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Towerbetrieb mit Publikum

Volle Kanzel: Im Tower erläutert Flugleiter Jörg Wilde (blaues T-Shirt) Gästen beim Tag der offenen Tür auf dem Flugplatz Strausberg die Technik und die Abläufe bei Starts und Landungen.
Volle Kanzel: Im Tower erläutert Flugleiter Jörg Wilde (blaues T-Shirt) Gästen beim Tag der offenen Tür auf dem Flugplatz Strausberg die Technik und die Abläufe bei Starts und Landungen. © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 26.08.2012, 18:40 Uhr
Strausberg (MOZ) Nach einem Ausbau des Flugplatzes Strausberg rechnet Betriebsleiter Michael Pestel nicht mit riesigen Zuwachsraten. Dies sagte er am Sonnabend beim Tag der offenen Tür. Gemeinsam mit der MOZ hatte die Flugplatz-GmbH unter anderem einen Blick in den Tower ermöglicht.

Rund 30 Zuhörer hatte der Betriebsleiter bereits bei seinem Einführungsvortrag. Dabei war der Weg zum Abfertigungsgebäude wegen des gleichzeitig stattfindenden Radrennens nicht einfach zu finden, wie mancher Gast bemängelte. Das allerdings lag nicht an den Gastgebern, sondern daran, dass sich Posten nicht an Absprachen hielten.

Wer das Ziel gefunden hatte, erfuhr unter anderem, dass momentan Maschinen bis zu acht Tonnen den Verkehrslandeplatz Strausberg benutzen können. Vor allem einmotorige Maschinen, Ultraleichtflieger, Helikopter und Segelflieger haben hier eine Basis. Wenn die bereits genehmigte Verlängerung der Start- und Landebahn um 300 Meter in Richtung Klosterdorf und um 150 Meter "Reservestrecke" zur Hohensteiner Chaussee realisiert wird, können bis zu 14 Tonnen schwere Flieger abgefertigt werden. Pestel geht davon aus, dass dann täglich zwei bis drei größere Maschinen hier landen bzw. starten. Denn auch in Schönefeld und Tegel sei diese Art Geschäftsflug "überschaubar". Zudem hätten die Jets modernere Triebwerke mit besserem Lärmschutz, seien schneller weg bzw. unten, argumentierte er. Die Belastung durch Nachtflüge, wenn der Platz wie vom Unternehmen gewünscht für Instrumentenanflug ausgerüstet wird, hält der Betriebsleiter ebenfalls für gering. Zwischen 23 und 5 Uhr seien maximal zwei Flugbewegungen pro Tag und ganze 15 pro Monat erlaubt, nannte er die dann geltenden Beschränkungen. Derzeit hingegen greife keine Regelung. Nachtflug an sich sei aber möglich.

Allerdings ist die normale Betriebszeit im Sommer von 8 bis 20 Uhr, in der dunkleren Jahreszeit bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang. Der Diplomingenieur für Verkehrswesen verwies auf die Betriebspflicht des Platzes. Vom 2002 in Besitz genommenen Tower würden Piloten lediglich "Informationen" übermittelt. Anweisungen wie von Fluglotsen dürften die Strausberger nicht geben - solange sich die Flieger an die Gesetze halten. Dass die Maschinen nicht gleich in größere Höhen gehen, liegt an Luftraumvorgaben um Berlin. Auf maximal 2500 Fuß (rund 600 Meter) dürften die Flugzeuge ab Eday, so die Kennung für den hiesigen Flugplatz, zunächst steigen.

Gut 35 000 Flugbewegungen wickeln die sechs Mitarbeiter der GmbH im Jahr ab. An verkehrsstarken Tagen, so Flugleiter Jörg Wilde, komme man auf rund 250, aber es gebe auch mal Tage mit nur fünf oder sechs.

Mit Berlin-Nähe und S-Bahn-Anschluss punkte Strausberg derzeit vor allem bei osteuropäischen EU-Ländern und Skandinavien. Allein in den vergangen 14 Tagen seien zwölf Maschinen aus Schweden und Norwegen gezählt worden, so Pestel. Er erhielt für seinen Vortrag am Ende Beifall. Auch Wildes anschließende Erläuterungen im Tower stießen auf großes Interesse.

Ronny und Maren Mielke aus der Vorstadt schauten sich dort mit ihren Kindern Bastian und Lisanne um. Bastian durfte sogar das Leuchtfeuer auf der Kanzel einschalten. Und nachdem er auch den bereitgestellten Helikopter angeschaut hatte, wollte er unbedingt mal fliegen.

Geringer war die Resonanz bei der Buchvorstellung und im Museum. Die Gastgeber waren mit insgesamt um die 100 Besuchern bei der Premiere zufrieden und können sich eine Fortsetzung vorstellen.

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