es ist die einzige Stadt im Kreis, die 8000 Arbeitsplätze allein fürs Umland anbietet. Da können neue entstehen. Für den ländlichen Raum müssen wir Perspektiven aufbauen, die Grundsubstanz an Infrastruktur erhalten, damit sich zum Beispiel Tourismus entwickeln kann.

Sie waren seit 14 Wochen nicht im Amt. Planen Sie Personalveränderungen in der Verwaltung?

Der Wahlkampf hat mir gezeigt, dass einige Arbeitsabläufe optimiert werden müssen. Aber das ist ein ständiger Prozess. Es geht da nicht um Umbesetzungen, Aufstocken oder Personalveränderungen in Größenordnungen.

Sie hatten sich nach dem Losentscheid 48 Stunden Zeit erbeten, um über die Annahme des Landratspostens nachzudenken. Ist die Zustimmung im Kreistag zu entscheidenden Richtungen Ihrer Politik jetzt gesichert?

Das hat man doch deutlich sehen können bei der Haushaltsabstimmung des Kreistages. Der Haushalt ist die in Geld gemeißelte Umsetzung der Ideen, die man hat. Die Zustimmung war groß, also auch die Unterstützung.

Es war eine sehr lange Wahlzeit. Wie viel Geld hat der Kreis dafür ausgegeben?

Das geht in Richtung 150 000 Euro. Wie viel die einzelnen Wahlkämpfer ausgegeben haben, vermag ich nicht zu schätzen.

Hat es sich aus Ihrer Sicht dennoch gelohnt, mit der Direktwahl Demokratie zu wagen?

Ich persönliche meine: Ja. Wir müssen aber darüber nachdenken, warum so wenig Menschen zur Wahl eines Landrates gehen. Kann man das mit der Konzentration mehrerer Wahlen an einem Tag verbessern? Müssen die Zwischenräume zwischen den einzelnen Stufen so lang sein, dass Kreise drohen, außer Tritt zu geraten?

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