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Michael Gabel 07.02.2012 18:09 Uhr

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Parteipolitisches Klein-Klein von "Merkozy"

(MOZ) Sie geben ein merkwürdiges Bild ab: Angela Merkel, die auch in der Euro-Krise stets Gelassenheit ausstrahlt, und der immer etwas hibbelig wirkende Nicolas Sarkozy, dem in Frankreich mittlerweile der Namen "Der kleine Nick" verpasst wurde - und das nicht nur wegen seiner geringen Körpergröße. "Klein" wirkt in diesen Tagen eher, wie umstandslos sich der französische Präsident an die Bundeskanzlerin hängt, in der Erwartung, dass ein wenig von ihrer souveränen Haltung und vom wirtschaftlichen Erfolg des Nachbarlandes auf ihn abfärben möge. Sein Manöver mit dem Tandem "Merkozy" zeigt, wie groß die Not bei den französischen Konservativen ist. Im April sind Präsidentschaftswahlen. Und der Sozialist François Hollande liegt in den Umfragen weit vorn.

  Michael Gabel © MOZ/Dietmar Horn

Ob Sarkozy die von Angela Merkel für den Wahlkampf zugesagte Unterstützung etwas nützen wird, ist wenig wahrscheinlich. Vielmehr dürften die Wähler vom Werben mit dem deutschen Vorbild - Zurückhaltung bei den Löhnen, hohes Renteneintrittsalter - abgeschreckt werden. Die Bundeskanzlerin wiederum geht mit ihrem Engagement ein hohes Risiko ein. Natürlich ist es ihr gutes Recht, zusammen mit einem verlässlichen Euro-Mitstreiter vor die Kameras zu treten. Und ein paar nette Worte als Unionspolitikerin zur Stärkung der französischen Konservativen sind ebenfalls erlaubt. Aber mit der vorgesehenen Häufung gemeinsamer Wahlkampfauftritte ist das gesunde Maß überschritten. Zumal die mühsam gezogene Trennlinie zwischen Merkel als Kanzlerin und CDU-Vorsitzender nur schwer zu erkennen ist und so der fatale Eindruck entsteht, die Bundesregierung mische sich in den französischen Wahlkampf ein. Wenn nun der Sozialist Hollande in den Élysée einziehen sollte, dürfte es eine Weile dauern, bis die Beziehungen Paris-Berlin wieder eine vernünftige Betriebstemperatur erreichen - dabei ist Zeit gerade in der Euro-Krise ein wichtiges Gut.

Besser wäre es gewesen, Angela Merkel hätte sich gar nicht erst auf dieses parteipolitische Klein-Klein eingelassen und sich Helmut Schmidt und Helmut Kohl zum Vorbild genommen. Beide pflegten ebenfalls politische Freundschaften nach Frankreich: der Sozialdemokrat Schmidt zum bürgerlich-liberalen Giscard d'Estaing und der damalige CDU-Chef Kohl zum Sozialisten Mitterrand.

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