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Schwedt rüstet auf: Markierung von Autos und Wertgegenständen / Auch in Sporthallen, Garagen und Gartenlauben

Mit Hightech-DNA gegen Diebe

Am Stadteingang Schwedt prangen bald Warnschilder: Jeder Besucher der Stadt soll sie sehen. Mit der DNA-Tinktur werden wertvolle Objekte markiert, die Privatautos der Bürger genauso wie die Feuerwehrtechnik der Stadt.
Am Stadteingang Schwedt prangen bald Warnschilder: Jeder Besucher der Stadt soll sie sehen. Mit der DNA-Tinktur werden wertvolle Objekte markiert, die Privatautos der Bürger genauso wie die Feuerwehrtechnik der Stadt. © Foto: MOZ/Oliver Voigt
Cornelia Hendrich / 25.01.2012, 19:37 Uhr
Schwedt (MOZ) Es muss endlich Schluss sein mit dem Diebstahl, meint die Stadt. Und rüstet auf: Mit einer DNA-Tinktur sollen die Bürger ihre Autos und Wertgegenstände markieren. 400 Sets stehen bereit. Die Warnschilder dazu sollen Diebe abschrecken. Auch die Stadt wird damit ihre Anlagen sichern. Am Ortseingang warnt ein Schild bald vor Diebstählen in der Stadt.

Große Tafeln werden demnächst an allen Ortseingängen stehen: "Diebstahlschutz durch DNA". "Jeder, der in diese Stadt kommt, soll das sehen", sagt entschlossen Lutz Herrmann, Schwedts stellvertretender Bürgermeister. Zudem sollen Aufkleber an Wohnungen, Fenstern, Autos, Garagen und Gartenlauben auf die DNA-Markierung hinweisen und Diebe abschrecken. "Wir erwarten messbare Erfolge", sagt er resolut.

Und so funktioniert es: Mit einer "CSI-artigen" Markierungsflüssigkeit können teure Objekte gekennzeichnet werden (CSI englisch Spurensicherung). In den Starter-Sets gibt es ein Fläschchen mit der künstlichen DNA, zwei Applikatoren, Warn-Aufkleber und eine Mini-UV-Lampe. Die DNA-Tinktur kann wie ein durchsichtiger Lack auf alle Wertgegenstände aufgetragen werden, sie ist fluoreszierend und wird unter UV-Licht sichtbar. Markiert werden können damit zum Beispiel Fahrräder oder Schmuck. Im Auto wird empfohlen, das Gel im Innenraum, etwa unter dem Lenkrad, anzubringen und zudem an Navigations- und teuren Audiogeräten. 50 bis 70 Gegenstände können mit einem Set markiert werden. Mit der beiliegenden Postkarte oder, schneller, im Internet, trägt man dann lediglich einmal Namen und Adresse in eine Datenbank ein. Fertig.Jede Flüssigkeit hat einen individuellen Code. Unter den starken UV-Lampen der Polizei leuchten selbst kleine markierte Stellen hell auf. Jetzt gibt es für die Polizei zwei Möglichkeiten, den Code auszulesen: Im Schnelltest können Polizisten unter dem Mikroskop die winzigen Plättchen in der Flüssigkeit, die sogenannten Microdots, lesen, welche die Codierung tragen. Falls diese abgekratzt wurden, können auch kleinste Spuren der Substanz im Labor analysiert werden. "Experten sagen uns, die Substanz ist sehr lange Zeit nachweisbar", so Lutz Herrmann.

Es geht dabei aber vor allem um Abschreckung, erste Erfahrungen zum Beispiel in Bremen und Frankfurt/Oder zeigen Erfolge. Objekte mit Warn-Aufklebern wurden kaum gestohlen.

