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Heike Weißapfel 13.02.2012 20:34 Uhr - Aktualisiert 14.02.2012 00:15 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Wald-Wissen aufgefrischt

Hohen Neuendorf (MZV) Auf eine kulturgeschichtliche Zeitreise des Waldes haben sich unsere Leser im Deutschen Historischen Museum begeben.

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DHM Ausstellung „Unter Bäumen“

© Weißapfel

Den Wald ins Museum zu holen, das war auch für dessen Kuratoren Neuland und eine Herausforderung, erklärte Brigitte Vogel-Janotta, Leiterin Fachbereichs Bildung und Vermittlung, den Besuchern. Anlass für die etwa 300 Jahre umfassende Geschichte des Waldes und die wechselhaften Beziehungen dazu war das Internationale Jahr der Wälder.

Es ist eine Ausstellung über den Wald aus spezifisch deutscher Perspektive, erläuterte der museumspädagogische Mitarbeiter Kristian Petschko, der die 20-köpfige Gruppe von Oberhavelern führte. Die Beziehung verändert sich zwar über die Jahrhunderte immer wieder. Als eine besondere wahrgenommen wird sie aber offensichtlich durchaus immer noch: Nur ein europäisches Land prägt auf seine Eurocent-Stücken ein Eichenblatt – Deutschland. Mit positiven Erfahrungen wie Erholung und Spazieren wird der Wald heute auch noch verbunden. Dennoch: „Das Wald-Wissen ist gleich null“, müsse bei Umfragen unter Schülern immer wieder festgestellt werden. Auch die Zeiten, da kleine Jungs, nach ihrem Berufswunsch gefragt, „Förster“ angaben, seien vorbei, erzählte Petschko.

Auf Bewunderung stieß die Hohenheimer Xylothek. Mit viel Liebe zum Detail wurden im 19.Jahrhundert die Buchattrappen gefertigt, die eine Enzyklopädie der verschiedenen Baumarten vom Samen bis zur Rinde in den buchähnlichen Kästchen vereinen – eine Form von Waldwissenschaft, die weiterhin von Bedeutung ist.

Anhand von Gemälden und Filmen, Dokumenten und Exponaten wie Spazierstöcken hatte jeder Besucher Aha-Erlebnisse oder konnte sich identifizieren. Einige Leihgeber aus Bergfelde und Mitglieder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald waren am Sonnabend auch unter den Zuhörern. Sie freuten sich besonders, zu hören, dass ihr Maskottchen Max, der Dachs, von jugendlichen Ausstellungsgästen beachtet wird.

„Schöne Ausstellung“, „tolle Führung“, hieß es am Sonnabend des Öfteren. Bei den Protestplakaten blieben die Besucher stehen, aber auch ein Blick auf die Heimatfilme wird nebenbei geworfen. „Das ist der mit Rudolf Prack – ,Grün ist die Heide’“, sagt der Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Professor Hartmut Kenneweg, und lacht. Heute schwer erträglich, trafen diese Filme damals den Nerv der Zeit.

Ob eifriger Ausstellungsbesucher oder seltener Museumsgast – jeder erfuhr Neues. Kristian Petschko, dem museumspädagogischen Mitarbeiter vom Fachbereich Bildung und Vermittlung, war deutlich anzumerken, dass er über jedes einzelne Exponat noch viel mehr wusste, als er sagte – und er sagte viel! Nicht jedes Gemälde gibt seine fein gezeichnete Ironie ohne Erklärung preis. Wer denkt bei Ludwig Tiecks doch so romantischem Gedicht „Waldeinsamkeit“ gleich an Wahnsinn, Mord und Inzest-Verhältnis des „Blonden Eckberts“? Von der Hermannsschlacht haben viele schon gehört. Angeblich hat sie im 9. Jahrhundert stattgefunden, und das Denkmal steht im Teutoburger Wald. Doch vieles ist daran eben auch Dichtung. Zurecht erntete Kristian Petschko nach knapp anderthalb Stunden viel Beifall für seine anschaulichen Erläuterungen.

Zwischen dem Deutschen Historischen Museum (DHM) und den Bergfelder Leihgebern für die Ausstellung gibt es übrigens inzwischen weitere Verknüpfungen. So wird in der kommenden Woche eine Baumpflanzung am Bergfelder Naturschutzturm stattfinden. Das DHM will den Wald aus dem Museum auf diese Weise ein wenig wieder nach außen tragen. Zudem sollen die fünf jungen Lärchen im Grenzstreifen 25Jahre DHM symbolisieren.

Bis Sonntag, 4.März, ist Gelegenheit, die Ausstellung „Unter Bäumen“ im DHM zu sehen. Geöffnet ist täglich zwischen 10und 18Uhr. Neben persönlichen Führungen gibt es auch Audioguides.

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