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Aileen Hohnstein 13.07.2012 07:02 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Eisenhüttenstadt wird wachgeküsst

Eisenhüttenstadt (MOZ) Bunt bemalte Wände, etwa 200 Besucher und viel positiver Zuspruch - die zweieinhalb Wochen, die das Berlin Biennale-Projekt "Draftsmen's congress" (deutsch: Kongress der Zeichner) in Eisenhüttenstadt weilte, sind durchaus als Erfolg zu verbuchen. Das Kunstprojekt, das vom polnischen Künstler Pawel Althamer initiiert wurde, richtete sich an die Eisenhüttenstädter, die gemeinsam mit Pinsel und Farbe kreativ werden und über ihre Malereien miteinander sowie mit den Künstlern ins Gespräch kommen sollten.

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"Kongress der Zeichner": Das Projekt kam auch bei Kindern gut an.

© MOZ/Gerrit Freitag

Ursprünglich wurde "Draftsmen's Congress" in Berlin ausgerichtet. Mit Verlust der dortigen Räumlichkeiten bot sich in Eisenhüttenstadt kurzfristig aber eine adäquate Ausweichmöglichkeit. So wurden hier durch die Gebäudewirtschaft Eisenhüttenstadt (Gewi) kostenlos ein leerstehendes Geschäft in der Straße der Republik 37 und eine Künstlerunterkunft zur Verfügung gestellt. Geschäftsführer der Gewi, Oliver Funke, ist mit dem bunt gestalteten Raum zufrieden. "Das gefällt mir sehr gut", sagt er und schaut sich wohlwollend im Geschäft um. Deshalb werden jetzt auch die Fenster freigeräumt, damit sich weiterhin alle Passanten die Wandmalereien anschauen können. Solange kein Nachmieter gefunden wird, bleibt das Geschäft also als Kunstraum bestehen.

"Wir haben gesehen, dass hier so etwas funktionieren kann. Man könnte aber noch viel mehr daraus entstehen lassen", ist sich Ben Kaden sicher, der das Projekt nach Eisenhüttenstadt holte. Daher gibt es nun Überlegungen, bald solche Aktionen zu wiederholen. Internationale Künstler aller Kunstrichtungen sollen eingeladen werden und der Stadt Impulse geben. So könnten beispielsweise Traditionen aus Eisenhüttenstadt wieder aufgegriffen werden, sozusagen wachgeküsst werden, erzählt Franziska Zahl, diesjährige kuratorische Assistentin der Berlin Biennale. "Fremde Perspektiven werden hierher getragen, vielleicht auch vorurteilsbeladene. Aber durch diese Konfrontation kommt es letztlich zur Erweiterung des Blickfeldes aller Beteiligten", führt Ben Kaden aus. Eisenhüttenstadt als Standort für eine dauerhafte Künstlerresidenz auszuwählen, kam zum großen Teil von den Künstlern des "Zeichnerkongresses". "Sie waren sehr angetan von der Stadt und wollen gern wiederkommen", betont Ben Kaden.

Um die Pläne zu realisieren, braucht es nicht nur Freude an der Kreativität und der Kommunikation, sondern auch finanzielle Mittel. Dafür bedarf es der Einbindung der Stadt. Gespräche mit Bürgermeisterin Dagmar Püschel wurden bereits geführt, in denen sie sich begeistert gezeigt haben soll. Zudem gibt es guten Zuspruch von Oliver Funke und Museumsleiter Hartmut Preuß. "Der nächste Schritt ist nun, nicht nur Begeisterung zu wecken, sondern auch Taten folgen zu lassen", sagt Franziska Zahl und hofft, dass sich Eisenhüttenstadt bald mit einer neuen Künstlerresidenz schmücken kann.

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