Strausberg (moz) „Den Finger in die Wunde legen“ und Menschen sensibilisieren, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, wie es Jürgen Lüth, Landesvorsitzender des Weißen Rings, formulierte, soll „Opfer. Die Ausstellung“, die gestern im EWE-Kunstparkhaus in der Hegermühlenstraße eröffnet wurde. Auf rund 100 Tafeln werden Plakate und Fotos gezeigt, die aufrütteln, auch schockieren. Deshalb wird sie auch erst für die Altersgruppe ab 13 empfohlen.
Die Schirmherrin, die Bundestagsabgeordnete Dagmar Enkelmannn (Linke), hielt es für wichtig, solche Bilder zu zeigen, um zum Nachdenken anzuregen. Denn „manchmal reagieren wir zu spät“, befand sie. Gewalt beginne verbal, mit Diskriminierung. Auch in der Nachbarschaft dürfe man nicht wegschauen und weghören, mahnte sie.
Für den CDU-Bundestagsabgeordneten Hans-Georg von der Marwitz ist Gewaltprävention eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der man sich stellen müsse. Dies ersetze allerdings nicht die Verantwortung des Einzelnen. Mit seiner Vorrednerin war er sich einig, dass derzeit den Opfern noch zu wenig Aufmerksamkeit und Hilfe zuteil werde. In diesem Zusammenhang lobten sie die Aktivitäten der Opferorganisation Weißer Ring, deren Außenstelle Märkisch-Oderland die Ausstellung nach Strausberg geholt hat. Zum vierten Mal wird sie nun-
mehr in Brandenburg gezeigt.
Angedacht ist unter anderem, mit Schülern in die Diskussion zu kommen. Bereits gestern Nachmittag war eine Gruppe dort, für Donnerstag hat sich das Freie Gymnasium der Bundtstift gGmbH angesagt. Christian Klahr, Außenstellenleiter des Weißen Rings in MOL, hat auch in den anderen Bildungseinrichtungen Werbung verteilt, den Schulrat angesprochen und in kommunalen Gremien über die von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar mit dem Weißen Ring gestaltete Schau informiert. Vizelandrat Lutz Amsel wünschte denn auch große Resonanz, um zu mehr Zivilcourage zu ermuntern.
Die Schau ist bis zum 9. Mai zu sehen. Wochentags von 11 bis 17 Uhr sind ehrenamtliche Kräfte des Weißen Rings vor Ort, stehen für Gespräche bereit.
Anmeldung von Gruppen unter Tel. 03342 159171

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