Joachimsthal (moz) Klaus Butzkies geht durch den riesigen Flur des Tagungszentrums. Es gibt eine behindertengerechte Toilette mit Baby-Wickeltisch und Aufzüge. Butzkies ist beim Kreis Barnim zuständig für barrierefreien Tourismus. Das Tagungszentrum der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg bei Hubertusstock hat er schon geprüft und als „sehr zufriedenstellend“ eingestuft. Heute ist er als Gast gekommen.
Eingeladen hat die Akademie 2. Lebenshälfte. Auf dem Programm steht die Tagung „Demographischer Wandel – Chancen für den brandenburgischen Tourismus“. Knapp 20 Teilnehmer folgten. „Es hätten mehr sein können“, sagt Lucie Hamann vom Förderverein. In den Vorträgen geht es vor allem um die Arbeitgeberseite. „Bei vielen wird die Generation 50plus lediglich mit Barrierefreiheit und zu behebenden Defiziten gleichgesetzt“, kritisiert Hamann. Dabei biete sie Chancen.
Ein Projekt der Akademie heißt darum „Bildung mit Biss“. Fünf Unternehmen in Brandenburg werden derzeit dazu beraten, so Projektleiterin Eva Gehltomholt. Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung sind Ziele. Dafür nötige Innovation funktioniere nicht nur mit Jungen. „Ältere können sagen, welche Ideen machbar sind, wen man ansprechen muss, damit sie funktionieren.“ Ihr Wohlbefinden sei wichtig. Minipausen, Enkelnachmittage und Qualifizierung tragen dazu bei. „Wer Kunden 50plus erreichen will, muss auch solche Mitarbeiter beschäftigen“, stimmt Rednerin Monika Prött zu. Tourismus sei dafür eine gute Branche mit besonderen Ansprüchen. Sicherheit in Hotels, Kellner mit deutlicher Aussprache, gut beleuchtete Restaurants, Freizeitmöglichkeiten gehören dazu. Seniorenteller kämen nicht gut an. „Der Barnim steht ganz gut da“, weiß Klaus Butzkies und nennt den Fahrradverleih im Bahnhof Chorin, der behindertengerechte Tandems anbietet, Kremserfahrten für Rollis in Groß Schönebeck oder Keramikkurse für Behinderte bei Töpferin Petra Wessel in Böhmerheide.
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29.05.2012 11:27:44 Frank
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