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Urteil gegen Psychotherapeuten aufgehoben

01.02.2011, 17:46 Uhr
Berlin (dpa) Der Bundesgerichtshof (DPA) hat das Urteil gegen einen Berliner Arzt aufgehoben, dessen Gruppentherapie mit illegalen Drogen im Jahr 2009 mit dem Tod zweier Patienten endete. Der Fall muss nun vom Berliner Landgericht neu aufgerollt werden. Die Berliner Richter hatten den Psychotherapeuten im Mai 2010 zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten wegen Körperverletzung mit Todesfolge sowie gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen verurteilt. Zudem wurde ein lebenslanges Berufsverbot verhängt.    Das Landgericht habe nicht ausreichend nachgewiesen, dass der Arzt die Körperverletzungen vorsätzlich beging, teilte der BGH am Dienstag mit. Das Geschehen muss nun von einer anderen Strafkammer des Landgerichts neu verhandelt werden. Es soll geklärt werden, ob der Mediziner mit Vorsatz handelte oder lediglich fahrlässige Tötung anzunehmen ist. Der BGH verwies zudem darauf, dass die Patienten die Drogen freiwillig genommen und sich dadurch selbst gefährdet hätten.    Der Fall hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der Arzt hatte im September 2009 in seiner Praxis in Hermsdorf seinen Patienten während einer Sitzung einen tödlichen Drogencocktail mit Ecstasy gemixt. Zwölf Männer und Frauen hatten sich zu der „gemeinsamen Reise“ zusammengefunden. Für zwei Männer endete die Sitzung tödlich. Besonders tragisch war, dass ein 59 Jahre altes Todesopfer trockener Alkoholiker war, bei dem es laut Gutachten schon bei einer früheren Sitzung Komplikationen gab.    Der Therapeut habe die Risiken gekannt, seine Patienten aber nicht darüber aufgeklärt, hieß es damals im Urteil. Der Arzt hatte das „tragische Unglück“ bedauert. Er habe sich beim Abwiegen der Drogen wohl vertan, erklärte er im Prozess. Er hatte mindestens die zehnfache Menge wie ursprünglich beabsichtigt gemischt.

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