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Immer mehr Katzen als vermisst gemeldet

Keine Spur von Kater Luzi und Kasimir

Was bleibt, sind Fotos: Katja Pötzsch hat Plakate gedruckt, mit denen sie nach ihrem Kater Luzi sucht.
Was bleibt, sind Fotos: Katja Pötzsch hat Plakate gedruckt, mit denen sie nach ihrem Kater Luzi sucht. © Foto: MOZ/Lea Sophie Lukas
Lea Sophie Lukas / 24.08.2012, 18:57 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Seit Wochen verschwinden in Fürstenwalde immer wieder Katzen. Ihre Besitzer tun alles, um sie zu finden und bleiben doch erfolglos. Im Tierheim wird die Liste der vermissten Vierbeiner immer länger. Auch Katja Pötzsch sucht ihren Kater Luzi.

Neben der Eckbank in der Küche steht noch ein Näpfchen aus Metall. Katja Pötzsch hat das Trockenfutter auch nach mehr als zwei Wochen, in denen sie ihren Kater Luzi nicht mehr gesehen hat, nicht weggeräumt. "Er ist abends noch mal raus gegangen, so wie immer. Aber dann kam er einfach nicht mehr zurück", sagt Katja Pötzsch. "Nach zwei Tagen habe ich angefangen zu suchen, überall. Ich habe die Nachbarn und den Hausmeister befragt und Zettel ausgehängt."

Von Luzi, dem schlanken Kater mit dem seidenweichen, schwarzen Fell und den bernsteinfarbenen Augen, der einen Chip unter der Haut trägt und so eindeutig identifizierbar wäre, fehlt trotzdem jede Spur. Genau so wie von Kater Kasimir, der nur drei Tage später verschwand und Conrad Müller gehört. Müller lebt wie Katja Pötzsch im Lützowring. Auch er hat Kasimir gesucht, hat nach ihm gerufen, abends und morgens, erfolglos.

An einem Baum in der Lindenstraße hängt ein Din-A4-Zettel mit drei Fotos von Füchslein. Seine Besitzer, ein älteres Ehepaar, vermissen den rotgetigerten Kater seit dem 28. Juli. "Wir sind sehr dankbar für jeden Hinweis", schreiben sie. Wo Füchslein steckt, weiß bisher niemand.

Franziska Jeschke, die das Fürstenwalder Tierheim leitet, sagt: "Es ist eigenartig." Aus allen Teilen der Stadt wurden dem Tierheim und der Tierarztpraxis Matthias Matzke in den zurückliegenden Wochen immer wieder Katzen als vermisst gemeldet. "Aber bei uns werden keine Tiere abgegeben", sagt Fanziska Jeschke. Allein am Freitag vergangener Woche kamen fünf weitere Suchmeldungen hinzu, in den zwei Wochen davor waren es insgesamt zwölf. "Im Verhältnis ist das viel."

Über mögliche Gründe für das zahlreiche Verschwinden will die Tierheimleiterin nicht spekulieren. Katja Pötzsch aber äußert Vermutungen und damit auch ihre größten Ängste und Hoffnung. "Vielleicht nimmt jemand die Tiere auf, weil er denkt, dass sie Streuner sind. Vielleicht ist Luzi auch in irgendeinem Keller eingesperrt und kommt nicht mehr raus", sagt sie. Das sei ihrem Kater schon einmal passiert. Nur habe es damals lediglich ein paar Tage gedauert, bis Luzi entdeckt wurde.

Da inzwischen seit mehr als zwei Wochen jedes Lebenszeichen von ihrem Haustier und den anderen vermissten Katzen fehlt, befürchtet Katja Pötzsch Schlimmes. Sie hat im Internet von Katzenhassern und -fängern gelesen, die den Tieren nichts Gutes wollen. "Ich möchte nur, dass andere Katzenhalter gewarnt sind und die Leute ein wenig Acht geben, wenn sie irgendwo etwas Auffälliges beobachten."

Katja Pötzsch hätte gerne Gewissheit. Sie will nicht mehr suchen und warten. "Es ist schrecklich. Luzi war mein Ein und Alles."

Kommentare

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Frank 26.08.2012 - 10:26:29

Catnapping

liefert Nachschub, um Kampfhunde damit zu trainieren. Vor ein paar Jahren war das auch in der MOZ zu lesen, als eine regelrechte Welle von Tierdiebstahl über die Region rollte. Die Therorie mit den asiatischen Restaurants scheint dagegen sehr weit hergeholt.

Arrigoni, Ingrid 26.08.2012 - 08:07:16

Haustierdiebstahl bundesweit - eine Schande - und kein Ende in Sicht

Wer schon einmal in die weinenden und anklagenden Augen eines verwaisten Tierhalters geschaut hat, weiß, wie groß das Leid eines vermissten Tieres ist. Da ist jeder Spott überflüssig, von Menschen, die das leider nicht nachvollziehen können und somit vom Leben benachteiligt sind. Seit gut einem Jahrzehnt dokumentieren wir das Verschwinden von Hauskatzen, die gestohlen sein könnten. Unser Verein Deutscher Katzenschutz No Catnapping (DKNC) e.V. - www.dknc-ev.de hat sich gegründet, um hier Licht ins Dunkel zu bringen. Da ist ein illegaler Handel entstanden, natürlich an der Steuer vorbei, um den Nachschub von Labortieren zu sichern. Gestohlene Tiere sind billiger als gezüchtete, diesen Tieren gefälschte Papiere zu verschaffen macht es möglich, das Geschäft so lange im Geheimen laufen zu lassen Auszug aus : Sächsische Zeitung Samstag, 5. Juni 2010 Katrin Kagelmann von der Linksfraktion im Landtag ist angesichts dieses Ausmaßes verblüfft. "Ich hatte das Innenministerium nur um einige Daten gebeten. Doch die Zahlen, die jetzt vorliegen, scheinen die Vermutunge vieler Tierschützer zu bestätigen." Laut Kagelmann befürchten diese, dass vor allem Hunde und Katzen gestohlen werden, um sie später Versuchslaboren zuzuführen. In etlichen Fällen wolle man den entführten Tieren zudem sprichwörtlich ans Fell.“ Wir müssen deshalb eine Warnung weitergeben an alle Katzenkolonie–Versorger und Besitzer von Freigängerkatzen! Durch die EU Richtlinie RL 2010/63/EU liegt eine Genehmigung vor, streunende Haustiere im Tierversuch zu verwenden. Schon seit Jahren ist dies erlaubt, es wurde jedoch nicht öffentlich gemacht. Tierschützer blieben so unwissend und waren nicht in der Lage zu reagieren. Auf jeden Fall ist bisher Haustierdiebstahl NOCH strafbar. Bitte nehmen Sie die verwaisten Tierhalter ernst sowie Hinweise, die dieses Verbrechen belegen werden. Mit freundlichen Grüßen Deutscher Katzenschutz No Catnapping e.V., Ingrid Arrigoni Breslauer Str. 15 38642 Goslar Tel.: 05321330457 + www.die-tierschutzpartei.de/http.BAKHaustierdiebstahl.htm

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