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Sportmuseum spart Doping aus

Blick ins Museums-Schaufenster: Wer hineingeht, kann seinen Blick erweitern, über Doping erfährt er aber nichts.
Blick ins Museums-Schaufenster: Wer hineingeht, kann seinen Blick erweitern, über Doping erfährt er aber nichts. © Foto: FOTO Michael Benk
Martin Stralau / 13.03.2012, 19:47 Uhr
Frankfurt (MOZ) Wer die Erfolgsgeschichte des Frankfurter Sports erfahren möchte, ist im Sportmuseum in der Slubicer Straße gut aufgehoben. Allerdings wird dort nur ein Teil der Geschichte erzählt. Über Doping - wesentlicher Bestandteil des DDR-Sportsystems - werden die Besucher nicht aufgeklärt.

Von der Glorifizierung eines "fragwürdigen Sportsystems" ist ebenso die Rede wie von einer "Rechtfertigungsorgie des DDR-Spitzensport-Systems". In den vergangenen Wochen erreichten die MOZ Zuschriften sowie Kommentare aus dem Internet, in denen die fehlende Aufarbeitung des Themas Doping im Sportmuseum bemängelt wird. Ein Leser spricht in diesem Zusammenhang davon, dass das Museum eine Schande für die Stadt sei und fordert Frankfurter Politiker auf, sich gegen die dort präsentierte, einseitige Geschichtsdarstellung zu verwahren.

Tatsächlich findet sich unter all den Exponaten kein Hinweis auf die Problematik. Michael Olias, 1. Vorsitzender des Trägervereins des Museums, sieht darin aber kein Problem. "Das Museum ist Teil des Sports dieser Stadt. Eine Aufarbeitung des Themas, das eine gesamtgesellschaftliche Tragweite hat, kann nur extern erfolgen. Beispielsweise durch eine Kommission, die das objektiv bewertet. Das ist nicht unsere Aufgabe." Bisher habe man auf Museumsseite "keinen äußeren und inneren Druck gehabt, Doping zu thematisieren". Olias ist aber gesprächsbereit. "Wenn es viele Menschen gibt, für die diese Aufarbeitung wichtig ist, dann ist sie auch für uns relevant", betont er. Eine inhaltliche Aufarbeitung sei jedoch nur mit Hilfe von Sportlern, Trainern und Funktionären machbar. Olias: "Wir verschließen uns dem nicht."

Für Jens-Marcel Ullrich (SPD), Frankfurts Beigeordneter für Sport, wäre es "unverantwortlich, angesichts der räumlichen und personellen Ausstattung des Museums Geschichtsaufarbeitung zu betreiben. Das Haus ist dafür nicht geeignet." Zwar heiße es Sportmuseum, erhebe aber nicht den Anspruch, ein Museum zu sein. "Es ist eher eine Art Dokumentationsstätte, in der mit den Leihgaben vieler Menschen die Erfolge des Frankfurter Sports dargestellt werden. Für die Aufarbeitung des Themas Doping sind andere Stellen wie die Jahn-Behörde zuständig", sagt Ullrich.

Doch auch Sportmuseen können ihren Teil zur Aufklärung beitragen. "Doping gehört zu den Schattenseiten des Sports und genauso dazu wie Rekorde", betont Iris Gehrke vom Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln. Deswegen gebe es dazu einige Vitrinen in der Dauerausstellung des Hauses, auch eine Themenwand mit den Bestimmungen der Nationalen Anti-Doping-Agentur, mit denen sich Spitzensportler befassen müssen. "Wir zeigen Medikamente, die auf der Dopingliste stehen und würden auch einen Original-Blutbeutel von Fuentes präsentieren, wenn wir ihn bekämen", sagt Gehrke. Eufemiano Fuentes ist der mutmaßliche spanische Dopingarzt, der einige Profi-Radsportler betreut und zu dem auch Jan Ullrich Kontakt gehabt haben soll.

Auch das Leipziger Sportmuseum erachtet das Thema als wichtig. "Man kann Doping nicht totschweigen, weil es existiert. Daher muss man die Leute informieren. Für uns ist es ein Anlass, mit den Besuchern in Diskussion zu kommen", sagt Sprecherin Christine Becker. Bis Juni wollen die Leipziger das Thema in ihre Ausstellung integriert haben. So soll es eine Medienstation geben, an der sich die Besucher interaktiv über Doping informieren können.

