(MOZ) Ob Einkaufszettel, Liebesbrief oder Spicker - wer schreiben kann, ist klar im Vorteil. Aber wie lernt man das eigentlich?
Geht leider nicht von selbst: Schreiben lernen müssen alle Schulkinder. Wie man Rechtschreibregeln am besten lernt, darüber streiten sich die Experten.
Weißt du, was ein Fsch ist? Oder wo man Buttr kaufen kann? So sprechen viele Menschen die Worte Fisch und Butter aus - kein Wunder, dass es so schwierig ist, korrekt zu schreiben...
Wie Schüler die unzähligen Rechtschreibregeln der deutschen Sprache am besten kapieren, darüber diskutieren Lehrer, Eltern und Professoren schon lange. Und es gibt immer wieder andere Ideen: Eine Zeit lang galt die Theorie, dass Kinder gut lernen, wenn sie so schreiben dürfen, wie sie hören. Heute gilt an vielen Schulen wieder, dass Fehler von Anfang an angestrichen werden.
Dieser Meinung sind auch Birgit Schwanitz und Cornelia Herrmann, die an der Grundschule Booßen gerade Erstklässlern Schreiben und Lesen beibringen. Beide sind seit über 20 Jahren Lehrerinnen und haben schon etliche Moden erlebt. "Wir haben auch ausprobiert, dass die Schüler schreiben sollen, wie sie denken, aber das hat nicht gut funktioniert", sagt Birgit Schwanitz. Jetzt dürften die Kinder zwar auch mal "drauflos" schreiben, aber bevor ein Papier mit nach Hause genommen wird, würden alle falschen Worte korrigiert. "Oft fragen die Kinder selbst nach, wie etwas geschrieben wird."
Schreiben denn all ihre Schüler später fehlerfrei? "Leider nein", sagen die Lehrerinnen, "vieles wird auch rasch wieder vergessen."
Agi Schründer-Lenzen, die an der Uni Potsdam Professorin für Grundschuldidaktik ist, hält Rechtschreibung auch für sehr wichtig, findet aber: "Es ist nicht schlimm, wenn ein Kind mal etwas falsch schreibt. Wir funktionieren nicht wie Fotoapparate, die ein falsches Wort sofort speichern." Wenn in einem Aufsatz fast jedes Wort rot angestrichen sei, verliere das Kind schnell die Lust am Schreiben. Und nur wer viel schreibe, schreibe irgendwann richtig.
Agi Schründer-Lenzen hält beides für wichtig: freies Schreiben und Rechtschreibung. Beim Schreiben einer Geschichte sollte man seiner Fantasie freien Lauf lassen dürfen, ohne an richtig oder falsch zu denken. In der Rechtschreib-Stunde ginge es dafür dann konzentriert um Regeln und Richtigkeit.
Die Professorin meint außerdem, Lehrer sollten sich beim Korrigieren auf "Fehlerschwerpunkte" konzentrieren, anstatt alles anzustreichen. Wenn also ein Erstklässler "kwatschen" statt "quatschen" schreibt, dann könnte das einfach ignoriert werden, wenn das schwierige "qu" noch gar nicht dran war. Viel wichtiger als einzelne Worte zu üben sei, die Struktur der Sprache zu verstehen und Regeln zu kennen. Dann kann man nämlich ganz vieles "von selbst" richtig schreiben. Wichtig findet Agi Schründer-Lenzen den Unterschied zwischen Privatschrift, die ohne Regeln auskommt (o.k. für Tagebuch, Einkaufszettel), und Erwachsenenschrift (alle Texte, die sich an andere richten).
Wir freuen uns über alle Briefe von euch - auch wenn mal ein Fehler drin ist!
Märkische Oderzeitung, Journal, Antje Scherer, Kellenspring 6, 15230 Frankfurt; E-Mail: kinder@moz.de
Tipps für Schönschreiber:
• viel schreiben und lesen
• beim Schreiben leise mitsprechen
• am Ende gründlich durchlesen, viele Fehler entdeckt man selbst
• vorher überlegen, wie viel Arbeit ein Text wert ist: Fehler auf dem Einkaufszettel sind egal, der Brief an Oma verdient mehr Mühe
• "Korrekturbad" für Texte, die veröffentlicht oder verschenkt werden sollen: Text Mama/Papa oder Lehrerin zeigen. Die schreiben falsche Worte richtig darüber. Dann noch mal abschreiben.
• Buchtipp: "Der Sprachforscher: Rechtschreiben: Wörter sammeln - erforschen - ordnen" von Falko Peschel, Klett Verlag
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Neueste Kommentare
17.05.2012 00:22:28 patrick wegner
lärmschutzunsinn
17.05.2012 00:00:47 G.W.
Oh.....mit leichten Handfeuerwaffen....
17.05.2012 00:00:19 Segel setzen!
@ Sepp
17.05.2012 00:00:13 Segel setzen!
@ Sepp
16.05.2012 23:42:52 G.W.
Die Katzenberger