Schwedt (MOZ) Ein Fall von rechtsextremistischen Äußerungen eines Schiedsrichters im Internet beschäftigt derzeit den Fußballkreis Ost-Uckermark. Wie dessen Vorsitzender Frank Fleske gestern der Märkischen Oderzeitung bestätigte, muss sich Referee David W. aus der Kreisklasse deswegen demnächst vor dem Sportgericht des Fußballkreises verantworten. Ein Termin der Verhandlung stehe aber noch nicht fest. "Bis zur Klärung des Sachverhaltes wird der Unparteiische zu keinem Spiel mehr angesetzt", informierte Fleske.
Der 22-Jährige, der dem SV Rotation Schwedt angehört, hatte bei Facebook unter dem Namen "Willi W." eine antisemitische und fremdenfeindliche Haltung propagiert. Das Facebook-Profil wurde inzwischen aber gelöscht.
"Anlässlich des Hallenmasters in Schwedt hat es am 27. Dezember eine Aussprache mit David W. gegeben", sagte der Vorsitzende des Fußballkreises. "Dort hat er bestätigt, dass er Mitglied der NPD ist. Gleichzeitig hat er sich für die im Internet gemachten Äußerungen entschuldigt. Trotzdem werden wir den Fall natürlich genau prüfen. Für uns ist das eine völlig neue Situation."
Beim SV Rotation Schwedt erfuhr man erst gestern nach dem Anruf durch die MOZ von dem Vorgang. "Das alles ist natürlich sehr erschreckend. Wir werden uns jetzt auf jeden Fall um den jungen Schiedsrichter kümmern", sagte Vereinsvorsitzender Manfred Schneider. Er schilderte W., der vor einem Jahr aus Brodowin im Barnim in die Uckermark gekommen sei, als eher ruhigen, zurückhaltenden jungen Mann, der in Schwedt bei seinen Großeltern wohne.
"Wer offen in seinem Profil den Song der kriminellen Vereinigung und Nazi-Band Landser ,Wiedermal kein Tor für Türkiyemspor' propagiert, muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, ob er in der Lage ist, ein Fußballspiel, bei dem Ausländer mitspielen, mit der gebotenen Neutralität zu leiten", heißt es dagegen in einem Beitrag von "Gegenrede.info". Das Internet-Portal gegen Rechtsextremismus in der Uckermark war schon am 1. Mai 2011 auf David W. aufmerksam geworden, als die Macher Fotos aus Greifswald durchsahen. "Da marschierte er mit einer Brandenburgfahne über der Schulter auf einer NPD-Demonstration gemeinsam mit Nazi-Kameraden aus der Uckermark (...)", heißt es auf der Webseite. Dazu soll W. eine schwarze Kapuzenjacke mit der Aufschrift TTV Empor Schwedt getragen haben, wo er Tischtennis spielt.
Um die Gesinnung des 22-Jährigen zu verdeutlichen, zitierte das Portal eine Zeile des besagten Landser-Liedes: "Schiedsrichter - Jude! Das war Faul! Und nach dem Spiel, da gibt's aufs Maul. Wenn's in die dritte Halbzeit geht. Zu Allah zu beten ist es dann zu spät", heißt es darin. (Mit Adleraugen)
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Neueste Kommentare
17.05.2012 00:22:28 patrick wegner
lärmschutzunsinn
17.05.2012 00:00:47 G.W.
Oh.....mit leichten Handfeuerwaffen....
17.05.2012 00:00:19 Segel setzen!
@ Sepp
17.05.2012 00:00:13 Segel setzen!
@ Sepp
16.05.2012 23:42:52 G.W.
Die Katzenberger