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Inspirationsquelle Uckermark

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boris kruse / 21.08.2009, 08:00 Uhr
Vierraden () Bunte Regenschirme aus Kunststoff liegen lose verstreut auf den Holzdielen oder hängen von der Decke. Sie sehen aus, als hätte der Regen gerade eben noch Tropfen auf ihnen hinterlassen. In dem Trocknungsraum des alten Vierradener Tabakspeicher wirken sie wie befremdliche Relikte aus einer anderen Wirklichkeit.

Diese installativen Objekte der Berliner Künstlerin Ute Lindner sind nur einige von vielen Exponaten, mit denen derzeit im Vierradener Tabakspeicher verschiedene Wahrnehmungen der Realität sowie insbesondere der Landschaft an der Oder thematisiert werden. Insgesamt sechs Künstler aus Berlin und Stettin sind an der Ausstellung "Oder/Odra 2009" beteiligt, die der Verein "Kunstbauwerk" unter der Leitung des Berliner Architekten Klaus Hirsch angestoßen hat. Die künstlerische Leitung liegt in deutschen und polnischen Händen gleichermaßen: Agata Zbylut aus Stettin und Patrick Huber zeichnen für die kuratorische Arbeit verantwortlich, sind aber auch mit eigenen Werken vertreten. Von Patrick Huber entstanden unmittelbar vor Ort erotische Bilder mit Darstellungen von Händen und Füßen. Sie wurden mit Klangkollagen untermalt, in denen Texte mit zum Teil pornografischem Inhalt gelesen wurden.

Die Landschaft der Uckermark ist einigen der beteiligten Künstlern eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle. Deutlich wird das insbesondere in den Werken des Stettiners Waldemar Wojciechowski, der bei wiederholten Aufenthalten in Vierraden im Rahmen vergangener "Kunstbauwerk"-Symposien und -Ausstellungen Eindrücke der Landschaft aufgesogen und in seinen Gemälden verarbeitet hat. Basierend auf Fotografien, variierte er die Perspektive immer wieder und bannte beispielsweise eine 180 Grad-Drehung auf einem winterlichen Acker auf die Leinwand.

Die östliche Uckermark bietet sich jedoch noch aus einem weiteren Grund für die deutsch-polnische Zusammenschau an, wie Kurator Patrick Huber erklärt: "Als Grenzort und Schnittpunkt zwischen den beiden Metropolen Berlin und Stettin ist Vierraden der ideale Standort für einen kreativen Austausch. Hier kann entweder etwas gemeinsames entstehen oder eben auch nicht." Die beteiligten Künstler nutzen den Anlass nicht nur für die Ausstellung, sondern auch für produktive Gespräche. Daher soll "Oder/Odra 2009" auch nicht die letzte Zusammenkunft von Künstlern beiderseits des Grenzflusses bleiben, wie Initiator Klaus Hirsch ankündigte.

"Kunstbauwerk Oder/Odra 2009", Tabakfabrik Vierraden. geöffnet bis 29. August: Mo. - Fr. 10 - 14 Uhr, am Wochenende auf Anfrage, Tel. 03332 838350

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