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Olav Schröder 15.09.2012 18:21 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Birkholzer Gedenktafel wieder aufgetaucht

Birkholz (MOZ) Die vor etwa 40 Jahren aus der Birkholzer Dorfkirche verschwundene Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs ist wieder aufgetaucht. Als der Turm der Kirche 1972 gesprengt worden war, hatte das gesamte Gotteshaus Schaden genommen. Seitdem fehlte die Tafel.

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Wiedergefunden: Hubert Heinrich und Monika Löffler-Schirmacher vor der Tafel. Sie hängt an ihrem alten Platz. Sogar zwei Dübel von früher waren noch vorhanden.Foto: MOZ/Sergej Scheibe

© MOZ/Sergej Scheibe

Hubert Heinrich, Jürgen Löffler und die anderen Mitglieder des Fördervereins Dorfkirche Birkholz ist die große Freude über die wiedergefundene Gedenktafel noch immer anzumerken und wird sicher auch nicht so schnell verfliegen. Dabei kam alles ganz überraschend.

Reinhard Schumann vom Gemeindekirchenrat mähte Anfang September den Rasen vor seinem Grundstück, als plötzlich ein Auto stoppte, berichtet Jürgen Löffler, wie es dazu kam. Der Fahrer habe sich nach dem Büro der Kirchengemeinde erkundigt und war somit bei Reinhard Schumann an der richtigen Adresse. Der Autofahrer habe dann erzählt, dass er ein Grundstück in Zepernick gekauft und bei der Beräumung die Gedenktafel gefunden habe. Er holte sie aus dem Auto und übergab sie an Schumann. Dann fuhr er so schnell fort, dass sich dieser noch nicht einmal die Autonummer merken konnte. "Umso größer ist unser Dankeschön an den ehrlichen Finder aus Zepernick", sagt Jürgen Löffler.

Was mit der Gedenktafel in den zurückliegenden Jahrzehnten geschehen ist, darüber kann nur spekuliert werden. "Die Vergoldung der Schrift ist nicht nur erhalten, sie ist nahezu unversehrt", sagt der Vereinsvorsitzende Hubert Heinrich. Deshalb sei anzunehmen, dass sich die Tafel stets in guten Händen befunden haben.

1972 war der Turm der Kirche gesprengt worden. Sicherheitsgründe wurden damals dafür angeführt. Die Proteste der Birkholzer wurden nicht erhört. Dann misslang auch noch die Sprengung und der Turm zerstörte das Kirchenschiff. Hubert Heinrich vermutet, dass wahrscheinlich ein Angehöriger eines Gefallenen die Tafel an sich nahm, um sie so vor der drohenden Zerstörung zu retten.

Die Tafel erinnert an 14 Birkholzer, die im Ersten Weltkrieg gefallen oder an den Folgen ihrer Verletzungen verstorben waren. Bereits 16 Tage nach Kriegsbeginn habe Birkholz den ersten Toten beklagen müssen. Der Jüngste fiel mit 19, der älteste mit 43 Jahren. Etwa 20 Prozent der Altersgruppe aus Birkholz verloren ihr Leben, so Löffler.

Nach der Sprengung des Kirchturms sind viele Gegenstände der Kirche verloren gegangen. Dem vor zehn Jahren gegründeten Förderverein - sein Ziel ist der Wiederaufbau - ist es jedoch gelungen, einige wieder ausfindig zu machen. So wurden drei von vier Kanzeltafeln in der Blumberger Kirche entdeckt. Und ein anonymer Spender hat die Tür zwischen Chor und südlicher Vorhalle sowie einen Messing-Wandleuchter zurückgebracht.

Kontakt und Informationen auch unter www.förderverein-dorfkir che-birkholz.de

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