Normalerweise kosten solche Sets 70 bis 80 Euro. Schwedt erhält aber vom Land als eine der ersten Modellstädte für das Projekt Fördermittel. 400 solcher Starter-Sets stehen deshalb bereit. In Frankfurt wurden sie kostenlos abgegeben. "Viele Bürger haben sich dann aber nicht in die Datenbank eingetragen, deshalb wollen wir sie für eine kleine Spende abgeben", so Herrmann. Der Betrag werde unter 20 Euro liegen. Falls noch mehr Sets benötigt werden, können diese später auch preiswert über die Stadt eingekauft werden.

Im Februar startet die Aktion in Schwedt. In einer großen Infoveranstaltung an den Ubs. können Bürger die Sets erwerben. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Eine Veranstaltung am 22. Februar im Rathaus wird speziell für Gewerbetreibende sein und eine auch für Garten- und Garagenvereine. Die genauen Termine werden in der MOZ bekannt gegeben. Ebenso wird die Stadt die DNA in Sporthallen, Schulen oder an ihrer Feuerwehrtechnik anwenden.

• Bei der künstlichen DNA kann die Einzigartigkeit jeder Charge sichergestellt werden. In die Flüssigkeit können zusätzlich Mikropunkte aus Metall oder Kunststoff eingebracht werden, welche unter dem Mikroskop lesbar sind. Damit ist es möglich, Diebesgut einem genauen Eigentümer zuzuordnen.

• Ziel ist aber die Abschreckung durch entsprechende Warnschilder. Von 2000 Einfamilienhäusern, die solche Warnschilder hatten, wurde nach einem Jahr in Bremen und Bremerhaven in kein einziges eingebrochen.

• Eine andere Art der Anwendung sind DNA-Duschen. Damit wird etwa ein Einbrecher bei seiner Tat markiert. Bei einem Raubüberfall auf eine Spielhalle im Saarland wurden drei Täter mit der DNA besprüht. Nach ihrer Festnahme war das der Nachweis, dass sie vor Ort waren.

• Seit zwei Monaten setzt auch die Deutsche Bahn die DNA ein, um ihre Kabel, die oft Opfer von Metalldieben werden, zu markieren.

• Mehrere Firmen stellen die Kunst-DNA her, Schwedt bezieht sie von SelectaDNA. Informationen: www.selectadna.de.

Kommentare

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Schwe67 26.01.2012 - 15:20:26

Frag nach in Oderberg,

Da gabs die Vernebelungsstrategie schon geschäftlich. Leider durfte diese nicht vermarktet werden, da Einbrecher und Diebe ein Recht auf Unversehrtheit haben. Typisch deutsch.

MUSTERMANN 26.01.2012 - 13:37:52

Besser noch

°AI° eingesetzt in mehreren bundesstaaten zb in master`s husband soil. das verfahren basiert auf vollständiges benebeln beim betreten eines raumes. in der fachsprache bezeichnet man diese system der sprühverneblung New Neurolnale Intelligenz System Narcotic useless, abgekürzt NNISNU. ach so AI ist artifical intelligenc. FRIEDE

Schwe67 26.01.2012 - 12:27:45

Alles nur kurzfristige Erfolge.

Bald bespritzen die Diebe gestohlene Werte mit ihrer eigenen DNA. Und schonmal etwas von Sandstrahlen und Lackieren gehört ? Soll sich bei PKW's lohnen. Und selbst wenn es hier vor Ort wirkt, dann verteilt sich das Problem auf andere Regionen. Das kanns ja ketztendlich nicht sein. Man kommt einfach nicht um mehr Personal bei der Polizei herum. Da kann man sich drehn und wenden wie man will.

OF 26.01.2012 - 10:13:12

Ja super toll DNA....

