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Odervorland schafft FAW-Schulgeld ab

Briesen (MOZ) Geht es nach dem Willen des Amtsausschusses Odervorland, wird ab dem neuen Schuljahr für das Lernen an der freien FAW-Oberschule in Briesen von den Schülern kein Schulgeld mehr verlangt. Die Kosten will der Amtshaushalt tragen. Das Gremium will damit nicht nur die Schülerzahlen erhöhen, sondern auch ein deutliches Zeichen gegen die Sparpläne der Landespolitik im Bildungssektor setzen.

Das Vorhaben kam nicht ganz überraschend. Schon am Mittwochabend wurden die Bürgermeister beim Beratungstreffen über das Ansinnen durch Amtsdirektor Peter Stumm informiert, nach 24 Stunden Bedenkzeit tagte am Donnerstag-Abend der kurzfristig einberufene Amtsausschuss in Briesen. Dazu kamen nicht nur Amts-Mitarbeiter, Bürgermeister mit ihren Vizes der vier Gemeinden, sondern auch FAW-Geschäftsführer Thomas Enkelmann sowie Schulleiter Roland Meister. Von denen erhielt das Gremium einen Überblick zu Arbeit und Schülern - derzeit lernen 47 in drei Stufen in Briesen. "Besonders die nur neun Schüler der 7. Klasse sind unbefriedigend. Ziel sind mindestens 15 Schüler pro Stufe", so Peter Stumm.

Die geplante Reduzierung der Landeszuschüsse für Schulen in freier Trägerschaft, 75 Euro pro Monat und Kind an Schulgeld und der Transport nach Briesen lasse bislang die Eltern an andere Schulen ausweichen. Dem wolle man entgegen arbeiten - mit der Übernahme der Schulgeld-Kosten für alle Schüler ab dem kommenden Schuljahr - für die nächsten vier Jahre. "Dann sollten sich die Schülerzahlen erhöht haben, sich die Schule selbst tragen", so Stumm. Die Zusatzkosten, laut Amtsdirektor im unglücklichsten Fall mehr als 100 000 Euro pro Jahr, werde man durch Einsparungen an anderer Stelle im Haushalt meistern. Da man das Geld habe, sei die Kostenübernahme rechtlich machbar, so Stumm. Zudem sei der Träger am Haus sehr engagiert. "Unser Handeln ist auch eine klare Ohrfeige für die Landespolitik, der Bildung leider egal geworden ist". Man wolle bewusst Flagge zeigen, fügte auch Ausschuss-Chef Detlef Gasche an. "Die Entwicklung der Schule ist wichtig für die Perspektive des Amtes, alles steht und fällt mit Kindern." Das Vorhaben soll per Beschluss bei der nächsten Sitzung (13. Februar) abgesegnet werden.

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