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Wohnkomfort für Winzlinge

Heike Weißapfel / 21.03.2012, 19:55 Uhr
Hohen Neuendorf (MZV) Ein Insektenhotel ist gestern in Hohen Neuendorf offiziell eröffnet worden. Am Naturschutzturm in Bergfelde übergaben Arbeitskräfte in einem Projekt der Novareg zum Tag des Waldes eine Info-Tafel zu den Hochzeitsbäumen.

Ein Marienkäfer war der erste Gast im Insektenhotel, das im Garten der Hohen Neuendorfer Kita „Waldheim“ steht. Das Käferchen kam schon vor der Eröffnung – und auch nicht ganz freiwillig – zu Besuch. Vielmehr haben die Kinder es in eins der Zimmer verfrachtet. Eine Biene war auch schon da, sogar mehrere, und ein Ohrenkneifer, erzählen Lion, Marlene, Matthes, Raphael, Florian, Pia und die anderen aufgeregt durcheinander.

Ob das Hotel neun oder elf Zimmer hat, wird unter den Kindern noch diskutiert und sich gegenseitig vorgezählt, denn zwei Fächer sind zweigeteilt. Das Holzhotel sieht jedenfalls solide gezimmert aus und ist mit Tannenzapfen, kleinen Ästen und durchlöchertem Holz abwechslungsreich eingerichtet. Mitarbeiter aus einer Kommunal-Kombi (KoKo)-Maßnahme der Beschäftigungsgesellschaft Novareg haben es im Winter errichtet.

„Der Ohrenkneifer macht so“, sagt Raphael und zwickt die Berichterstatterin ins Ohr. Die ist heimlich sehr froh, dass jetzt erstmal Raphael „so“ macht und dieses Insektenhotel noch nicht von Ohrenkneifern überbucht ist. In den umgedreht aufgehängten Blumentöpfen sollen sich die Tierchen künftig besonders wohlfühlen. „Nur der Feuerkäfer, der soll nicht kommen“, erklärt ein Mädchen sehr bestimmt. „Der stinkt.“ Dass der Feuerkäfer nicht so willkommen ist, bestätigt auch die stellvertretende Kita-Leiterin Sabine Jagomast. Denn er vertreibe mit einem Sekret tatsächlich die anderen Hotelbewohner. Die Kinder freuten sich gestern über die Eröffnungmit einem richtigen Absperrband – und Angst vor den wimmelnden Gästen haben sie erklärtermaßen nicht.

„Umwelt und Tourismus Hohen Neuendorf“ ist diese Maßnahme betitelt, in der vier Mitarbeiter der Novareg bereits im dritten Jahr Arbeiten an den Feucht- und Kleinbiotopen auf kommunalen Flächen vornehmen. Neben den Rückzugsräumen, die sie für geschützte Arten beispielsweise mit Lesesteinhaufen oder eben Insektenhotels schaffen, gestalten sie auch einfache Ruhepunkte zur Naturbeobachtung aus Holz oder bringen Beschilderungen für Rad- und Wandertouristen an. Die KoKo-Maßnahme wird mit Mitteln der Arbeitsmarktinitiative AMI-Süd, in der Hohen Neuendorf Mitglied ist, aus Landes- und Kreismitteln sowie mit Geld der Stadt finanziert.

Auch im Umfeld des Naturschutzturms in Bergfelde sind Novareg-Beschäftigte bei der Arbeit. Innerhalb des Bundesprojektes Bürgerarbeit unterstützen Thomas Schubert und Patrick Liermann die Naturschützer am alten Grenzturm, indem sie zum Erhalt der Biotope auf dem Gelände des Naturschutzturms beitragen. So werden zum Beispiel die Wacholderhecke freigehalten, Bänke gebaut oder Rehe durch das Aufschichten von kleinen Hindernissen zu kleinen Umwegen gedrängt – vorbei an den Eichen, die sie gerne abfressen. Dieses Sonderprogramm, das sich aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds sowie ebenfalls von der AMI-Süd speist, läuft noch bis Ende Oktober 2014 und ist an sich für vier Teilnehmer geplant.

Zum gestrigen Internationalen Tag des Waldes haben sie mitgeholfen, eine Info-Tafel aufzustellen, an der sich Spaziergänger und Turmbesucher über die Hochzeitsbäume informieren können. Seit 1992 sind schon 78Bäume im angrenzenden Hochzeitswald gepflanzt worden, erklärt Marian Przybilla von der Deutschen Waldjugend, der dies mit Helga Garduhn von der Deutschen Waldjugnd initiiert hat und leitet. Der Wunsch nach einer Info-Tafel sei des Öfteren geäußert worden.

Alle Bäume des Hochzeitswaldes sind nun mit einem Plan eingezeichnet, zum Nachlesen über einige der Pflanzungen gibt es dazu Presseartikel. Marian Przybilla hat darüber hinaus alle Bäume mit einer Nummer versehen, so dass die Familien auch nach längerer Abwesenheit ihren Baum wiederfinden können. Auch Tauf- beziehungsweise Namensbäume, sowie Bäume, die an Gedenktagen oder zu anderen besonderen Anlässen gepflanzt worden sind, machen das Turmumfeld zu einem lebendigen Ort.

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