Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Erfolge und Niederlagen bei Walfangtagung in Panama

Die Walfangnationen sind bei der 64. Jahresfachtagung mit dem Versuch gescheitert, das seit 1989 geltende Walfangmoratorium aufzuweichen.
Die Walfangnationen sind bei der 64. Jahresfachtagung mit dem Versuch gescheitert, das seit 1989 geltende Walfangmoratorium aufzuweichen. © Foto: dpa
07.07.2012, 08:30 Uhr
Panama-Stadt (dpa) Der kommerzielle Walfang bleibt weiterhin weltweit verboten. Die Walfangnationen sind bei der 64. Jahresfachtagung mit dem Versuch gescheitert, das seit 1989 geltende Walfangmoratorium aufzuweichen. Dänemark wurde der Fang von mehr Walen untersagt, Japan verzichtete vorerst darauf, den Küstenwalfang zu beantragen. Und die Internationale Walfangkommission (IWC) nahm eine deutsche Initiative an, die vor dem Verzehr von Walfleisch warnt. Dagegen erreichten die Walfänger zur Enttäuschung der Länder Südamerikas, dass es vorerst keine Walschutzzone im Südatlantik gibt.

Der deutsche IWC-Kommissar Walter Dübner vom Ministerium für Verbraucherschutz zog am Freitag eine optimistische Bilanz. "Die IWC hat bewiesen, dass sie in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Dänemark habe für den Versuch, die Walfangquote um einen einzigen Buckelwal zu erhöhen, eine teure Quittung bekommen: Das Land darf ab dem kommenden Jahr keine Wale mehr jagen, wenn es in der IWC bleiben will.

Die Gegner Dänemarks waren vor allem darüber entzürnt, dass in Grönland für die Selbstversorgung der Inuit bestimmtes Walfleisch in Supermärkten landet und in Restaurants an Touristen verkauft wird.

Die Tagung nahm eine von Deutschland eingebrachte Initiative an, wonach vor dem Verzehr von Walfleisch gewarnt wird. Es sei mit Schadstoffen belastet und stelle eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, heißt es in der IWF-Resolution.

Wal- und Tierschutzorganisationen wie Pro Wildlife begrüßten den Schritt. "Die Resolution hilft, die Nachfrage nach Wal- und Delfinfleisch zu senken - und davon profitieren Mensch und Tier", sagte Sandra Altherr, Biologin bei Pro Wildlife. Bereits vor zwei Jahren hatte die Organisation zusammen mit der Schweizer OceanCare den Bericht "Toxic Menu" veröffentlicht, in dem die zum Teil gravierenden Belastungen im Fleisch der Wale nachgewiesen wurden.

Entrüstung rief die Absicht Südkoreas hervor, den Walfang wiederaufnehmen zu wollen. Australien und Neuseeland protestierten ebenso wie Umweltschutzorganisationen scharf. "Der Vorstoß Koreas kam nicht völlig überraschend. Seit Jahren beobachten wir, dass die Beifangraten in Südkorea extrem hoch sind - und wir wissen, dass die Walfanglobby in Südkorea nicht untätig ist", sagte Altherr.

Dänemark verlor bei der Abstimmung über eine Erhöhung der Fangquote vor allem, weil sich die EU-Staaten im letzten Moment einigten und den Vorstoß Dänemarks dann geschlossen ablehnten. Nach Angaben aus Delegationskreisen hat Dänemark seine alte Quote nur noch für dieses Jahr. Das zu Dänemark gehörende Grönland wollte neun Finnwale und einen Buckelwal pro Jahr mehr fangen als bisher. Aktuell fängt Grönland 190 Zwerg-, zehn Finn-, neun Buckel- und zwei Grönlandwale.

Am Freitag stand zunächst noch die Forderung Japans auf dem Tagungsprogramm, an seinen Küsten einen "kleinen Walfang" zuzulassen. Dieser Antrag wurde zurückgezogen, ebenso wie die Initiative Monacos, Kleinwale zu schützen. Der Schutz dieser Tiere wie Delfine und Grindwale ist bisher überhaupt noch nicht geregelt.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Antonietta 09.07.2012 - 11:00:18

gegen den Walfang !!!

Wir nennen ihn den „Blauen Planeten“, aber nur 1,3% der Weltmeere stehen unter Schutz – und auch das großteils nur auf dem Papier. Bei näherem Hinsehen findet man heraus, dass tatsächlich weniger als 0,1 % zu strikten Schutzzonen erklärt sind. Jeden Tag sterben Wale und Delfine durch Schiffskollisionen, zunehmenden Unterwasserlärm, Ölkatastrophen, als Beifang in Fischernetzen und in manchen Fällen sogar an Nahrungsknappheit. Der Klimawandel könnte die Situation noch verschlimmern. 64% der Weltmeere und ein Großteil der Lebensräume von Walen und Delfinen liegen auf hoher See - außerhalb des Rechtsbereiches von Einzelstaaten. Doch hier gibt es nur sehr wenige Schutzgebiete – nämlich 5.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG