Angermünde . Zur Welk-Stadt wird Angermünde am letzten Augustwochenende - die Stadt, die der Heimatdichter Ehm Welk in den Augen seiner Romanhelden als Weltstadt Randemünde beschrieben hat. Angermünde ehrt ihren Ehrenbürger Ehm Welk zu seinem 125. Geburtstag mit einem großen Festwochenende rund um das literarische und humanistische Erbe Ehm Welks und seiner Heiden von Kummerow.
Schon seit Jahrzehnten Tradition ist die Verleihung des Ehm Welk-Stipendiums anlässlich des Geburtstages des Dichters an junge Menschen der Stadt, die sich über schulische Leistungen hinaus durch besonderes soziales Engagement verdient gemacht haben. Nicht ganz so lang ist die Tradition der Völkerwanderung. Der Landkulturverein Biesenbrow gestaltet seit drei Jahren die legendäre Völkerwanderung von Biesenbrow, dem Geburtsort Ehm Welks, nach Angermünde, angeführt vom Kuhhirten Krischan, dem die Dorfjugend einst in Scharen folgte, um in Kummerow das vom Pastor Breithaupt verpönte Heidendöpen zu zelebrieren.
Jetzt wandert der Landkulturverein am Sonnabend, dem 29. August, in Welkscher Tradition von Biesenbrow, Ehm Welks Kummerow, bis in die "Weltstadt Randemünde". Treffpunkt ist um 10 Uhr vor der Dorfkirche. In Angermünde werden die Heiden-Wanderer gegen 17 Uhr auf dem Marktplatz empfangen. Schüler der Ehm-Welk-Oberschule spielen gemeinsam mit der Landiner Garde die Szene "Trommelklau" nach der Romanvorlage der "Heiden von Kummerow" nach.
Auch die Ehm-Welk-Buchhandlung in der Rosenstraße feiert an diesem Tag Ehm Welks Geburtstag. "Wir haben an diesem Sonnabend von 9 bis 18 Uhr geöffnet und laden zum musikalischen Literaturcafé ein", wirbt Buchhändlerin Karla Schmook. Bäcker Klaus Schreiber kredenzt Heidenspezialitäten. Klaus Manfred Jahn präsentiert ein musikalisches Ehm-Welk-Programm. Und natürlich können die Besucher des Lesecafés in Ehm Welks Büchern schmökern.
Noch mehr Literatur wird an diesem Nachmittag im Angermünder Rathaus geboten, das ab 15 Uhr zur Bühne für Preisträger und Anwärter des Ehm-Welk-Literaturpreises wird. "Die Uckermärkische Literaturgesellschaft ehrt Ehm Welk an seinem 125. Geburtstag mit einer Lesung von Autoren, die sich um den Literaturpreis 2008 beworben hatten", berichtet Vorstandsvorsitzende Iris Riesebeck. Im historischen Ratssaal lesen Preisträgerin Marion Boginski aus Eberswalde, René Schmidt aus Brodowin, Preisträger von 2006, Kati Göckeritz aus Neukünkendorf, Harald Linstädt aus Lübben, Carmen Winter aus Frankfurt (Oder) und Kurt Müller aus Schmachtenhagen. Es moderiert der Schriftsteller Walter Flegel.
Am Sonntag, dem 30. August, lädt das Ehm-Welk- und Heimatmuseum um 10 Uhr zu einer Busexkursion auf den Spuren Ehm Welks ein.
Um 17 Uhr findet in der Klosterkirche eine Festveranstaltung zu Ehren Ehm Welks statt. Den Festvortrag hält der bekannte Verleger und Ehm-Welk-Biograf Konrad Reich. Die Aufführung des musikalisch-literarischen Stückes "Die Martinsgans" beschließt den Abend.
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