Frankfurt (MOZ) Festliche Chorkonzerte in der Vorweihnachtszeit kennen meist nur einen Namen und ein Werk: Johann Sebastian Bach und sein "Weihnachtsoratorium". Es aufzuführen ist für Zuhörer wie Ausübende stets eine sichere Bank. Jahrelang haben die Frankfurter Singakademie, das Staatsorchester und Dirigent Rudolf Tiersch dieser Tradition gehuldigt. In diesem Jahr erfreulicherweise nicht. Und so hat er am dritten Advent in der vollbesetzten Frankfurter Konzerthalle unter dem Titel "Vom Himmel hoch, da komm ich her" ein eher unübliches, festliches Programm aus Chor-, Orgel- und Bläsermusik musiziert, das sich heftig applaudierter Zustimmung erfreute.
Natürlich ging es nicht ohne Bach, dessen schlichter Choral "Wachet auf, ruft uns die Stimme" vom großen Chor der Singakademie a cappella vorgetragen wurde. Sauber, lapidar im Duktus, mit etwas vorlauten Sopranen. Eindrücke, die auch den intonationsgenauen Vortrag von Weisen aus dem 16./17. Jahrhundert durch den Kammerchor bestimmten.
Zur Orgelbegleitung (Alex Iljenko) und verstärkt durch den Spatzen- und Jugendchor erklangen erhaben und verinnerlicht "Kyrie" und "Gloria" aus Dvoraks D-Dur-Messe. Etwas befremdlich allerdings auch der Griff zu Bruckners voluminös angestimmtem Graduale "Christus factus est", weil in all diesen Stücken das Kreuzesopfer Christi vergegenwärtigt wird. Noch nicht geboren und schon gekreuzigt - wollte Tiersch damit auf Anfang und Ende eines Menschenlebens verweisen?
Packend geriet die Darbietung der anspruchsvollen Choralkantate "Vom Himmel hoch" von Max Reger. In großer Besetzung wurde sie angestimmt, wobei die Melodie zunehmend chromatische Verwandlungen erfährt. Orgel und zwei Violinen (Stefan Hunger, Jens Heise) umspielen sie, liefern gleichsam einen instrumentalen Kommentar.
Nicht weniger eindringlich, geschmeidig, mit allem gebotenem Ernst verströmte sich das "Heilig" aus Schuberts "Deutscher Messe". Für das abschließende, keinesfalls kraftprotzend musizierte "Halleluja" aus Händels "Messias" versammelten sich alle aufgebotenen Chöre sowie Pauke (Christian Seidel) und das Ostbrandenburgische Bläserquintett, welches zuvor mit bearbeiteten Ausschnitten aus des Meisters Feuerwerks- und Wassermusik für klangliche Abwechslung gesorgt hatte. Lautstark ging es ebenfalls bei sechs Tänzen aus Tschaikowskis "Nussknacker"-Suite zu, wobei alles Raffinement des Originals leider auf der Strecke blieb.
Großes Frühlingskonzert am Sonntag Die Singakademie ist auf der Suche nach neuen Mitstreitern und veranstaltet deshalb am Sonnabend zwischen 13 und ... mehr
Abschlusskonzert der Musikfesttage Da erteilt man als Fürst Nikolaus II. von Esterházy einem höchst reputierlichen Komponisten namens Ludwig van Beethoven... mehr
Noch immer ist Beethovens Notenappell, dass weltumspannend alle Menschen Brüder werden sollen, dem Jahreswechsel vorbehalten. So erklang auch am Ende... mehr

Neueste Kommentare
17.05.2012 00:22:28 patrick wegner
lärmschutzunsinn
17.05.2012 00:00:47 G.W.
Oh.....mit leichten Handfeuerwaffen....
17.05.2012 00:00:19 Segel setzen!
@ Sepp
17.05.2012 00:00:13 Segel setzen!
@ Sepp
16.05.2012 23:42:52 G.W.
Die Katzenberger