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Seltene Dokumente im "Haus Brandenburg"

Postkarten und Akten verraten Geschichte

Blättern in kleinen Schätzen: Bibliothekarin Maria Petzoldt (l.) und Museumsmitarbeiterin Matlen Horn
Blättern in kleinen Schätzen: Bibliothekarin Maria Petzoldt (l.) und Museumsmitarbeiterin Matlen Horn © Foto: Kerstin Schreiber
Kerstin Schreiber / 25.06.2012, 21:00 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Das "Haus Brandenburg" in der Parkallee 14 ist eine wahre Schatzkiste. Es beherbergt ein Museum, eine Bibliothek und ein enormes Archiv voller historischer Akten, persönlicher und sachlicher Dokumente sowie seltener Publikationen - doch kaum einer in der Region weiß davon.

13 Jahre sind seit der Eröffnung der Einrichtung durch die Landsmannschaft Berlin-Brandenburg vergangen, und nun endlich soll es seinen Platz im öffentlichen Leben finden, wünscht sich Ingrid Schelhaas, die Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Brandenburg, zu der das "Haus Brandenburg" seit dem Jahr 2002 gehört.

Die Stiftung, die sich laut ihrer Satzung dem Bewahren und Pflegen der brandenburgischen Geschichte sowie einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis mit Polen verschrieben hat, will mit historischen und aktuellen Inhalten Gäste ins Haus locken. Gerade gab es seltene Goßmann-Arbeiten zu sehen, demnächst werden es Fotos aus Ostbrandenburg sein.

Zudem bietet das "Märkische Gesprächsforum des Freundeskreises des Hauses Brandenburg" Diskussionsmöglichkeiten, und die Stiftung Brandenburg lädt zu Vorträgen ein - unter anderem über brandenburgische Schriftstellerinnen aus dem 19. Jahrhundert. Der neu gewählte Kurator der Stiftung, Karl-Christoph von Stünzner-Karbe aus Sieversdorf, wird über das Verhältnis Friedrichs des Großen zu seinem Freund Katte sprechen. Im kleinen Museum des Hauses ist außerdem ein Modell der Festung Küstrin zu sehen, wo Friedrich der Große bekanntermaßen gezwungen wurde, der Ermordung seines Freundes zuzusehen.

Dank der jüngst intensivierten Öffentlichkeitsarbeit einiger Mitglieder des 2002 gegründeten Freundeskreises gibt es seit kurzem Gruppen, die sich gern über das alles informieren, was im Haus Brandenburg geleistet wird. Die Vertreterversammlung der Fürstenwalder Senioren war bereits da, das Netzwerk Nord und ein Polnischkurs ebenso. Die Rotarier aus der Spreestadt sowie aus Frankfurt (Oder) kommen demnächst. Ein weiterer Schritt: Der Beitritt der Stiftung Brandenburg zum Fürstenwalder Lokalen Bündnis für Familien.

All diese Kontakte sollen genutzt werden, um den in der Region lebenden Geschichtsinteressierten klar zu machen, dass sich die Kooperationen mit den Mitarbeitern des Hauses anbieten, um Geschichtsprojekte zu verwirklichen. "Wir kooperieren mit dem Landesarchiv und anderen Institutionen. Man muss nicht unbedingt bis in die Berliner Staatsbibliothek fahren, um an besondere Literatur und seltene Druckerzeugnisse über das historische Ostbrandenburg inklusive der Neumark heranzukommen", erklärt Bibliothekarin Maria Petzoldt und verweist auf etwa 15 000 historische Zeitungen, Bücher, Karten und rund 10 000 alte Postkarten, die sich im Bestand des Hauses befinden. Darunter ist auch vieles, was nicht über die großen kommerziellen Wege publiziert wurde, wie Museumsmitarbeiterin Matlen Horn sagt.

Immer häufiger fänden auch polnische Besucher den Weg in die Parkallee, beispielsweise als Referenten. Dazu kommen regelmäßige Einladungen nach Polen, zu Geschichtsvorträgen in Bibliotheken und in Museen, erzählt Hans-Christian Karbe vom Vorstand des Freundeskreises.

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