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Wie Sammlerstücke aus Rathenow zu Gemeingut werden können

Der Versuchung widerstanden

Der Rathenower Abendmahlskelch, der vermutlich um 1260 gefertigt wurde.
Der Rathenower Abendmahlskelch, der vermutlich um 1260 gefertigt wurde. © Foto: Knackmuß
Rene Wernitz / 13.01.2012, 14:20 Uhr - Aktualisiert 16.01.2012, 12:09
Rathenow (MZV) Groß war die Versuchung im Jahre 1914, als sich Sammler für den Rathenower Abendmahlskelch interessierten. Für das mittelalterliche Unikat bot man der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde erst 15.000 Mark, später 30.000 bzw. 50.000 Goldmark. Die Gemeinde widerstand der Versuchung. Der Kelch blieb der Rathenower Nachwelt erhalten. Dieses im Internet auf www.rathenow-fks.org nachzulesende Musterbeispiel für gemeinnütziges Handeln macht Olaf Schwaß Mut.

Der Mann in Diensten des Fördervereins Heimatmuseum trifft all zu häufig auf Zeitgenossen, die mögliche Ausstellungsstücke nur gegen Bares zur Verfügung stellen würden. Der Verein will ein Museum in Rathenow und eine Ausstellung schaffen. Dafür werden noch ein passendes Objekt und viele Exponate benötigt. Ankäufe seien kaum möglich, so Schwaß, weil sich das finanzielle Spendenaufkommen noch sehr in Grenzen halten würde. Indes sollen sich auch immer wieder Menschen melden, die kleine und größere Exponate kostenlos anbieten.

So konnte sich der Mitarbeiter des in der Steinstraße 1 ansässigen Museumsbüros unlängst über einen Magdeburger freuen. Er schickte Fotos seines 1874 geborenen und 1961 gestorbenen Großvaters, der in Rathenow als Betriebssekretär und Brandmeister gewirkt hatte. Außerdem konnte sich Olaf Schwaß zuletzt über einen antiquierten Ofen freuen, der bei Bauarbeiten in einem Haus am Kirchplatz entdeckt wurde. Schwaß fühle sich bereits wie ein Sammler und Jäger seltener Stücke, wie er sagt, nur dass er eben kein Bündel Geldscheine aus der Hosentasche ziehen könne.

Wer ihm und dem Förderverein helfen möchte, kann zahlreiche Mitglieder am Mittwoch, 18. Januar, kennenlernen. Um 15.00 Uhr gastiert erneut Ehrenbürger und Unterstützer Günther Thonke mit seinem geschichtlichen Wissen im Museumsbüro neben der Altstädtischen Apotheke. Es gibt Kaffee und Kekse. Und in der MBS-Filiale, Berliner Straße 59, ist bis Ende März in mehreren Vitrinen ein Querschnitt dessen zu sehen, was der Verein an Exponaten bereits zusammen getragen hat. Ganz in der Nähe, in einem Safe der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, wird übrigens der Rathenower Kelch aufbewahrt. Er wird nur zu besonderen Anlässen, wie dem Osterfest, in die Sankt-Marien-Andreas-Kirche geholt

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