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Schwimmendes Labor ab Juni auf dem Werbellinsee im Einsatz / Praktischer Unterricht für Schulklassen an Bord

Forschungsschiff vor Jungfernfahrt auf dem Werbellinsee

Modell des Solarschiffes: Im Juni soll es auf dem Werbellinsee in Betrieb gehen.
Modell des Solarschiffes: Im Juni soll es auf dem Werbellinsee in Betrieb gehen. © Foto: agentur
Viola Petersson / 02.05.2012, 22:07 Uhr
Joachimsthal (MOZ) Im Juni soll es in See stechen: das Forschungsschulschiff "Solar Explorer". Dieser Tage wird der Katamaran von der polnischen Werft, wo er 2011 erbaut worden war, an den Werbellinsee überführt. Eigner des schwimmenden Labors ist der Verein Kulturlandschaft Uckermark.

Es ist das bislang größte Projekt des Fördervereins der Biosphäre. Rund eine halbe Million Euro hat das Team um Martin Krassuski in die Idee und das Vorhaben, einen besonderen Lernort vor allem für Schüler zu schaffen, investiert. Erste Vorstellungen gab es bereits 2006. Mit dem Konjunkturpaket eröffnete sich schließlich eine Finanzierungsmöglichkeit, berichtete Uwe Graumann von der Verwaltung des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin jüngst dem Kuratorium.

Inzwischen sei das Schiff, ein mit Solarstrom betriebener Katamaran, startklar. Auf der Werft in Swinemünde sei es erbaut und anschließend ausgestattet worden. Zur Ausrüstung, so Graumann, gehören unter anderem ein Bordcomputer, Displays, Vortragstechnik, Mikroskope sowie eine Unterwasserkamera. Die "Solar Explorer" sei als Forschungsschulschiff konzipiert und diene der Umweltbildung vor allem von Kindern und Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen.

Auf dem 18 Meter langen Katamaran werden Fragen rund um das Thema regenerative Energien und den Lebensraum Wasser erforscht und beantwortet. Der Schwerpunkt, so Graumann, liege auf einem erlebnisbezogenen Unterricht. Das Angebot werde auf die Lehrpläne etwa für Biologie, Geografie, Physik und Chemie abgestimmt. Die Eberswalder Hochschule HNE erarbeitet dazu spezielle Bildungsmodule. Die Themenpalette reiche beispielsweise von Wasseranalysen bis hin zur Gewinnung von Solarstrom.

Darüber hinaus, ist Graumann überzeugt, sei eine Fahrt mit der "Solar Explorer" ein besonderes Naturerlebnis. Denn ein absenkbarer Glasboden ermöglicht einen direkten Blick ins Wasser. Und per Unterwasserkamera können die Passagiere auch die Flora und Fauna in der Tiefe des Sees beobachten. Der Werbellinsee sei als Rinnensee mit einer Tiefe von zum Teil mehr als 50 Metern für den Einsatz des Forschungsschulschiffes besonders geeignet. Voraussichtlich werde der Katamaran auf dem Gelände des Landschulheimes Buckow an der nordwestlichen Uferseite stationiert. "Mit dem Solarschiff wollen wir gleichzeitig zeigen, dass es durchaus auch Alternativen zu den vielen Motorbooten auf dem Werbellinsee gibt", machte Graumann auf einen weiteren, nicht unwesentlichen Aspekt aufmerksam.

Das Solarschiff bietet Platz für maximal 35 Schüler in Arbeitsgruppen oder für insgesamt 48 Passagiere im Rahmen eines Vortrages. Stühle und Tische werden je nach spezifischer Anforderung variabel installiert. Während der "Woche der Umwelt" Anfang Juni will die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, mit der der Kulturlandschaftsverein Uckermark eng zusammenarbeitet, das Projekt im Garten von Schloss Bellevue den Gästen des Bundespräsidenten vorstellen, bevor auf dem Werbellinsee die Schiffstaufe erfolgt.

www.solar-explorer.de

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