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Vom Testpilot bis zum neuen Tower

Autoren und Ergebnis: Helmut Bukowski (l.) und Horst Kleest mit ihrem neuen Buch "Start und Ziel ..." zur Geschichte der Luftfahrt in Strausberg
Autoren und Ergebnis: Helmut Bukowski (l.) und Horst Kleest mit ihrem neuen Buch "Start und Ziel ..." zur Geschichte der Luftfahrt in Strausberg © Foto: MOZ Gerd Markert
Uwe Spranger / 03.09.2012, 20:05 Uhr
Strausberg (MOZ) Die Geschichte der Allgemeinen Luftfahrt und der Militärfliegerei in Strausberg von 1913 bis heute haben Helmut Bukowski und Horst Kleest in einem neuen Buch zusammengefasst. Kürzlich stellten sie es auf dem Flugplatz vor, demnächst referiert Bukowski vor Ex-Offizieren.

"Wenn wir beide nicht recherchiert hätten, hätte es keiner gemacht", ist sich Helmut Bukowski ziemlich sicher. Und er fügt hinzu, dass die Autoren dies gern gemacht hätten. "Es ist ja unsere Heimat." Der Rentner bezeichnet sich selbst als "Hobby-Historiker" und gehört der Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten Deutscher Luftfahrtgeschichte an. Und schließlich beinhalte das Material "ein Stück Stadtgeschichte".

2001 hatte Bukowski mit Rolf Apel bereits eine erste Schrift zu der Thematik veröffentlicht, die man nun "aktualisiert" habe. Auch bei den neuerlichen Recherchen sei "verloren geglaubtes Material ausgegraben" worden, so der 77-Jährige, der von "Forschungsarbeit mit kriminalistischem Spürsinn" spricht. Denn vor allem die Quellenlage über die Militärfliegerei sei fast "gleich Null" gewesen - aus Gründen der Geheimhaltung unter den Nazis wie in der DDR. Überdies sei viel Material vernichtet worden.

Dennoch haben die beiden Strausberger in ihrer Chronik "Start und Ziel ..." eine Menge Stoff zusammengetragen - mehr als 200 Seiten, dazu nach Bukowskis eigenen Zählungen 859 Abbildungen. Den ersten Punkt setzen die Autoren übrigens nicht beim Entstehen des Flugplatzes, sondern beim ersten Strausberger Motorflieger Felix Schulz, der im März 1913 den Flugzeugführerschein ablegte und wenig später als Testpilot tödlich verunglückte. Der"Aviatiker" wurde auf dem hiesigen Friedhof begraben. Bukowski und Kleest spannen den Bogen zudem über die Segelfliegerei auf dem Schlechterberg in Gartenstadt und den Fliegerhorst bis hin zu den Flugzeugreparaturwerken Friedrich in der Hegermühlenstraße und zum Kommando Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der DDR in der Vorstadt, der heutigen Barnim-Kaserne.

Als ihre wichtigste Quelle bezeichnen die Regionalhistoriker Zeitzeugen. So haben sie zum Beispiel eine Sachbearbeiterin der früheren Navigationsschule der Luftwaffe aufgetan, die unter anderem über das erste Planetarium in Strausberg berichtete. Ebenso hätten sie Lehrlinge des damaligen Industrieflughafens gefunden. Für Augenzeugenberichte über einen Angriff Ostern 1944 sowie eine Wasserlandung im Bötzsee im Dezember 1944 fand Bukowski Belege in Dokumenten, womit "Authentizität" für das Geschichtsbuch gegeben war. Als "sensationell" stufen die Autoren ihre Erkenntnis ein, dass zwei Exemplare eines Navigationstrainingsflugzeugs, entwickelt von einem Ableger der Blohm&Voß-Schiffswerft Hamburg, 1941 bis 44 in Strausberg im Einsatz waren.

Weitere Kapitel widmen sich hier stationierten sowjetischen Fliegern, der NVA-Verbindungsfliegerstaffel und schließlich der Entwicklung des Verkehrslandeplatzes nach der Wende mit dem 2002 in Betrieb gegangenen neuen Abfertigungsgebäude bis hin zu den derzeitigen Mitarbeitern der Flugplatz GmbH. Zuletzt hatte das Manuskript laut Bukowski "vier Jahre auf Eis gelegen", weil die Finanzierung nicht geklärt war. Mit Unterstützung der Stadtwerke kam es 2012 auf den Markt. Erhältlich ist es für knapp 25 Euro in deren Kundencenter, am Flugplatz und in der Buchhandlung Micklich.

ISBN 978300037197-4

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