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Janet Neiser 15.05.2012 20:15 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Plaste soweit das Auge reicht

Eisenhüttenstadt (MOZ) Einige Wochen nach der Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt werden schon wieder fleißig Vitrinen eingeräumt. Am Sonnabend wird nämlich die neue Sonderausstellung "Alles aus Plaste" präsentiert.

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Vitrinenfüller: Henrik Hanuscheck hilft im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR beim Aufbau der neuen Sonderschau.

© MOZ/Gerrit Freitag

Von Gießkannen über Trinkflaschen und Becher bis hin zur Brotschneidemaschine und zur Zitronenpresse - im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR wird es ab Sonnabend knallig bunt und kleinteilig. "Wir zeigen Plaste ohne Ende", sagt Andreas Ludwig, Leiter des DOK-Zentrums mit einem Schmunzeln. Seine Mitarbeiter sind dieser Tage eifrig dabei, die neue Sonderschau "Alles Plaste - Versprechen und Gebrauch in der DDR" aufzubauen. Sieben Räume werden mit Exponaten sowie Hintergründen zu Geschichte und Herstellerbetrieben bestückt. Schwerpunkte bei der Auswahl der Objekte bilden die Bereiche Küche, Bad, Kollektivversorgung und Camping.

"Mein Lieblingsobjekt ist eine Apfelreibe aus Nylon", erzählt Andreas Ludwig. Die Vielfalt der Plasteprodukte in der DDR habe ihn und seine Kollegen überrascht. Da seien teilweise sehr schicke und qualitativ hochwertige Teile dabei, sogar von Designern entwickelt. Aber hier und da muss auch der Leiter des DOK-Zentrums mit dem Kopf schütteln - beispielsweise wenn er an die Kristallimitate denkt, die als Teller und Becher auf vielen Tischen standen. "Plaste wurde wie ein Wundermittel angepriesen. So als könnte es alles ersetzen." In der DDR habe man Plaste ohne Ende produziert - für alle Lebensbereiche. Bereits in den 1960er-Jahren sei sie allgegenwärtig und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken gewesen. Die neue Ausstellung berichte über die Hintergründe dieser Entwicklung, zeige, wo Kunststoffe im Alltag zum Einsatz kamen, informiere über die Herstellerbetriebe, beschreibe den "Lebenslauf" der Dinge zwischen Entwurf und Recycling und biete zwanglose Erläuterungen zu den wichtigsten Kunststoffen, verspricht Andreas Ludwig. "Da sind Sachen dabei, die jeder kennt."

Zur Vorbereitung der Ausstellung, die bis Mai 2013 gezeigt wird, hat das DOK-Zentrum drei Jahre lang mit dem Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule Köln zusammengearbeitet. Vor vier Wochen habe es zum Abschluss des vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojektes "Bewahren der DDR-Alltagskultur aus Plaste" eine Konferenz in Köln gegeben, aus der auch eine kleine Wanderausstellung für Schulen entstanden ist. Mit Tafelbildern sollen Schüler über die Alltagsbegleiter aus Plaste in der DDR informiert werden. Außerdem ist dazu ein Begleitheft - man könnte auch sagen, eine Plaste-Fibel - erschienen. Und auch im Internet sollen die Forschungsergebnisse bald zu finden sein. Andreas Ludwig ist jedenfalls erfreut über das Resultat der Zusammenarbeit.

Aber noch etwas hat ihn gefreut - und zwar die neu aufgeflammte Diskussion über die künftige Förderung des DOK-Zentrums in Eisenhüttenstadt. "Die Sache ist erst einmal wieder offen", sagt er, nachdem sich jüngst hauptsächlich die SPD gegen die geplanten Mittelkürzungen ausgesprochen hatte. Offensichtlich sei sich manch Stadtverordneter des Problems bewusst geworden, das auf das DOK-Zentrum zukommt, falls die Stadt komplett aus der Dreier-Finanzierung von Land, Landkreis und Kommune aussteigt, glaubt Ludwig. Es wäre gut, wenn sich die Stadt zu dem Dokumentationszentrum bekennen würde.

Eröffnung "Alles aus Plaste", Sa, ab 14 Uhr, DOK-Zentrum, Erich-Weinert-Allee 3, mit Einführung und Vortrag zur "Plastifizierung der DDR"

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