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Hexenkessel Frankfurt (Oder)

Feierten mit den Ärzten: 4000 Fans bejubelten am Donnerstagabend Bela, Farin und Rod in der ausverkauften Messehalle 1. Die Band unterhielt ihr Publikum in gewohnt witziger Art, brachte die Menschen zum Mitsingen. Doch die Reaktionen nach dem Konzert ware
Feierten mit den Ärzten: 4000 Fans bejubelten am Donnerstagabend Bela, Farin und Rod in der ausverkauften Messehalle 1. Die Band unterhielt ihr Publikum in gewohnt witziger Art, brachte die Menschen zum Mitsingen. Doch die Reaktionen nach dem Konzert ware © Foto: René Matschkowiak
Sandra Dietrich / 18.05.2012, 19:53 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Ärzte machten ihren Fans zum Männertag ein ganz besonderes Geschenk. Zum ersten Mal spielte die Rockband in der Frankfurter Messehalle. Die Band begeistert ihre Fans auch nach 30 Jahren. Doch drum herum lief für einige Konzertgänger nicht alles perfekt.

Einige waren skeptisch. Schließlich spielen Die Ärzte sonst in den größten Städten und Hallen Deutschlands. Nach Frankfurt kamen bisher noch nie "solche Superstars". Auch Isabelle Raschke ist zum ersten Mal in der neuen Messehalle 1. "Ach das ist ja wie im Wohnzimmer hier", sagt sie beim Betreten der Halle. Sie hat Die Ärzte bereits auf zahlreichen Konzerten gesehen. "Hier in Frankfurt ist das Publikum schon anders", stellt sie anfangs fest. Die Fans kommen aus ganz Deutschland angereist - Hannover, Chemnitz, Hamburg.

"Ich bin skeptisch", sagt Tobias Schiele noch vor Konzertbeginn. "Ich habe schon einige Konzerte in Frankfurt miterlebt, die waren nie richtig toll." Auch er hat die Band bereits auf großen und kleinen Bühnen gesehen. Tobias Schiele ist gespannt und irgendwann ein wenig genervt, dass es nicht losgeht. Eine knappe halbe Stunde später fällt der Vorhang. Dem 23-Jährigen ist es in der Mitte der Halle zu ruhig, er will weiter nach vorne. Da ist er nicht der Einzige. Als er einen kräftigen Mann anstößt, der ein kleines Mädchen auf den Schultern trägt, bekommt er böse Blicke und einen Seitenhieb. "Das ist ein Rockkonzert", murmelt Tobias leise. Aber da wo er jetzt steht, bewegen sich die Leute schon mehr.

"Habt ihr ordentlich gefeiert?", fragt Gitarrist Farin Urlaub nach den ersten drei Songs, "schließlich ist heute Herrentag". Die Menge grölt, schreit "Ja". "Das ist gut. Je betrunkener ihr seid, desto besser werden wir und desto besser sehen wir aus", scherzt Urlaub. Auch Tobias Schiele würde gern ein kaltes Bier trinken. "Die Luft ist wirklich schlecht, richtig stickig", sagt er.

Aber das Konzert geht vor. Selbst bei den neuen Songs vom Album "Auch", das vor einigen Wochen erschien, können viele Fans jede Textzeile mitsingen. Bei dem Nummer-Eins-Hit "Unrockbar" setzt sich die Hälfte des Publikums auf den Boden, auch wenn dafür eigentlich kein Platz ist. Einige Konzertbesucher schauen etwas verdutzt. Beim Refrain springt die Meute dann gemeinsam auf und ab. Die Halle bebt. "Das war geil", sagt Tobias Schiele. Schlagzeuger Bela B staunt nicht schlecht: "Hexenkessel Frankfurt (Oder)", sagt er.

Nach gut drei Stunden Musik und Unterhaltung suchen die 4000 Menschen den Weg aus der Halle. Das dauert seine Zeit. Mathias Becker ist nach dem Konzert begeistert. "Ich fand es super. Die Ärzte haben dem Publikum ordentlich eingeheizt." Er würde gern häufiger zu Konzerten in Frankfurt gehen. "Ich hoffe nicht, dass es das letzte Mal war. Ich würde es begrüßen, andere Superstars hier zu sehen", sagt der junge Mann.

Das Fazit von Isabelle Raschke fällt hingegen geteilt aus. "Die Wohnzimmer-Atmosphäre fand ich richtig gut und auch die Band war wieder in Hochform. Doch die Akustik war schlecht. Der Gesang war teilweise kaum zu hören", sagt sie.

Wer nach dem Konzert mit dem Auto nach Hause wollte, hatte es nicht ganz so einfach. "Es gab zwar Ordner, aber die haben nichts für einen fließenden Verkehr getan", kritisiert Tobias Schiele, der eine halbe Stunde brauchte, um das Gelände zu verlassen. Marco Habeck empfand sowohl den Sound als auch die Organisation danach unzureichend. "Der öffentliche Nahverkehr hat versagt. Viele Auswärtige standen ahnungslos an der Haltestelle und dann kam auch noch ein völlig überfüllter Nachtbus." Dennoch: Mit dem Konzert waren die meisten Fans und Konzertbesucher zufrieden. "Das Konzert war schön", sagt Marco Habeck.

Kommentare

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Robert J. 21.05.2012 - 11:29:34

Also ich fand es Klasse!!!

