Eberswalde (moz) Die Zustände eines kleinen Stückes Männlichkeit haben Ingo Appelt bislang schwer beschäftigt. Nun buhlt er um die Gunst der Frauen. Ist der Entertainer wirklich zahm geworden? Manja Wilde sprach mit ihm. Jugendfrei wird der Abend in der Stadthalle sicher nicht.
Märkische Oderzeitung: „Männer muss man schlagen“ heißt ihr Programm. Haben Sie was gutzumachen?
Ingo Appelt: Einiges. Ich hab ein ganz schlechtes Image bei den Frauen. „Der schreit nur Ficken“, sagen sie. Weil Frauen aber entscheiden, was am Abend läuft, musste ich mir was einfallen lassen.
Auch in Politik und Wirtschaft, streben Frauen an die Macht. Zeit sich gutzustellen?
Ja, ja. Cindy aus Marzahn und Angela Merkel – starke Frauen sind überall. Früher haben Männer gekämpft wie Gladiatoren. Heute haben wir eben Guidoline. Frauen regieren anders. Die darf man nicht angreifen. Das weiß ich aus Erfahrung.
Wieso? Hat Ihre Frau das Nudelholz in der Hand?
Zu Hause – nein. Aber es ist doch so: Frauen haben immer Recht, sind nie Schuld, sondern haben gute Gründe. Das merke ich in meinen Shows. Erzähle ich versaute Witze, gucken die Männer, wie ihre Frau reagiert. Unter sich erzählen sie derbe Witze, rülpsen und furzen. Steht die Frau in der Tür, ist Ruhe.
Sind Sie nach Feierabend auch noch der Witzbold?
Das ist schon ein Umschwenken. Auf der Bühne bin ich der Größte, der Star. Zu Hause muss ich die Schuhe ausziehen und mich anpassen.
Wollen Sie ein reiner Spaßmacher sein oder auch auf lustige Weise Politik machen? Immerhin sind Sie in der SPD.
Politik will ich nicht machen. Mann-Frau, das ist ein gesellschaftspolitisches Thema: Werden Männer noch gebraucht? Ich habe nicht die klassische kabarettistische Grundhaltung, sondern eher ein Faible für Verlierer. Deshalb bin ich in der SPD. Bei mir zu Hause darf ich deshalb mit dem Auto auf dem Behindertenparkplatz parken. Hat doch auch was.
Vor gut zwanzig Jahren sattelten Sie vom Maschinenschlosser auf Comedian um. Hat sich das Geschäft seitdem gewandelt?
Gewaltig. Früher gab es eher die Kabarettisten. Mit „Samstag Nacht“ kam dann die große Revolution, die Standup-Comedy mit ihren Pionieren. Jetzt gibt es davon viele. Wer drei Sätze sagen kann, geht auf die Bühne.
Und wie entstehen Ihre Programme? Schreiben Sie alles selbst?
Learning by doing. Mir fällt auf der Bühne was ein, dann probiere ich es aus. Ich schreibe nur einzelne Nummern, keine ganzen Programme.
„Männer muss man schlagen“ läuft seit 2008. Jetzt kommen Sie nach Eberswalde. Kennen Sie die Stadt?
Nein. Ich werde auch wenig Zeit haben. Ich werde aussteigen, die Show machen und nach Berlin weiterfahren.
Was darf man von Ihnen als nächstes erwarten?
Anfang nächsten Jahres wird es ein neues Programm geben. Der Titel steht noch nicht fest. Ist auch nicht entscheidend. Es geht wieder um Männer und Frauen. Im Prinzip immer das selbe. Letztlich ist alles sexuell motiviert. Auch auf der Bühne – etwas Gockeln, Balzen, Angeben.
Ingo Appelt, 18. Mai, 20 Uhr, Stadthalle „Hufeisenfabrik“ in Eberswalde, telefonische Kartenbestellung unter 
03334 38 49 10

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