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Lina Hatscher 14.06.2012 19:08 Uhr

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"Komplizierter, langwieriger und teurer Prozess"

Strausberg (MOZ) Forstwirtschaft, Naturerlebnis und Photovoltaikanlagen - all das kann auf den ehemals als Truppenübungsplatz genutzten Gelände bei Wittstock, dem sogenannten Bombodrom, in Zukunft Platz finden. Ideen aus dem Entwicklungskonzept für die rund 12 500 Hektar große Fläche stellte Rainer Entrup, Regionalleiter des Bundesforstbetriebes, am Donnerstag bei der Eröffnung des 14. Konversionssommers in Strausberg (Märkisch-Oderland) vor.

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Stellte erste Pläne vor: Rainer Entrup

© MOZ/Lina Hatscher

Jegliche zivile Nutzung der Fläche setzt die Beseitigung alter Gefahren voraus. Anfang Oktober 2011 wurde der Übungsplatz von der Bundeswehr geräumt und seitdem ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) dafür zuständig. Viel Geld ist notwendig, um alle Munitionsreste zu beseitigen. "80 Millionen Euro will der Bund in den nächsten 15 Jahren für die Sicherung des Geländes bereitstellen", sagte Herold Quick, Sprecher des Konversionsforums Focus. Nach Schätzungen reiche dieser Betrag aber nur für rund drei Prozent des Geländes. Rainer Entrup bilanzierte: "Das ist ein komplizierter, langwieriger und teuer Prozess." Zunächst müsse anhand von geomagnetischen Untersuchungen erfasst werden, wo sich noch Kampfmittel verbergen, um diese dann räumen zu können. Außerdem muss das Brandschutzkonzept erweitert und der Abriss gefährlicher Gebäude organisiert werden.

Die Finanzierung ist allerdings noch nicht geklärt. Denn bislang sind EU-Mittel geflossen. Für die Konversion, also die Umwandlung vormals militärisch genutzter Flächen, stehen dem Land Brandenburg in der Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 21 Millionen Euro zu. Wie es in der nächsten Förderperiode aussehen wird, bleibt unklar.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke), Schirmherr des Konversionssommers, für eine Splittung des Geländes in geschützte und für erneuerbare Energien nutzbare Flächen plädiert. So könnte das erwirtschaftete Geld etwa in die Kampfmittelräumung fließen. Vier Photovoltaik-Flächen von bis zu 400 Hektar Größe könnten entstehen, präzisierte Rainer Entrup gestern. Problematisch dabei ist einerseits die geänderte Förderpolitik der Bundesregierung, andererseits der Raumordnungsplan, der das Gebiet bisher als "unzerschnittenen Raum" führt. Dieser könne so geändert werden, dass die Nutzung der Sonnenenergie möglich erscheint, Windkraft hingegen sei auch wegen der geschützten Arten in der Umgebung keine Alternative. Das komplette Entwicklungskonzept wird am 16. Oktober in Neuruppin vorgestellt.

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