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Arbeiten am neuen Hebewerk im Zeitraffertempo / Erweiterter Besucherrundgang

Ausflugsziel für Baustellenfans

Viel Stahl und Beton: Besuchern der Großbaustelle des neuen Schiffshebewerks bietet sich in diesen Wochen laufend ein neues Bild dar. Kürzlich hat die Arbeit an den großen Pylonen begonnen, auf der die Antriebstechnik des Hebewerks aufliegen soll.
Viel Stahl und Beton: Besuchern der Großbaustelle des neuen Schiffshebewerks bietet sich in diesen Wochen laufend ein neues Bild dar. Kürzlich hat die Arbeit an den großen Pylonen begonnen, auf der die Antriebstechnik des Hebewerks aufliegen soll. © Foto: WSV Bund
Boris Kruse / 19.05.2012, 07:55 Uhr
Niederfinow (MOZ) Für den Tourismusmagnet Schiffshebewerk hat mit den Tagen bis Pfingsten eine der besucherintensivsten Zeiten des Jahres begonnen. In diesem Jahr ist der Ausflug nach Niederfinow doppelt interessant, da wenige Meter weiter auf der Großbaustelle des neuen Hebewerks mit Hochdruck gewerkelt wird.

Am Oder-Havel-Kanal bei Kilometer 77,890 tut sich einiges. "Die Arbeiten gehen jetzt so zügig voran, dass man als Besucher jede Woche neu einen sichtbaren Baufortschritt erkennen kann", heißt es vom Wasserstraßen-Neubauamt mit Sitz in Berlin, das die Bauarbeiten am Hebewerks-Koloss beaufsichtigt.

Erst in der vergangenen Woche hat dort die letzte Großbetonage stattgefunden. Dabei wurden am 10. Mai innerhalb von 18 Stunden 1800 Kubikmeter Beton verbaut. Aus diesen grauen Massen ist ein sogenannter Sohlblock gegossen worden, der die untere Haltung der Wasserstraße absperren soll.

Dazu werden später noch zwei Stahltore verbaut - eines zum regelmäßigen Absperren der unteren Haltung beim regulären Betrieb des Hebewerkes, ein zweites soll ausschließlich dem Einsatz bei Wartungsarbeiten dienen.

Inzwischen wurde mit dem Bau der vier wuchtigen Pylone begonnen, auf denen einmal die Antriebs- und Sicherungstechnik des Bauwerks ruhen soll. Aufragende Stahlstreben für einige der Pylone sind bereits in der Baugrube zu erkennen. Parallel werden weitere Abschnitte der Seilrollenträgerstützen betoniert, außerdem wird bereits an der Montage des überdimensionalen Stahltroges gearbeitet. Der fertige Trog einschließlich Ausrüstung wird einmal 2785 Tonnen wiegen. All diese Arbeiten finden auf dem räumlich beengten Areal zwischen dem alten Hebewerk, der steilen Hangkante und der Hebewerkstraße statt, sodass sich dem Besucher ein kunterbuntes Gewusel aus Bauarbeitern, Kränen, Stahlbauteilen und weiteren Gerätschaften darbietet.

Inzwischen wurden insgesamt 39 000 Kubikmeter Beton und 14 500 Tonnen Stahl verbaut, gibt das Wasserstraßen-Neubauamt den aktuellen Zwischenstand bekannt. Bis 2014 soll das Gebäude fertig sein, im Jahr darauf soll es den Planungen zufolge in Dienst gestellt werden.

Mit der Schleuse Liepe am Finowkanal, die seit 1746 in Betrieb ist, der alten Schleusentreppe (1914 - 1972), dem alten Hebewerk (Inbetriebnahme 1934) und dem neuen Hebewerk werden künftig vier Generationen von Abstiegsbauwerken an Wasserstraßen an einem Ort zu besichtigen sein. Nach Abschluss des derzeit laufenden Hebewerksneubaus sollen daher alle Bauwerke mit einem Erlebnisbesucherweg verbunden werden, der den bisherigen Rundweg mit seiner spektakulären Aussicht aus 36 Metern Höhe einbezieht. In diesen verlängerten Rundgang wird auch die Station der alten Schleuse III eingebunden. Inzwischen haben bereits die Bauarbeiten für eine neue Fußgängerbrücke über die alte Schleuse begonnen.

Auch den parallel zum Oder-Havel-Kanal verlaufenden Finowkanal haben die Planer in ihre Überlegungen einbezogen. Durch eine kommunale Wassertourismusinitiative wird noch in diesem Jahr mit Baumaßnahmen zur Wiedereröffnung des "Langen Trödels" begonnen, mit dem der Finowkanal vollwertig an das Wassertourismusrevier um die Obere Havel und die Müritz angeschlossen wird. Wassertouristen können dann künftig auch ohne Sportbootführerschein den weiten Weg von Schwerin bis nach Niederfinow fahren.

Die angrenzenden Gemeinden erhoffen sich von dem Hebewerksneubau einen weiteren Anschub des Tourismus. Mehrere Unternehmer und die Amtsverwaltung von Britz-Chorin-Oderberg arbeiten daran, die einzelnen Attraktionen der Region besser zu vernetzen. Allein während der Bauarbeiten werden rund 300 000 Besucher erwartet, die den Baufortschritt verfolgen wollen.

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