Schwedt (MOZ) Als Polizisten ein Auto anhalten wollen, gibt der Fahrer Gas und jagt auf der Flucht in Richtung Schwedt. Er will über die Grenze. Doch es herrscht dichter Nebel, der Litauer kennt sich nicht aus. Er rast von der Lindenallee geradeaus weiter, durchbricht die Sperrpoller und katapultiert sich auf die Theatertreppe.
Unglaubliche Szene: Aus diesem zerstörten Auto klettert der junge Mann heraus und versucht sogar noch zu Fuß vor der Polizei zu fliehen. Polizisten schnappten ihn hinter dem Theater und brachten ihn ins Krankenhaus.
Kopfüber und völlig zerstört liegt das Auto auf den Stufen direkt vor dem Eingang der Uckermärkischen Bühnen. Es ist das dramatische Ende einer wilden Flucht.
Polizisten wollen am Dienstag um 4.10 Uhr morgens einen Wagen anhalten. Es ist ein bei Dieben beliebter VW Touran. Das Potsdamer Kennzeichen macht die Beamten schon in Dobberzin misstrauisch. Sie folgen ihm und winken ihn mit einer Kelle bei Zützen an die Seite.
Der Fahrer scheint der Aufforderung der Polizei Folge zu leisten und fährt rechts ran. Doch kaum kommen die Beamten hinter ihm zum Stehen, gibt er Vollgas. Er flüchtet in halsbrecherischem Tempo nach Schwedt und will über die Grenze entkommen.
Die Nacht ist eiskalt und neblig. Die Straßen sind glatt. Offenbar kennt sich der 19-jährige Litauer nicht gut aus. Er rast zuerst durch Schwedt zur Oder-Center-Kreuzung. Dann stürmt er mit dem Wagen in extrem hohem Tempo weiter die Lindenallee hinunter.
Vor den Uckermärkischen Bühnen verliert der flüchtende Litauer die Kontrolle über seinen Wagen. Er rast geradeaus weiter, direkt auf den Theatereingang zu. Er rasiert die Poller ab, knallt mit voller Wucht gegen die einen halben Meter hohen Steine der Raseneinfassung, touchiert ein Lüftungsrohr, überschlägt sich. Das völlig zerbeulte Fahrzeug bleibt auf den Treppen der Bühnen liegen.
Das Auto ist komplett zerstört, die Front des Wagens ist bis zur Fahrerkabine aufgerissen, das Dach um die Hälfte eingedrückt, der Motor des Autos wurde meterweit herausgeschleudert.
Unglaublich: Trotzdem zwängt sich der Fahrer aus dem Wrack und versucht schwer verletzt weiter zu flüchten.
Hinter den Bühnen können die Polizisten ihn fassen.
Der Crash-Fahrer wird gegen 4.40 Uhr ins Schwedter Klinikum gebracht. Seine Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. Zwei Polizisten stehen jetzt vor seinem Krankenzimmer und bewachen ihn.
Im Einsatz waren Mitglieder der sogenannten "GOF"-Gruppe, das heißt "Gemeinsame operative Fahndungsgruppe". Dabei fahren Beamte des Zolls und der Landes- und Bundespolizei gemeinsam Streife. Sie waren es, denen der Litauer in Dobberzin auffiel. Die Beamten folgten dem Litauer nach seiner Flucht zwar, aber "trieben ihn nicht vor sich her", wie ein Polizist sagte. Wegen der hohen Geschwindigkeit, die der 19-Jährige hatte, verloren sie ihn unterwegs sogar aus den Augen. "Der hatte nichts mehr zu verlieren", sagt ein Polizist später.
Offensichtlich wollte der 19-jährige Litauer den Fluchtwagen über die Grenze schaffen. Der schwarze VW Touran war zuvor in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam gestohlen worden.
Der Platz vor den Uckermärkischen Bühnen ist von dem wie ein Geschoss einschlagenden Fluchtwagen stark ramponiert. Ein großer Randstein des Rasens ist herausgebrochen. Benzin und Öl haben Treppen und Teile des Gehwegs verschmutzt. Minuten nach dem Unfall waren bereits Schwedter Feuerwehrleute im Einsatz und haben den ausgelaufenen Kraftstoff abgebunden.
Der junge Mann soll bereits in den nächsten Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden können. Die "Soko Grenze" übernimmt alle weiteren Ermittlungen.
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Neueste Kommentare
21.05.2012 15:42:59 hhhhhhhhhhhhhh
Heinzi Dummerchen
21.05.2012 15:40:11 kein hundehalter
@Heinzi-mehr nachdenken herr hauptschüler
21.05.2012 15:33:53 BBurger
@Kotková
21.05.2012 15:28:04 der Holgo
Oder eine Schuhsteuer...
21.05.2012 15:25:18 Marco Habeck
@ Pro SMC-Ausbau