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Polnischer Umweltschutz stellt vollständige Förderung der Oderquerung nach Siekierki in Aussicht / Deutsche versuchen mitzuziehen

Neue Finanzstrategie für Brücke Bienenwerder

Auf der Deichschau berichtet Oderaues Bürgermeister Bodo Schröder (l.) an Ort und Stelle über das deutsch-polnische Kooperationsprojekt "Technisches Denkmal Oderbrücke Neurüdnitz-Siekierki", das nun neu angeschoben werden könnte.
Auf der Deichschau berichtet Oderaues Bürgermeister Bodo Schröder (l.) an Ort und Stelle über das deutsch-polnische Kooperationsprojekt "Technisches Denkmal Oderbrücke Neurüdnitz-Siekierki", das nun neu angeschoben werden könnte. © Foto: Sören Tetzlaff
Nadja Voigt und Ulf Grieger / 28.04.2012, 07:55 Uhr
Neurüdnitz (MOZ) Überraschend wurde das Projekt "Brücke Bienenwerder" nun vom polnischen Umweltschutz angeschoben. Er will eine einhundertprozentige Förderung übernehmen. Nun muss die deutsche Seite nachziehen - und versucht, den Investor zu binden.

Anwohner wie Touristen warten seit vielen Jahre darauf, dass in Neurüdnitz die Möglichkeit zur Oderquerung nach Siekierki wieder eröffnet wird. Zuletzt war die Brücke 2005 für den Oderbruch-Marathon beplankt worden und für die Läufer passierbar. Oderaues Bürgermeister Bodo Schröder informierte die Teilnehmer der Frühjahrsdeichschau am Mittwoch über den aktuellen Stand. "Die EU-Fördermittel wurden bereits zugesagt, der Investor aus Tiefensee, der von hier mit einem Triebwagen und mit Draisinen die Bahnstrecke bis Moryn wiederbeleben will, steht in den Startlöchern", so Schröder. Die Deichinspektoren begrüßten das Vorhaben, das in etwa zwei Jahren starten soll.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. Der Direktor des Amtes Barnim-Oderbruch war in den vergangenen Wochen zu vier Terminen in Polen. Dabei traf er auf die Vertreter der Gemeinden Cedynia und Moryn, sowie den polnischen Umweltschutz. Der stellte sich zunächst als härtester Verhandlungspartner dar, wie Karsten Birkholz berichtet. "Nun will er jedoch das Projekt auf polnischer Seite mit einer einhundertprozentigen Förderung realisieren", berichtet Birkholz über die neusten Entwicklungen. Mit 50 Prozent von der Europäischen Union und 50 Prozent von polnischer Seite könne die Brücke hergerichtet werden. Allerdings gilt diese Finanzierungsstrategie nur für den Teil der Brücke, der auf polnischem Staatsgebiet das dortige Überflutungsgebiet überspannt. "Denn über die Oder ist es keine deutsch-polnische Brücke, sondern eine deutsche", erklärt Birkholz die Sachlage.

Zwar gibt es eine fünfzigprozentige Förderung, doch den Rest müsste die Gemeinde Oderaue oder das Amt Barnim-Oderbruch aufbringen. Das sei jedoch nicht möglich, so Birkholz weiter. "Deshalb wollen wir den Investor binden. Der will jedoch Sicherheiten haben." Dazu gehört für Axel Pötsch, der bereits Bahnprojekte in Tiefensee und Mittenwalde realisiert hat, in erster Linie die Nutzbarkeit der Brücke für den Draisinenverkehr. Zudem hatte er auf halber Strecke auf eine Unterstellmöglichkeit gehofft, berichtet Birkholz von den Gesprächen. Die Mittelinsel sollte nach Pötsch´s Vorstellungen zur Begegnungsstätte werden. "Das jedoch will der polnische Umweltschutz nicht", berichtet Birkholz über das Dilemma. "Er möchte nur eine Beobachtungsplattform an dieser Stelle." Deshalb ist nun diplomatisches Geschick gefordert, um dem Investor die Chance zu geben, wirtschaftlich tätig zu werden und im Gegenzug das nötige Geld zu erhalten, um das Projekt realisieren zu können. "Das Angebot von polnischer Seite ist sehr gut", wertet Birkholz. Die Chance sei jetzt am größten, und es wäre schade, wenn diese vertan würde.

Im November war das Projekt "Technisches Denkmal Oderbrücke Neurüdnitz-Siekierki" als "beispielgebend und nachahmenswert" vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie dem polnischen Infrastrukturministerium in Berlin ausgezeichnet worden. Verbunden damit sind planerische Hilfestellungen und 5000 Euro an finanzieller Unterstützung für das deutsch-polnische Kooperationsprojekt. Es soll in naher Zukunft für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden und die touristischen Anbindungen zwischen Polen und Deutschland verbessern.

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