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Kredit rettet Walzwerk vor der Schließung

sgoettmann / 05.09.2009, 07:48 Uhr
Das Amtsgericht Frankfurt () Mit einem Masse-Darlehen in Höhe von 2,5 Millionen Euro hat die Sparkasse Barnim verhindert, dass das Walzwerk Finow seine Werkstore schließen muss. Jedoch sollen 18 von 213 Arbeitsplätzen gestrichen werden.

Brandenburgs Finanzminister Rainer Speer (SPD) kam am Freitag ins Walzwerk, um Geschäftsführer Patrick von Hertzberg die Landesbürgschaft zu überreichen. Mit deren Hilfe wird das Darlehen der Sparkasse zu 90 Prozent abgesichert. So soll das Unternehmen in die Lage versetzt werden, Material für die laufende Produktion zu kaufen. Denn Aufträge habe das Walzwerk genug, so Speer. "Ohne dieses Darlehen hätten wir am 30. September schließen müssen", sagte von Hertzberg. Trotz des Hoffnungsschimmers für das Traditionsunternehmen gibt es auch einen Wermutstropfen: 18 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden.

Jörg Wiedemann, Betriebsratsvorsitzender des Walzwerks, und Peter Ernsdorf, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg, wollen versuchen, Entlassungen zu verhindern. Möglicherweise sei die Geschäftsleistung bereit, die Wochenarbeitszeit aller Mitarbeiter zu verringern. "Die Verhandlungen haben erst begonnen", so Wiedemann.

habe am 1. September das Insolvenzverfahren eröffnet, sagte von Hertzberg. Gemeinsam mit der vom Amtsgericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalterin, der Rechtsanwältin Susanne Müller aus Templin, sei es gelungen, das Gericht davon zu überzeugen, dass das Walzwerk aus eigener Kraft die Krise bewältigen kann, so der Geschäftsführer. "Eigenverwaltung bedeutet, dass es keine Insolvenzverwalterin mehr gibt. Das Unternehmen führt sich selbst durch die Krise", erläuterte der Berliner Rechtsanwalt Oliver Damerius, der das Unternehmen berät. Dem habe das Amtsgericht Frankfurt (Oder) zugestimmt. Gleichzeitig bestellte das Gericht Susanne Müller als Sachwalterin. Ihr obliegt es, den Zahlungsverkehr und wesentliche Unternehmensentscheidungen zu überwachen. "Die Finanzkrise hat das Walzwerk in voller Fahrt erwischt", so Susanne Müller. Gerade erst seien die veralteten Anlagen erneuert worden. Jetzt müssten die Kosten den drastisch gesunkenen Umsätzen angepasst werden, so die Sachwalterin. Im Zuge der Sanierung des Unternehmens sei es jedoch notwendig, die Gläubiger zu Zugeständnissen zu bewegen, sagte Oliver Damerius.

Peter Ernsdorf von der IG Metall, der die Landesbürgschaft begrüßte, fordert mehr Transparenz für die Belegschaft, die am Freitagvormittag über die Entwicklungen informiert wurde.

Das Walzwerk Finow stellt geschweißte Stahlrohre kalt geformte Stahlprofile her. Von der kriselnden Automobilindustrie sei das Walzwerk nur zu 25 Prozent abhängig. "Wir sind breit aufgestellt", so von Hertzberg. Als zusätzliches Geschäftsfeld erschloss das Walzwerk den Bau von Unterkonstruktionen für Photovoltaikanlagen. Dieses neue Geschäftsfeld lasse hoffen und sei mit der Grund für die Bürgschaft, so Speer.

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