Leserforum

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Dopinski 15.03.2012 - 19:33:24

@INSIDER

Damit haben sie doch klar gesagt, dass kein Frankfurter Sportler gedopt an den Start gegangen ist. Somit haben diese Sportler sauber mit ihrer Wettkampfleistung den entsprechenden Platz belegt. Es gilt immer noch, " Behauptung - Beweis". Wer hat denn nun genau wie viele Wochen vor dem Wettkampf angeblich nicht mehr gedopt? Wer hat überhaupt gedopt? Sie stellen hier im "www " Behauptungen auf, die sie erstmal beweisen müssen. Auch wenn es in der DDR ein Dopingsystem gegeben hat, muss nicht jeder Aktive sich daran beteiligt haben. Eine Pauschalverurteilung, die sie hier vornehmen, zeugt von wenig Anstand und von einer wissenschaftlichen Aufarbeitung schon gar nicht.

Insider 15.03.2012 - 16:41:35

@Dopinski

Auf Ihren Satz "Ganz nebenbei, kein Frankfurter Sportler des ehemaligen Armeesportklubs wurde bei Olympischen Spielen, trotz scharfer Kontrollen, des Dopings bezichtigt." gebe ich diesen Insider-Hinweis: Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele wurde die Dopingzufuhr bei ostdeutschen Sportlern radikal abgesetzt, damit sie später bei den Kontrollen nicht mehr auffallen. Bis zu Beginn der olympischen Wettkämpfe waren in den Sportlerkörpern die Dopingreste abgebaut, so dass keiner überführt werden konnte. Bis zu dieser Absetzphase hatten die Dopingmittel jedoch ihre leistungsfördernde Wirkung bereits getan - mit den sichtbaren Folgen auf den Siegertreppchen. Damals waren die Nachweisverfahren noch nichts so fein entwickelt wie heute, sonst wären vielleicht doch der eine oder die andere ostdeutsche Sportler/in des Dopings überführt worden. So war dass damals...

Witzbold 15.03.2012 - 00:18:48

Kleiner Witz am Rande

Die Leistungssportlerin beklagt sich bei ihrem Trainer, dass ihr neuerdings Haare an der Brust wachsen. Der Trainer beruhigt sie, dass das im Leistungssport normal sei und fragt sie teilnahmsvoll: "Wie weit gehen sie denn? Bis zum Bauchnabel?" Die Sportlerin ganz verschämt: "Bis zum Sack!"

Dopinski 14.03.2012 - 20:51:11

Man wird die Nuss nicht kacken

Worum geht es . Um eine Sensationshascherei in Sachen Doping in Frankfurt (Oder)? Alle Kommentatoren können beruhigt sein. Wer etwas (Doping) verteilt haben sollte wird es nicht zu geben und wer etwas genommen hat und dadurch zu gesellschaftlicher Anerkennung durch Medaillen und materiellen Werten gekommen ist, wird es auch nicht zu geben. Das ist die einfache Logik des Lebens. Dabei soll das DDR-Sportsystem nicht schön geredet werden. Ganz nebenbei, kein Frankfurter Sportler des ehemaligen Armeesportklubs wurde bei Olympischen Spielen, trotz scharfer Kontrollen, des Dopings bezichtigt. Denken sie bitte immer daran, es geht hier um Namen, Lebensläufe und einzelne Lebenswege. Einen gewissen Anstand kann man erwarten. Man muss ja nicht in dieses Sportmuseum gehen. Wer nichts davon hält, geht vorbei! Jeder möge sich am kommenden Morgen prüfen, ob er sich nicht durch aufputschende Medikamente fahrtüchtig, arbeitsfähig oder leistungsfähig gemacht hat. Wo liegt da der Unterschied? Die so geknechteten Kinder und Sportler der Sportschule treffen sich regelmäßig mit guter Laune in ihren Sportarten mit ihren Trainern zum "Ehemaligen-Treffen". Die hier teilweise unwissenschaftliche Diskussion führt zu keinem Ergebnis. Vielleicht wäre es besser, wenn dieser oder jener Kommentator mal wieder regelmäßig Sport treibt. Da kommt man auf gesunde Gedanken und der Kopf wird frei.

