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27.08.2012 16:07 Uhr

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Sonderausstellung: 100 Jahre Nofretete in Berlin

Berlin (DPA) "Jedes weitere Wort ist überflüssig", schrieb der Archäologe, als er am 6. Dezember 1912 die Büste der Nofretete im ägyptischen Wüstensand entdeckte. Zum 100. Jahrestag soll eine Ausstellung in Berlin den Fund feiern.

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"Im Licht von Amarna - 100 Jahre Fund der Nofretete" statt. Die Ausstellung soll im Dezember 2012 eröffnen und im Neuen Museum auf der Museumsinsel bis zum 13. April 2013 zu sehen sein.

© dapd

Berlin (dpa) - Mehr als eine Million Besucher lockt die geheimnisvolle Büste der Nofretete jedes Jahr ins Neue Museum in Berlin. Zum Jahrestag ihrer Entdeckung vor 100 Jahren eröffnet das Haus am 6. Dezember unter dem Titel "Im Lichte von Amarna" eine große Sonderausstellung zu der weltberühmten Schönheit. Jeder hofft, dass der Streit um eine Rückgabe der Büste an Ägypten nicht erneut entbrennt.

Das Ägyptische Museum in Berlin will erstmals Hunderte bisher noch nie gezeigte Schätze aus den damaligen Ausgrabungen präsentieren und damit die Zeit des ägyptischen Königs Echnaton und seiner legendären Gemahlin um 1346 v. Chr. in Erinnerung holen. "Das Spannende ist, dass die Funde ein ungeheuer anschauliches Bild vom Alltagsleben dieser Zeit vermitteln", sagte Berlins oberster Museumschef Michael Eissenhauer am Montag bei der Vorstellung des ehrgeizigen Projekts.

Die Ausstellung wird buchstäblich um die Pharaonengattin herumgebaut: Die einzigartige Büste ist so empfindlich, dass sie nicht transportiert werden darf. Sie behält deshalb ihren angestammten Ehrenplatz im Nordkuppelsaal des von David Chipperfield renovierten Museums. Allerdings wird ihr eine Bronzereplik als Doppelgängerin zur Seite gestellt. "Wir wollen, dass der Besucher die Schönheit der Büste auch durch die Hände erleben kann", sagt Ausstellungsarchitekt Noel McCauley.

König Echnaton wird für die Ausstellung erst hergerichtet. Wie die Direktorin des Ägyptischen Museums, Friederike Seyfried, berichtete, war sein Ebenbild aus der Werkstatt des Bildhauers Thutmosis einst mindestens so exquisit wie das der Gattin - vollständig bemalt und zum Teil sogar vergoldet. Als der Archäologe Ludwig Borchardt es 1912 entdeckte, war es von Gegnern des Religionsstifters jedoch mutwillig in mehrere Teile zerschlagen. Ein Jahr später wurde es notdürftig restauriert und soll nun gründlich überarbeitet werden.

Auch Hunderte von weiteren Fundstücken, die bisher nur vorsortiert in den Depots schlummerten, werden für die Schau fachkundig restauriert - darunter Amphoren und Vasen, Vorratsgefäße und wertvoller Schmuck. Insgesamt 600 Exponate sollen am Schluss zu sehen sein. Dass diese Arbeiten nicht schon früher möglich waren, liegt laut Seyfried an der jahrzehntelangen Aufteilung der Fundschätze zwischen Ost- und Westberlin. "Das ist kein Verschulden, das ist die deutsche Geschichte, die da ihre Spuren zeigt."

Die Ausgrabungen im ägyptischen Tell al-Amarna waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Ägyptologen Ludwig Borchardt geführt und von dem Berliner Unternehmer und Mäzen James Simon finanziert worden. Durch die zu dieser Zeit üblichen Fundteilung kamen etwa 5500 Objekte nach Berlin. Auch das Protokoll der damaligen Vereinbarung soll in der Ausstellung dokumentiert werden.

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