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Dachstühle für das alte Gebäude und den neuen Info-Pavillon am Bahnhofskomplex Rehfelde stehen

Doppeltes Richtfest in Rehfelde

Bürgermeister mit Zimmermanns-Brigade am Bahnhofskomplex: Heinrich Johannsen (2. v. l.) beim Richtspruch - 15 Schläge brauchte Reiner Donath später, um den eigens ausgesuchten "Nagel mit besonders breitem Kopf" ins Gebälk einzuschlagen. .
Bürgermeister mit Zimmermanns-Brigade am Bahnhofskomplex: Heinrich Johannsen (2. v. l.) beim Richtspruch - 15 Schläge brauchte Reiner Donath später, um den eigens ausgesuchten "Nagel mit besonders breitem Kopf" ins Gebälk einzuschlagen. . © Foto: MOZ Gerd Markert
Gabriele Rataj / 09.12.2011, 20:37 Uhr
Rehfelde (MOZ) Am Bahnhof Rehfelde ist am Freitag die Richtkrone aufgezogen worden - sichtbares Zeichen für den erreichten Baufortschritt am alten Abfertigungsgebäude und dem Rohbau des benachbarten Tourismus-Pavillons.

Mit viel Schwung flog das Glas vom Gerüst und zerschellte am Boden. Dem alten Brauch gemäß hatte der Chef der Zimmerer, Heinrich Johannsen, dreimal auf das Wohl der Beteiligten getrunken: ein Glas auf die Bauherrenschaft, eines auf die Architekten und eins auf Zimmerer und Maurer.

Damit kann am Rohbau des Tourismus-Pavillons und dem Umbau des alten Bahnhofsgebäudes Rehfelde theoretisch nichts mehr schief gehen. Das wünschten sich wohl alle Beteiligten der Richtfest-Feier am Freitag, vom interessierten Rehfelder Einwohner über Bürgermeister und Amtsdirektor sowie die Partner von Interessengemeinschaft Ostbahn, Deutscher Bahn und VBB bis zu Planern, Bauleuten und den künftigen Mietern.

Dass es so einfach wiederum nicht ist, zeigt sich schon an der Zeitschiene, die seit der Grundsteinlegung am 3. Juni einige Verzögerungen aufzuweisen hat. Anfangs lief alles nach Plan. Abriss der Nebengebäudeteile, Trockenlegung des alten Baukörpers, Installation der notwendigen Anschlüsse.

Nun aber trägt der Echte Hausschwamm schuld, der Balken befallen hat und selbst "durch Mauern geht", wie der Frankfurter Rudolf Rilk, Sachverständiger, Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinator, bestätigt. Dem Schwamm muss zunächst zu Leibe gerückt werden. Balken werden bearbeitet oder gar ausgewechselt, das Mauerwerk behandelt. Das könne gut und gern noch zwei Wochen dauern, bevor es im Januar mit anderen Gewerken weitergeht.

Doch schließlich soll Bestand haben, was sich hinter "Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes" verbirgt, soll ein attraktives Eingangstor entstehen, "von dem unsere Urenkel einmal sagen können: Es war richtig, dem Haus wieder Leben einzuhauchen", sagte Architekt Andreas Rockel, der mit seinem Berliner Büro den Bau begleitet. Noch ist von der "Wechselwirkung der Jahrhunderte", die Rockel in den beiden Bauten manifestieren möchte, nicht viel zu sehen. Doch im Sommer sollen sich vom Altbau aus dem Jahr 1904 zum flachen Pavillon mit Spitzdach von 2012 markante Merkmale wie Klinker und Putz herüberziehen. Eine gläserne Passage trennt dann die zwei Baukörper, verbindet sie zugleich und verkörpert optisch ein Stück Zukunft.

Zukunft sollen die "Anker-mieter" - wie es im Immobilien-Deutsch heißt - im umgebauten Bahnhofsgebäude aufbauen können. Die junge Zahnärztin Sölve Buhl wird mit ihren Schwiegereltern, den beiden seit 20 Jahren in Rehfelde praktizierenden Zahnärzten Eleonore und Günter Buhl, hier einziehen. Dann sei genügend Platz, um das Behandlungsspektrum für Patienten zu erweitern, sagte sie und nennt Stichworte wie ganzheitliche Praxis, ästhetische Zahnmedizin, Kinder-Sprechstunde, Akupunktur. "Wir sind glücklich, gefragt worden zu sein, ob wir uns einmieten möchten."

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