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Marc Schütz 07.02.2012 13:24 Uhr - Aktualisiert 07.02.12 13:44 Uhr

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Das Comic-Monster

New York City (MZV) - Mehr als sieben Kilo schwer, mehr als 700 Seiten stark: Die Werkschau des amerikanischen Comic-Riesen DC, die im Taschen-Verlag erschienen ist, ist ein Comic-Monster. Und eine Reise durch die Zeit.

  Brust raus: Die Geschichte des Comic-Riesen DC ist ein absoluter Muskelprotz. © Taschen-Verlag

Aus mehr als 70 Jahren Comicgeschichte strahlt mit den Muskeln von Superman, Batman, Wonder Woman, dem Spirit oder dem Flash die wohl wichtigste Garde bekannter Comic-Helden von alten Heftcovern und Werbepostern. In einem Stück durchblätterbar? Kaum möglich. Dafür ist „75 Years Of DC Comics“, oder wie es im Vorwort heißt: „75 Years Of Pow! Bif! Smash!“ einfach zu umfangreich. Und zu vielschichtig.

Durch eine Chronologie hat Herausgeber Paul Levitz versucht, Ordnung in das schier unüberschaubare Ouevre des Verlags zu bringen: Mehr als eine Million veröffentlichter Comic-Heftseiten und tausende Stunden Zeichentrick gehören dazu. Entstanden ist ein groß-, wenn nicht sogar überformatiger Comic-Riese, der sich in die ganz dicken Brocken des Taschen-Verlags einreiht. Hier wird geklotzt, nicht gekleckert. Ein Museum für den Bücherschrank, wenn es denn hineinpasst.

Monumental geben sich auch die Kapitelüberschriften, mit denen der DC-Comic-Almanach in die Geschichte der schnellen, actiongeladenen und vor allem knallbunten Storys schaut: die Steinzeit, die goldenen, silbernen, bronzenen und dunklen Zeitalter, die Moderne und schließlich in einer Art Kurzvision der Ausblick auf die digitale Zukunft.

Hier schließt sich der inhaltliche Kreis, der im beiliegenden, noch einmal hundert Seiten umfassenden Textband, erzählt wird: Als im Jahr 1933 der Verkäufer Max Gaines die Idee hatte, den farbigen Comic-Teil einer Zeitung im Tabloidformat zu richtigen Heftchen zu falten, war das die Initialzündung für die US-amerikanische Comic-Industrie. Und natürlich vollkommen visionär. Bisher waren die meisten Bildgeschichten noch in Tages- oder Wochenzeitungen eingegliedert gewesen. Es gab eine überschaubare Menge an Comic-Heften am Markt. Die Strips waren zwar beliebt, der große Durchbruch war allerdings noch nicht gelungen. Mit jenen Superhelden im Rücken, die später das DC-Imperium zusammenhielten, sollte sich das sehr schnell ändern. Die Vereinigten Staaten schlidderten in eine wahre Comic-Manie, an der neben dem Hauptkonkurrenten Timely (heute Marvel) vor allem DC seinen maßgeblichen Anteil hatte.

Bis mit „New Fun. The Big Comic Magazine“ die erste Nummer des Verlags an den Zeitungskiosken des actionhungrigen Amerika auf die kaufwillige Kundschaft traf, sollte es allerdings noch zwei Jahre dauern. Der Grundstein – im Jubiläumsband mit einer eigenen Seite bedacht – war damit gelegt: Trotz biederer Rahmung verhehlt das Cover der „New Fun“-Erstausgabe nicht, womit DC in den nächsten 75 Jahren die Kinderzimmer der ganzen westlichen Welt stürmen würde. Riesige Insekten und ein urzeitlicher Kraken im Kampf mit futuristischen Soldaten schimmern im Hochglanzdruck auf Seite elf. In großen Schritten geht es weiter: Gezeigt wird nicht nur die Geburt Supermans, um dessen Vaterschaft sich bis heute gleich ein ganzes Dutzend Branchenikonen streiten. Gezeigt wird auch die Politisierung des Comics. Und vor allem wird vom Kampf Gut gegen Böse erzählt.

Die alles zusammenhaltende Kraft bilden Flagschiffe wie Bat- oder Superman, die der DC-Verlag im Internet gerade in ein neues Zeitalter hievt.

Taschen-Verlag

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