Also ich weiß nicht, was es wirklich auszusetzen gab. Wir sind ca. halb sieben mit dem eigenen Auto angereist und hatten keine Probleme. Der Einlass ging stetig vorwärts, da steht man in B vor der Kindl-Bühne länger (auch wegen der höhreren Zuschauerzahl). Auf Getränke musste ich nie wirklich warten, die Garderobe war freundlich, die Toiletten sehr sauber und warten musste ich davor auch nicht. Nach dem Konzert konnten wir durch die vielen offenen Türen sehr zügig die Halle verlassen, die kurze Wartezeit im Auto nutzten wir zur "Nachbesprechung" des Konzerts Das Konzert an sich war vom Feinsten. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass es eine abgespeckte Version war. Wir haben die obligatorischen drei Stunden fast erreicht. Dann wenn große internationale Künstler für den Rest des Abends die Bühne verlassen (nach 80-90 Minuten) geht es bei den Ärzten erst richtig los. Auch wenn der Sound angeblich nicht ganz so toll war, bei einem Ärzte Konzert erwarte ich kein Sounderlebnis wie in einer Konzerthalle. Der Charme dieses Konzertes war, dass es in Frankfurt (Oder) stattfand und man mit Freunden und Familie hingehen konnte und dabei viele bekannte Gesichter traf. In diesem Sinne möchte ich den Organisatoren herzlich danken und hoffe, dass Sie die beste Band der Welt in vier Jahren wieder an die Oder bekommen.

Marco Habeck 19.05.2012 - 15:14:22

naja sie liefen wenn Sie den Weg gefunden haben ;)

Nunja aber solche Konzerte können nicht ohne Auswärtige Besucher stattfinden. Wenn man sich die Gäste nicht nur als Bln sondern auch die aus dem ganzen Bundesgebiet anreisten weg denkt wäre die Halle nicht mal halb voll geworden. Genau das sind die Defizite die Gäste mit nach Hause nehmen. " lieber nach Bln zu einer Veranstaltung zu gehen" Ich halte den Traum auch für etwas weit geträumt. Schön das solche Veranstaltungen in Frankfurt stattfinden. Aber man merkt deutlich das die Infrastruktur nicht dafür geschaffen ist. Das auch die beteiligten immer wieder über die gleichen Fehler stolpern. Das bei der Messe eigentlich keine Parkplätze vorhanden sind und der öffentliche Nahverkehr nicht reagiert ist nicht seit Donnerstag bekannt. Wer A sagt muss auch B sagen. Trotzdem werden sich nächste Woche die selben Szenen abspielen. Weil niemand die kosten dafür tragen will. SVF fahr mal aber bezahlen werden wir nicht. Das Problem ist eben das niemand so wirklich einen Fahrschein löst ;) Deshalb muss das im Preis für die Karte enthalten sein. Genau da liegt das Problem. Schon logisch das die SVF nicht kostenlos fährt. Dafür ist der Veranstalter verantwortlich. Dieser lässt die Gäste im Stich. Deshalb dreht sich das Thema im Kreis. Man muss als Frankfurt nicht mit dem Auto zur Messe fahren ! Das solche bekannten Band jede Halle füllen ist nichts besonderes viele kamen nach Frankfurt weil es woanders keine Karten mehr gab.Bei anderen Künstlern wird die Sache wieder schwieriger. Es logisch zu erst werden Karten in den Metropolen verkauft und dann nimmt man die Außerhalb. Ob sich der Trend halten lässt Zusatzkonzerte in Frankfurt als alternative anzubieten bezweifle ich. Was ich als angenehm fand das die Halle nicht wirklich voll war. Weiter hinten gab es viel Platz wer das Gedränge nicht mag hatte die Möglichkeit nach hinten zu gehen. Für ein Professionelles Konzert erwarte ich auch Professionellen Ton. Den gab es definitiv nicht. Ich will jetzt auch nicht darüber diskutieren woran es gelegen hat. Aber der Sound nahm niemanden mit. Die Stimmung wäre bestimmt besser gewesen. Eins kann man mir glauben ich kann das aus meine Beruflichen Erfahrung beurteilen ich stehen in der Regel auf der anderen Seite ;). Meine Freude senkte sich bei ersten Titel . Wenn sich Gäste beschweren dann ist auf jeden Fall etwas schief gelaufen. Blicken wir auf nächste Woche und ich hoffe das man eine schnelle Lösung zum Problem mit dem öffentlichen Nahverkehr findet!

Fan 19.05.2012 - 13:18:14

???

Gut, die lautstärke war etwas überdreht, aber so ist es halt in einer halle, wo eine punkband spielt! Die abfahrtsprobleme kann ich in der dargestellten form nicht bestätigen-selbst wenn empfinde ich eine halbe stunde als nicht dramatisch! Auch wenn der öffentliche nahverkehr einige probleme hatte, irgendwie sind die leute ja dann doch nach hause gekommen, oder stehen noch einige an der messehalle!? Abschließend frage ich mich, ob die moz etwas daran liegt, das konzerte dieser art in frankfurt stattfinden. Im artikel hat man das haar in der suppe gesucht! Ich fand es super! keine langen warteschlangen beim getränkewagen, der einlass war ok, die parkplatzordnung hat geklappt, die band war super, .... BITTE MEHR KONZERTE DIESER ART!

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