Sebald 14.03.2012 - 17:49:42

Weiterführende, aktuelle Informationen

Sportmedizin und Doping: Vortragsreihe im Lübecker Jahr der Wissenschaft Quelle: Universität zu Lübeck, Rüdiger Labahn, 14.03.2012 „Sportmedizin und Doping“ ist das Thema einer neuen Vortragsreihe, die von der Schülerforschungsgemeinschaft der Universität zu Lübeck durchgeführt wird. Die Veranstaltungen stehen im Rahmen des Lübecker Wissenschaftsjahres 2012 und richten sich speziell an Schülerinnen und Schüler der höheren Jahrgänge, aber auch an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Den Auftakt macht am 21. März Priv.-Doz. Dr. Bärbel Kunze aus dem Institut für Biologie der Universität mit dem Thema „Blut – Ein ganz besonderes Organ“ (19 Uhr, Hörsaal V 1 der Universität, Ratzeburger Allee 160, Parkplatzzufahrt über Mönkhofer Weg). Höhepunkt der Reihe wird eine Podiumsdiskussion mit der Eisschnellläuferin und Olympiasiegerin Claudia Pechstein sein. Eine Pressekonferenz zu der Vortragsreihe findet am Donnerstag, dem 15. März 2012, um 11.45 Uhr in der Sporthalle der Oberschule zum Dom, Domkirchhof 1–3 in Lübeck, statt. Alle Journalistinnen und Journalisten sind dazu herzlich eingeladen. Für ein passendes Fotomotiv zum Thema ist gesorgt. Gesprächspartner auf der Pressekonferenz sind: - Prof. Dr. Wolfgang Jelkmann, Direktor des Instituts für Physiologie, Universität zu Lübeck - Prof. Dr. Horst Pagel, Institut für Physiologie, Universität zu Lübeck - Dr. Iris Klaßen, Wissenschaftsmanagement Lübeck - Hans-Jochen Arndt, Margot-und-Jürgen-Wessel-Stiftung - Priv.-Doz. Dr. Bärbel Kunze, Leiterin Lübecker offenes Labor–LOLA; Koordinatorin der Schülerforschungsgemeinschaft - Jutta Kähler, Leiterin Oberschule zum Dom (OzD) - Britta Schulze, Lehrerin an der OzD; Mitwirkende Stadt der Wissenschaft vor Ort - Schülerinnen und Schüler des Sportprofils der OzD, 13.Jahrgang Physiologe und Sportmediziner Prof. Dr. Wolfgang Jelkmann umreißt das Thema der Vortragsreihe mit folgenden Worten: „Doping ist die Verwendung verbotener Substanzen oder Methoden im Sport. Zur Aufnahme in die Verbotsliste müssen zwei der folgenden Kriterien erfüllt sein: 1. die sportliche Leistung kann gesteigert werden, 2. es besteht ein gesundheitliches Risiko, und 3. es liegt ein Verstoß gegen den Geist des Sportes vor. Arzneistoffe werden im Sport missbraucht, um die Leistungsbereitschaft (Stimulanzien, Opioide), die Kraft und Schnellkraft (anabole Steroide, Wachstumshormon) oder die Ausdauerleistungsfähigkeit (Erythropoietin, Bluttransfusionen) zu vergrößern. Die Sanktionen umfassen ein sofortiges Startverbot, Aberkennung des Wettkampfergebnisses, Rückgabe von Preisen und Medaillen, Wettkampfsperre und unter Umständen Geldstrafen. Möglichen Sanktionen stehen jedoch im Profisport große finanzielle Gewinne gegenüber. Insbesondere die beteiligten Ärzte bleiben in der Regel straflos. Die Schulung und Weiterbildung von Mediziner(inne)n und Pharmazeuten, gerade derjenigen, die nicht in der aktiven Sportler-Betreuung involviert sind, ist in Deutschland mangelhaft. Durch eine gezielte Informations- und Aufklärungsarbeit könnte diese Personengruppe einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Doping-Vorfällen leisten. Auch die Aufklärung in Schulen und Sportverbänden (betr. Breitensport) wird offenbar nicht professionell gehandhabt. Doping darf kein heroisches Kavaliersdelikt sein, sondern muss verpönt sein. Ziel des Lübecker Projektes ist es, Dopingmittelmissbrauch zu verhindern, und zwar nicht nur im Hochleistungs-, sondern auch im Breitensport." Wissenschaftsmanagerin Dr. Iris Klaßen sagte: „Wissenschaft für alle meint einerseits für Wissenschaft zu begeistern, andererseits soll der Nachwuchs gefördert und gefordert werden. Das Wissenschaftsjahr widmet sich somit einerseits den Themen Bildungsbeteiligung und Bildungsgerechtigkeit – also Wissenschaftsvermittlung an eine breite Öffentlichkeit. Andererseits sollen hochbegabte, hochkreative und hochmotivierte Jugendliche angesprochen werden. In den Schulen gibt es aufgrund fehlender Ressourcen immer weniger Freiraum für forscherisches/kreatives Denken, das unabhängig von Lehrplänen gestaltet werden kann. Die Schülerforschungsgemeinschaft Lübeck – eine Idee, die in der Bewerbung zur Stadt der Wissenschaft formuliert wurde - könnte in dem Sinne unterstützen, neugierig machen und Schülerinnen und Schüler anregen, sich eigenständig Wissen anzueignen.“ Schulleiterin Jutta Kähler hebt die Bezüge zum Veranstaltungsort der Pressekonferenz hervor: „Sport hat an der OzD neben den modernen Fremdsprachen, den Naturwissenschaften, Kunst und Musik traditionsgemäß immer einen hohen Stellenwert gehabe. Die OzD war das einzige Gymnasium in Lübeck und Umgebung, das einen Sportleistungskurs anbot, und jetzt gibt es im Rahmen der Profiloberstufe auch ein Sportprofil. Mitunter nehmen dann die Schülerinnen und Schüler erstaunt zur Kenntnis, welchen Wissenstand sie im Theoriebereich (Biologie, Chemie, auch Physik; Philosophie mit dem Themenschwerpunkt Sport und Ethik) brauchen und anwenden müssen. In diese Wissenschafts- und Forschungsbereiche können sie im Rahmen des Unterrichts eingeführt werden. Wertvolle Ergänzungen lieferten in den vergangenen Jahren unsere ehemaligen Schüler: der Sportsoziologe Markus Friederici und der Jurist und Sportrechtler Martin Nolte, Professor an der Sporthochschule Köln. Die Vorstellung der Schülerforschungsgemeinschaft wird, so hoffen wir, unsere Schülerinnen und Schüler zum Mitmacher anregen, vielleicht sogar zu einer Berufsorientierung beitragen.“