Jaja...Auch durch die Nähe zu Polen werden sicherlich all die bösen Menschen (Egal ob deutsche oder ausländische Staatsangehörige) abgeschreckt... Es ist einfach Lächerlich! Ein Kommentar zu einer Aussage des brandenburgischen Innenminister am gestrigen Abend im Radio hat mich noch viel mehr Belustigt.... Da wurde an die Bundesregierung apelliert doch mehr Kräfte von Zoll und Bundespolizei wieder in das Grenzgebiet zu bringen...Nach fünf Jahren hat man dann doch gemerkt das die Einschätzungen der ganzen "Experten" so nicht eingetroffen sind! *haha* Das Kind ist in den Brunnen gefallen und die Aussagen die im Moment von allen Politikerseiten getroffen werden sind in meinen Augen nichts Anderes wie ein beginnender Wahlkampf...bis 2014 ist es nicht mehr weit!!! Als Beispiel mal wieder die BPOL: "Im Jahre 1998 wurden an der gesamten Westgrenze komplette Dienststellen geschlossen...Denn durch das Wirksam werden von Schengen war das ja nicht mehr Erforderlich...Seit dem Jahr 2008 findet bei der BPOL eine erneute Reform statt. Dienststellen an der Westgrenze wurden vom Personal her aufgestockt. Tja aber dafür an der Ostgrenze das Personal pöh a pöh reduziert! Was will uns das sagen? Die Politik ist in keinster Weise lernfähig...Fehler die vor zehn Jahren gemacht wurden werden einfach noch einmal gemacht!" Und dann kommt noch so eine schöne Reform der Landesregierung Brandenburg hinzu. Hier werden Polizeidienststellen geschlossen und Personal "umverfrachtet" alles unter dem Deckmantel das man Abläufe straffen will und Schwerpunkte setzen... Tja im Endeffekt ist es nichts Anderes wie Kosten sparen... Aber meine Herren was stand in eurem Wahlprogramm? Nennt man ja quasi Wahlbetrug oder? Es ist an der Zeit aufzuwachen das man Sicherheit und Sicherheitsgefühl nicht mit einer Kosten Leistungsrechnung nachweisen kann! Es sind idelle Werte die jeder Bürger empfindet! Liebe "demokratische" Politiker ihr macht solange weiter in Deutschland bis mal wieder einer mit nem Bart kommt...Und dann ist die Kacke wieder am dampfen!...A

Messtechniker 26.01.2012 - 08:59:15

Das einzige Mesbare

in diesem Land ist die Dummheit der deutschen Volksvertreter. An nicht zu fassen... Meinen Sie dann also polnisch , russisch, litauisch oder dann doch noch rumaenisch Macht endlich die Grenzen wieder dicht, es gibt deutliche Messungen das die Anarchie ins Land schwabbt und das Gesetz der Strasse imer mehr Zulauf findet. Was hindert eigentlich einen Dieb ein DNA Auto zu klauen und dann nach Russland, Litauen, Rumaenien, Ukraine, Polen mitzunehmen und dort zu verhoekern? DNA= Dusselig- Nichtig-Abartig

Nicht zu fassen... 26.01.2012 - 03:38:44

Ho Ho Ho...

"Große Tafeln werden demnächst an allen Ortseingängen stehen: "Diebstahlschutz durch DNA". "Jeder, der in diese Stadt kommt, soll das sehen", sagt entschlossen Lutz Herrmann, Schwedts stellvertretender Bürgermeister. Zudem sollen Aufkleber an Wohnungen, Fenstern, Autos, Garagen und Gartenlauben auf die DNA-Markierung hinweisen und Diebe abschrecken. "Wir erwarten messbare Erfolge", sagt er resolut." TOLL: Bitte auch noch Namen und Anschriften der DNA-Box-Empfänger veröffentlichen, das macht es potentiellen Dieben einfacher!!! Und bitte die Hinweisschilder am Ortseingang mindestens dreisprachig... also auch russisch und litauisch...

25-01-2012 25.01.2012 - 20:05:51

Ejaculatio praecox

Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Oder: Lutz kann nicht nur das Rad der Geschichte zurück-, sondern auch 67 Tage vordrehen.

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