Schwedt (MOZ) Die Bürgerinitiative "Atomkraftfrei leben in der Uckermark" (AFLUM) hat 10000 offizielle Einwände gegen die polnischen Planungen zum Bau zweier Atomkraftwerke bis 2020 gesammelt. "Diese Unterschriften werden wir heute symbolisch an Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack und am 4. Januar offiziell in der Polnischen Botschaft Berlin übergeben", kündigte der Sprecher der Initiative Volker Schmidt-Roy an.
Er wies darauf hin, dass es sich um mehr als eine reine Protestaktion handelt, denn die Unterzeichner haben ihre Kritik offiziell als Einwände im Rahmen der gegenwärtigen grenzüberschreitenden strategischen Umweltprüfung eingereicht. Zum Beispiel wird darauf verwiesen, dass im Nachbarland noch kein Endlager für hoch radioaktive Abfälle existiert und dass dieses laut den polnischen Planungen überhaupt erst 30 bis 40 Jahre nach Betriebnahme des ersten Kernkraftwerks für notwendig betrachtet wird.
Auch die Tatsache, dass die Betreiber in Störfällen nur für Schäden in Höhe bis zu 350 Millionen Euro haften sollen, wird kritisiert. Es werden andere Studien angeführt, die von Schadenssummen ab 150 Milliarden Euro ausgehen.
"Uns ist klar, dass wir in der kommenden Zeit noch mehr mit polnischen Initiativen zusammenarbeiten müssen, weil viele Menschen im Nachbarland bisher noch gar keine Haltung zur Kernkraftnutzung vertreten", sagte Schmidt-Roy. Dabei dürfe man aber auch nicht zu belehrend auftreten.
Polens Medien berichteten gestern über die Kritik, die die Landesregierungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern tags zuvor an den Atomplänen geäußert hatten. In Polen wird mit einer stärker werdenden Debatte zu dem Thema gerechnet.
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