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Ohne Sammlung, kein Museum

Stöbern im Inventar des Fördervereins: Gerd Dieckmann, Olaf Schwaß, Corrado Gursch und Harri Mushold (v.l.n.r.).
Stöbern im Inventar des Fördervereins: Gerd Dieckmann, Olaf Schwaß, Corrado Gursch und Harri Mushold (v.l.n.r.). © Foto: Kühne
Lisa Kühne / 10.08.2012, 13:50 Uhr
Rathenow (MZV) Die Aufgaben eines Museums verfolgen drei Prämissen: Sammeln, Bewahren und das Forschen. Erst dann kommen Ausstellen und Vermitteln. Ein Förderverein der Stadt Rathenow hat sich mit dem Ziel gegründet, ein Heimatmuseum entstehen zu lassen. Doch wie weit ist er überhaupt, um eine solche Institution zu schaffen?

Der letzte Stand der Dinge erfreute in der vorigen Woche die Mitglieder des Vereins - Citymanager Jens Hubald machte während des Resümees zum Innenstadt-Forum 2020 öffentlich, dass ein zukünftiges Museum möglicherweise seinen Platz in der alten Brauerei finden wird. Damit ginge ein Traum für den Verein in Erfüllung.

Noch hat er sein Domizil in der Steinstraße. In dem Geschäftsraum ist Büroleiter Olaf Schwaß an zwei Tagen in der Woche anzutreffen. Es finden Stadtgespräche statt, Leute kommen, um sich über ihre Familiengeschichte zu informieren oder kaufen das Heimatblatt. Bevor an ein reales Museum zu denken ist, das weiß der Verein, muss er sich um seine wichtigste Baustelle kümmern: Ausstellungsstücke sammeln.

Angaben darüber, wie viele historische Objekte bisher abgegeben wurden, möchte man nicht machen. Feststehe, dass viele von ihnen heute noch zu jung seien, um Teil einer Dauerausstellung zu werden. Doch ohne feste Schaustücke - kein Museum. Deswegen appelliert Olaf Schwaß an die Bevölkerung: „Alles, was kommt, wird eingelagert. Es wäre schön, wenn die Dinge aus Rathenow stammen“.

Eine, die weiß, wie man ein Museum aufbaut, ist Museologin Bettina Götze vom Kulturzentrum: „Es müssen eine Konzeption vorhanden sein und Sammlungsschwerpunkte gesetzt werden“, sagt sie.

Bis zur Wende hatte Rathenow ein Kreismuseum in der Rhinower Straße. „Der Fundus mit den Sammlungsschwerpunkten Optik- und Regionalgeschichte lagert im Kulturzentrum, die Urgeschichte im Nauener Landratsamt“, berichtet Bettina Götze. Das KuZ verwahre in seinem Keller etwa 4.000 Bücher und diverse andere kulturhistorische Objekte. Ein Großteil der ursprünglichen Sammlung zur Regionalgeschichte sei 1945 während des Kriegs zerstört worden, so die KuZ-Chefin, die seit 1984 das ehemalige Kreismuseum leitete. Sein Fundus ist Eigentum des Landkreises. Das Besitzrecht und die Verfügungsberechtigung über die gesamte Sammlung hat das KuZ. Was soviel heißt, dass es darüber entscheidet, was mit dem Inventar passiert.

Exponate aus den Sammlungen sind gegenwärtig im Rathenower Optik-Industrie-Museum, im Archäologischen Landesmuseum im Paulikloster in Brandenburg an der Havel und im Museum im Schloss Ribbeck ausgestellt. „Dort ist eine ordnungsgemäße und sichere Präsentation und wissenschaftliche Betreuung garantiert“, sagt Bettina Götze. Der Fundus dürfte allerdings auch einmal für das spätere Museum interessant werden. Der Wunsch des Fördervereins ist es nun, von der Stadt nicht nur finanziell, sondern auch im Hinblick auf „Sammlungsfragen“ unterstützt zu werden. „Ohne die Politiker der Stadt Rathenow werden wir kein Museum haben“, erklärt Olaf Schwaß.

Dem Verein ist vor kurzem eine Museologin beigetreten: „Sie ist sehr wichtig für uns. Wir haben eine Person, die Expertin auf dem Gebiet ist“, so Olaf Schwaß. Bis zur BUGA 2015 wollte der Verein ursprünglich sein Museum eröffnen. Jetzt möchte man die 800-Jahr-Feier Rathenows (2016) anvisieren.

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