TIMONI 14.03.2012 - 16:56:19

Meine Meinung:

Eine Schande für die Stadt Frankfurt (Oder) ist nicht das Sportmuseum, wie die Meinung eines Lesers in der MOZ zitiert wurde, sondern sind die Meinungen einiger Bürger dieser Stadt. Ich bin erschüttert! Mit viel Liebe und Akribie wurde versucht, Material und Exponate zusammen zu tragen, um die sportlichen Leistungen, die in unserer Stadt vollbracht wurden, den Besuchern des Sportmuseums nahe zu bringen. Dafür haben sich viele Leute auf Deutsch gesagt den "Arsch" aufgerissen. Wenn ich in das Sportmuseum gehe oder es Gästen dieser Stadt zeige, dann möchte ich mich ganz gewiss nicht mit "Doping-Unterstellungen" auseinander setzen, dafür gibt es andere Stellen!

Insider 14.03.2012 - 16:55:32

Ich mahne Offenheit an

Von Frau Edeltraud Lademann ist bekannt, dass sie in DDR-Zeiten mal hauptamtliche Pädagogin und Sporttrainerin war. Als Teil des DDR-Sportfördersystems müsste ihr durch ihre Trainertätigkeit auf unterer Ebene doch zumindest in Teilen bekannt sein, was sich hinter den Förderkulissen damals abspielte. Vielleicht spricht sie gegenüber der MOZ mal über ihre damaligen Erfahrungen und ermuntert so andere ehemalige DDR-Sportfunktionäre aus Frankfurt und Umgebung zur Offenheit? Man darf ja mal hoffen, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich erst mit dem letzten Ex-DDR-Sportfunktionär.

