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Dokumentationszentrum wehrt sich gegen Kritik des Landrates / Förderung soll wegfallen

"Vorwürfe sind unbegründet"

Stefan Lötsch / 04.06.2012, 20:17 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Die Leitung und der Trägerverein des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt weisen die Kritik des Landkreises an der Arbeit der Einrichtung zurück. Mit der Kritik verbindet der Landkreis die Ankündigung, ab nächstem Jahr aus der Förderung auszusteigen.

In sieben Punkten hatte Landrat Manfred Zalenga kürzlich in einem Brief an die Stadt Eisenhüttenstadt ausgeführt, weshalb der Landkreis ab 2013 seine Förderung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt einstellen will. Nachdem auch schon die Stadt angekündigt hatte, ihren Beitrag zurückzufahren, bliebe aus der Dreierfinanzierung nur noch das Land.

Nun haben der Leiter des Museums, Andreas Ludwig, sowie Ingrid Siebke, Vorsitzende des Trägervereins, die Vorwürfe in einen Brief an Manfred Zalenga zurückgewiesen, verbunden mit der Forderung, die geplante Streichung der Förderung ab 2013 in Höhe von 55000 Euro zurückzunehmen. "Das Dokumentationszentrum sieht die Vorwürfe als unbegründet an", heißt es zusammenfassend in einer Pressemitteilung.

Eine gesicherte Grundfinanzierung, die auf Grundlage einer gemeinsamen Erklärung der drei Finanziers und eines Kreistagsbeschlusses beruhen, sei Voraussetzung für die erfolgreiche Einwerbung von weiteren Förder- und Projektmitteln. Das hat sich in der Vergangenheit bewährt. "Die Drittmittelfinanzierung für diese Sonderprojekte betragen zusammen bislang knapp 900000 Euro", argumentieren die Vertreter des Dok-Zentrums. Mehr als 20 Sonderausstellungen konnten dadurch über die Jahre realisiert werden. Die Ausstellungen waren auch außerhalb des Landkreises zu sehen, zum Beispiel in Wien, Budapest und Berlin, aber auch Baden-Württemberg und Niedersachsen. Das habe auch positive Rückwirkung auf den Landkreis.

Dass aus Sicht des Landkreises zu wenig Schulen die Einrichtung in der Erich-Weinert-Allee besuchen, wird auch vom Dok-Zentrum als Problem gesehen. "Wir stimmen mit Ihnen überein, dass ein vermehrter Besuch von Schulklassen außerordentlich wünschenswert ist". Zahlreiche Maßnahmen seien ergriffen worden, um zu informieren und auch Lehrer zu erreichen und zu interessieren. Allerdings sei es ein genereller Trend, dass der Besuch von Schulklassen in Museen zu wünschen übrig lässt. "Es fehlt schlichtweg an den finanziellen Möglichkeiten, museumspädagogisch qualifiziertes Personal einstellen zu können, um damit die Arbeit mit Schulen systematisch zu entwickeln", weisen Andreas Ludwig und Ingrid Siebke auf Probleme hin. Immerhin gehört das Dok-Zentrum neben dem Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner zu den Museen im Landkreis mit den höchsten Besucherzahlen.

Auf Unverständnis stößt in Eisenhüttenstadt, dass über die geäußerten Kritikpunkte des Landkreises seitens des Landrates bisher kein Gespräch mit dem Dok-Zentrum gesucht wurde. "Deshalb hat das Dok-Zentrum den Landrat erneut zu einem Besuch in das Museum eingeladen", heißt es in der Pressemitteilung.

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Marco Habeck 05.06.2012 - 16:10:36

schon mal da gewesen?

Ich war letzte Woche mal da und ich muss sagen das man deutlich Multimedial aufgerüstet hat! Dort stehen nicht nur Dinge in Vitrinen herum sondern man hat auch die Möglichkeit ihre Geschichte zu erfahren. Die Ausstellung besitzt internationales Format. Das viele Ausstellungen mit diesen Thema nicht besitzen. Sie schafft es zwischen den schönen Dingen und den nachdenklichen Teil zu vermitteln. Der Audioguide ist zu Empfehlen! Man sollte auch Zeit mitbringen. Ich würde dem Minister empfehlen die Ausstellung ohne Kamera und Show zu besuchen. Dann wird er merken das Ausstellungen dieser Art sehr professionell sind und nicht mal eben nebenbei von Leuten gemacht werden kann. Das Geld für diese Ausstellungen ist gerechtfertigt. Man muss eben schauen wie man das Publikum in diese Ausstellungen bekommt. Ich würde mir wünschen wenn Bürger der Stadt und auch die örtlichen Politiker mal vorbei schauen und Zeit mitbringen. Erst dann über die Finanzierung diskutieren und das man in dieser Stadt die Chance des einmaligen Denkmals erkennt und es schafft gemeinsam zu vermarkten.

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