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Joachim Eggers 25.05.2012 06:31 Uhr
Red. Erkner, erkner-red@moz.de

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Tira nimmt den Dreck aus den Tanks

Erkner (MOZ) Wenn Tanks, in denen Milch, Zucker oder Phenolharz transportiert wurden, gereinigt werden müssen, kann das künftig in einer modernen Anlage auf dem Dynea-Gelände in Erkner geschehen. Zwar ist sie noch nicht ganz fertig - doch Donnerstag gab es schon eine Einweihungsfeier.

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Baustelle: Thomas Ay montiert die Spülköpfe in der Chemie-Straße der Reinigungsanlage.

© MOZ/eggers

Tankwageninnenreinigungsanlage heißt die Halle mit zwei Straßen ganz genau, und weil kein Mensch dieses Wortungetüm fehlerfrei aussprechen kann, nutzen alle Beteiligten immer nur die Abkürzung Tira. In etwa zwei Wochen soll die Anlage in Betrieb gehen, sagte Investor Jonas Hary bei der Feier, für die eine der beiden Straßen hergerichtet worden war.

Drei Millionen Euro betrug die Investitionssumme für das Projekt, eine Million davon waren Fördermittel, so Hary. Sechs Arbeitsplätze entstehen in der Anlage, die wochentags von 6 bis 22 Uhr (Freitags bis 21 Uhr) sowie am Sonnabend geöffnet ist.

Wichtigster Kunde ist das Chemiewerk von Dynea, auf dessen Gelände die Anlage auch gebaut worden ist. Geschäftsführerin Anja Plugge wies darauf hin, dass mit der neuen Waschstraße lange Wege entfallen, die bisher zurückzulegen waren - es gibt nämlich im Umkreis von 150 Kilometern keine solche Anlage.

Sie ist in zwei Reinigungsstraßen geteilt, eine für Lebensmittel, die andere für Chemie-Produkte. Insgesamt können mindestens 25 Fahrzeuge pro Tag gereinigt werden, sagte Hary. Wie das geht, erläuterte Planer Karl-Dietrich Mügge: Die Lastwagen fahren in die Straße ein, die einer großen Autowaschanlage ähnelt. Je nach Produkt, das sich im Tank befand, wird ein bestimmtes Reinigungsprogramm ausgewählt.

Eine Datenbank enthält die Reinigungs-Vorgaben für mehr als 10 000 Produkte. Von oben werden sogenannte Spülköpfe in die Tanks eingelassen, die sich vertikal und horizontal drehen und mit ihren Düsen die Wand des Tanks abfahren und reinigen. Wenn dann noch etwas in den Tanks sein sollte, kann es auch sein, dass die Mitarbeiter hineinsteigen müssen, sagte Mügge. Wie lange eine einzelne Reinigung dauert, hängt von der vorherigen Fracht ab. „Bei Zucker geht das in 10 Minuten, bei Chemie dauert es viel länger“, so Betriebsleiter Bernd Adebahr. Noch vielfältiger ist das Preisspektrum - Adebahr nannte als Orientierungswerte eine Spanne von 10 bis 100 Euro.

Bei einer solchen Anlage entstehen große Mengen Abwasser. Ihre Behandlung war ein Problem, das die Genehmigung erheblich erschwerte. Der zuständige Vertreter der Kreisverwaltung musste da mehrere Spitzen über sich ergehen lassen. Letztendlich wird das Abwasser über die Druckleitung von Dynea zum Klärwerk Münchehofe gepumpt. Vorher jedoch wird es schon in der Anlage selbst äußerst aufwendig gefiltert und gereinigt. Das gleiche geschieht mit der Abluft. Um sie von Schadstoffen zu befreien, wird unter anderem UV-Strahlung eingesetzt.

Nach Angaben von Adebahr haben schon viele Betriebe aus Ostbrandenburg Interesse angemeldet, ihre Wagen in Erkner reinigen zu lassen, so der Hafen Eberswalde oder Cemex aus Rüdersdorf.

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