Nüchterner 14.03.2012 - 12:50:54

Das Maul zerreissen

Während man sich hier an der Oder das Maul über Doping und Stasi zerreißt, überlegen die Olympiavorbereiter von London 2012 weltweit , wie sie mittels der einen oder anderen "unterstützenden Maßnahme" eine Zehntel schneller oder einige Meter weiter und besser sein werden. Beim nächsten Olympiaempfang wird man sich in alter Kameradschaft wieder auf die Schultern klopfen und sagen, alles in Ordnung. Die Stasi-Ermittler und SED-Informanten laufen als gut betuchte Versicherer, Manager, Abgeordnete oder Rentner entlang der Oder und eine Schamröte treibt ihnen nicht in`s Gesicht. Auch alles in Ordnung. Die Gesellschaft hat sich neu geordnet und jeder hat seine Nische gefunden. Wer persönliches Unheil von den genannten Personen erlebt hat, kann persönlich gegen den Verursacher klagen. Doch das hat Frankfurt (Oder) noch in keinem Prozess erlebt. Weder im Sport noch in der Stasi-Verfolgung. Leider ! ! ! Also muss man schon mit Fakten aufwarten, sonst wird alles im konkreten Fall eine "üble Nachrede" .

Sebald 14.03.2012 - 12:12:06

Differenzierung

Wieviel Sportarten und Sportler gibt es in Deutschland? Wenn diese Fragen je ein Mensch beantworten kann, so gäbe es eine Basis, auf der die nächste Frage folgt: Haben ALLE SPORTLER gedopt? Dass eine Generalunterstellung pro flächendeckendes Doping (von Aussenstehenden) ungeprüft gebilligt wird, ist befremdlich, und, dass sie nun auch in diesem Forum durch den jüngsten Kommentar Einzug hält; die Folgen sind, wie am Beispiel von Wilhelm P., der sich ebenfalls sehr informativ und sachlich dem Vorwurf gegenüber wehrte, leicht absehbar. Mit Aufarbeitung hat das nichts zu tun. Auch ich habe nicht gedopt, und ich werde es mir nicht unerstellen lassen. Als Mensch habe ich Verantwortung gegenüber mir selbst und meiner unmittelbaren Umgebung wahrgenommen. Das zu respektieren, sollte möglich sein.

Gerda Johnson 14.03.2012 - 11:19:05

Ich bin immer noch Sportlerin

Wie hier im Forum bereits einmal angemerkt wurde, muss man selbst kein Alkoholiker sein, um über die Wirkung von Alkohol auf Körper und Geist Kenntnisse zu haben. Journalisten auf der ganzen Welt haben die Aufgabe, über alle Themen dieser Welt zu berichten, ohne selbst direkt mit allen Themen persönlich belastet zu sein. Deshalb ist es richtig, das die MOZ und andere Medien sich des Doping-Themas hier in Frankfurt (Oder) annehmen. Kein Journalist muss selbst gedopt haben, um als Insider zu gelten und deshalb über Doping berichten zu dürfen. Doping ist ein Thema in Ost und West und geht deshalb alle Zeitgenossen an. Solche Stoffe wie Kokain, Morphin, Strychnin und Koffein spielten und spielen nicht nur im Sport eine Rolle, sondern auch in der Arbeitswelt und in der Freizeit. Wenn Herr oder Frau "Sebald" hier schreibt, dass "dem Sportler als Mensch" mit der öffentlichen Diskussion über Doping "nicht geholfen sei", so antworte ich darauf: Der dopende Ex-Sportler bzw. das ehemalige Dopingopfer (z.B. Kinder aus Ex-DDR-Sportschulen) sollten sich als solche erst einmal öffentlich zu erkennen geben. Denn erst dann könnte ihnen eventuell auch geholfen werden. Dabei spielt eine Debatte darüber, ob es "flächendeckendes Doping im Sport" gegeben hat bzw. noch immer gibt, eine unbedeutende sekundäre Rolle. Jeder einzelne Dopingfall ist einer zuviel! Jede öffentliche Diskussion, auch und gerade hier in der Sportstadt Frankfurt (Oder) ist ein Signal an alle Zeitgenossen und Sportler (Profi- als auch Freizeitsportler), nichts zu verdrängen, sondern offensiv an der Diskussion teilzunehmen und die Doping-Strukturen offenzulegen. Auch so kann man hier in der Stadt und "bis weit nach Brandenburg hinein" in kleinen Schritten etwas dazu beitragen, dass es künftig keine Dopingopfer mehr gibt.

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