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Studenten der Humboldt-Universität geben Schülern mit einem Forschungsmobil Einblick in die Wissenschaft

Der Schulhof unterm Mikroskop

Fabian Sauer / 23.05.2012, 07:21 Uhr - Aktualisiert 23.05.2012, 07:41
Panketal. () Am freien Gymnasium in Panketal können sich Schüler zur Zeit im Feldversuch davon überzeugen, dass naturwissenschaftlicher Unterricht nicht immer nur graue Theorie sein muss. Um den Gegenbeweis anzutreten sind Studenten der Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Bayer mit einem Forschungstruck vor Ort.

Bei dem Forschungstruck, dem sogenannten Humboldt-Bayer-Mobil, handelt es sich um ein rollendes Labor, das dank des Sponsors Bayer besser ausgestattet ist, als die Fachräume der meisten Schulen. Im Innern des grün-weißen LKWs finden sich Mikroskope, Laptops, Wasseranalyse-Geräte und allerlei technische Spielzeuge, mit denen Schüler selbstständig auf Entdeckungstour gehen sollen.

Vorbild ist der Namensgeber der Berliner Universität, Naturforscher Alexander Humboldt. Nach seinem Vorbild sollen die Jugendlichen durch Neugier, Beobachtung und Ausprobieren an die wissenschaftliche Arbeit herangeführt werden.

Am Anfang der Erforschung des Schulfhofs steht für die Jungen und Mädchen das Formulieren einer Forschungsfrage. Bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein entschließen sich viele Gruppen für das Untersuchen des Schulteichs und seiner Flora und Fauna. Aber auch das Vermessen des Schulhofes oder die Bestimmung und Verbreitung der unterschiedlichen Pflanzenarten interessiert die Siebtklässler.

Für ihre Forschungsarbeit können die Schüler auf ein Umfangreiches Repertoire an Ausrüstung zurückgreifen, dass die Studenten der HU mit dem Mobil nach Panketal gebracht haben. Fotoapparate und Digitalkameras, mit denen die Schüler ihre Arbeit dokumentieren sind da schon fast die unspektakulärsten Werkzeuge.

Für ihre Bestandsaufnahme des Teichs haben sich Alexander, Leon und Dave mit einem PH-Tester und einer Wärmebildkamera ausgerüstet. "Wir wollen herausfinden, welche Tiere im Teich leben und unter welchen Bedingungen", erzählen die drei aufgeregt. In einem kleinen Glas mit eingebauter Lupe hat einer der Jungen eine Wasserprobe genommen und untersucht sie auf Lebewesen, derweil ein anderer auf Froschjagd geht.

Im Schatten des Hauptgebäudes beschäftigen sich Clara Elisa Rauna und Wiebke Fischer mit der Frage, wie viel Löwenzahn eigentlich auf dem Schulhof wächst. Dabei werden die Mädchen von Nancy Krause unterstützt. Die 23-Jährige studiert an der HU Biologie und Chemie auf Lehramt und hilft auch schon mal beim richtigen Einordnen einer Pflanzenart oder beim Mikroskopieren. "In der siebenten Klasse fängt der wissenschaftliche Unterricht ja gerade erst an, deswegen haben wir diesen offenen Rahmen für das Projekt", erklärt die Berlinerin.

Karsten Kettlitz (Uni Potsdam) fährt mit dem Mobil bereits seit zwei Jahren Schulen in der Region an. "Wir wollen den Schülern ein genaueres Bild der Wissenschaft zeigen und diese Klischees vom Kittelträger aufbrechen", erklärt der 29-jährige Panketaler. Und damit auch die Studenten noch etwas zu forschen haben, werden die Schüler vor und nach dem Projekt dazu befragt, was sie unter Wissenschaft verstehen.

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