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Stefan Lötsch 10.05.2012 20:39 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Sparkonzept für die Kultur

Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Stadtverwaltung soll bis Ende des Jahres eine Kulturspielstättenkonzeption erarbeiten, in der ein Einsparpotenzial aufgezeigt wird. Welche Summe eingespart werden soll, muss noch festgelegt werden. Bisher waren nur das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR und der Club Marchwitza von Kürzungen betroffen.

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Eigentlich war es im vergangenen Jahr schon beschlossen: dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR soll der städtische Zuschuss von 76000 Euro ab dem kommenden Jahr gestrichen werden, dem Club Marchwitza 9700 Euro. So stand es im Haushaltssicherungskonzept (HSK). Doch das HSK war nicht rechtlich sauber abgestimmt worden, abgesehen von der Tatsache, dass der Landkreis als Kommunalaufsicht dem Haushalt samt HSK mit seinen Einsparvorschlägen die Zustimmung verweigerte. Im Hauptausschuss stand das Paket kürzlich erneut zur Debatte, wurde teilweise wieder aufgeschnürt.

Die SPD wollte sich, so war es in den vorangegangenen Ausschüssen schon deutlich geworden, nicht mit der Radikalkürzung beim Dok-Zentrum sowie der Teilkürzung beim Machwitza abfinden. Holger Wachsmann hatte noch im Kulturausschuss argumentiert, dass eine andere Einrichtung, nämlich das Museum, sogar mehr Geld bekommen soll, verglichen zu früheren Finanzplanungen. Er wollte dieses Mehr auf die beiden anderen umleiten, sie somit von Kürzungen verschonen.

Davon war im Hauptausschuss dann nicht mehr die Rede. Wachsmann stellt klar: "Wir wollen nicht eine Einrichtung gegen die andere ausspielen." Er halte aber die geplanten Einsparungen bei den beiden Einrichtungen für existenzbedrohend. Er schlug im Namen seiner Fraktion vor, eine Gesamtkonzeption für die Kultur zu erarbeiten, und Einsparpotenzial aufzuzeigen. Friedrich Schmidt (Linke) verwies darauf, dass es auch für den Sport eine Einsparkonzeption gibt. "Das erwarte ich für die Kultur auch", stimmte Schmidt Wachsmann zu.

Die Diskussion gewann insofern an Fahrt, als eine große Kultureinrichtung, nämlich das Friedrich-Wolf-Theater, mit seinem Zuschussbedarf besonders in der Kritik stand. 700000 Euro sollte die Spielstätte im ersten kompletten Spieljahr (2011) nach der Sanierung kosten, eine knappe Million Euro sind es letztlich geworden. Das sei in einer Größenordnung defizitär, die weh tue, machte Marina Marquardt (CDU) ihrem Ärger Luft. Sie fürchtet, dass das, wo Bürger etwas selber geschaffen haben, dies den "Großen zum Fraß vorgeworfen wird." Sie wandte sich gegen den Automatismus, dass Zuschüsse kommen, ob nun 20 oder 400 Besucher im Theater bei einer Veranstaltung sitzen. Ins Gespräch kam auch, ob man das Friwo nicht privatisieren solle.

Die Diskussion hätte man vor fünf Jahren führen müssen, als beschlossen wurde, das Theater für gut vier Millionen Euro zu sanieren, sagte Frank-Uwe Gerlach, Fachbereichsleiter Kultur. "Jetzt fällt uns ein, das ist zu teuer. Ganz ohne Geld wird es aber nicht gehen."

Derweil soll nun die Stadtverordnetenversammlung festlegen, wie hoch das Einsparpotenzial bei den Kultureinrichtungen der Stadt festgelegt wird. Unabhängig davon soll es noch im Mai Gespräche mit der Landesregierung und dem Landkreis geben, wie die Finanzierung des Dok-Zentrums auch ohne Stadtanteil gestaltet werden kann.

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