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Es bröckelt und staubt in Darsikow

Am Donnerstag hat das Team seine Arbeit beendet.
Am Donnerstag hat das Team seine Arbeit beendet. © Foto: Melzer-Voigt
Judith Voigt / 20.09.2012, 17:10 Uhr - Aktualisiert 21.09.2012, 22:27
Darsikow (MZV) Eine große, weiße Staubwolke dringt aus der Tür der Kirche in Darsikow. Als sie sich verzogen hat, tritt Paul Bochow ins Freie. Der Hochbaufacharbeiter betreut derzeit drei junge Frauen, die sich um die Decke des entweihten Gotteshauses kümmern.

Bochow ist selbst von oben bis unten mit Staub bedeckt – und Christina Götz, Kaja Hullmann und Julianne Böttcher geht es nicht anders. In lockerer, funktionaler Kleidung mit Kapuzen auf dem Kopf arbeiten die Vier gemeinsam direkt unter der Decke der kleinen Kirche in Darsikow. Anfang der Woche war noch eine Restauratorin vor Ort. Jetzt betreut Bochow die jungen Frauen, die im Zuge des Projektes Jugendbauhütte Berlin-Brandenburg in dem winzigen Dorf arbeiten. Sie absolvieren ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege. Dieses besteht aus einzelnen Seminaren – eines davon hat sie nun nach Darsikow geführt.

„Das ist praktisch für den Förderverein Kleine Kirche, denn es kommen keine Kosten auf ihn zu“, sagt Paul Bochow. Beide Seiten hätten etwas von der Idee der Jugendbauhütte: Die jungen Menschen lernen etwas und es kommt frischer Wind in die sanierungsbedürftigen Bauwerke. Im Fokus der Arbeiten in Darsikow standen die Deckenmalereien. Sie waren schon arg gebeutelt, das einst prächtige Blau im Laufe der Jahrzehnte blass geworden. „Eigentlich wollten wir größere Teile der Decke im Ganzen sichern“, erklärt Paul Bochow. Doch das hat nicht geklappt, denn die dicke Putzschicht und die schlechte Grundierung haben verhindert, dass die Decke ganz blieb. Viele kleine Putzbrocken liegen nun im Erdgeschoss des Gotteshauses. „Die Vereinsmitglieder wollen sie verkaufen, um noch Geld für die Restaurierung der Kirche in die Kasse zu bekommen“, erklärt Bochow. Dennoch gelang es, die Malerei festzuhalten, auf speziellem Papier.

Zentimeter um Zentimter arbeitet sich das Team durch den Putz an der Decke, schlägt ihn ab und sortiert Nägel und Schilfrohr aus. „Das wird natürlich alles getrennt entsorgt“, so Bochow.

Julianne Böttcher hat die Arbeit in Darsikow noch mehr gebracht als Muskeln: Sie wollte eigentlich Architektur studieren. „Aber durch die Jugendbauhütte habe ich gemerkt, dass mich das Handwerkliche mehr interessiert“, sagt die Berlinerin.

Und auch der Förderverein Kleine Kirche ist seinem Ziel ein Stück näher gekommen, denn irgendwann soll das ehemalige Gotteshaus wieder geweiht werden. Bis dahin wartet aber noch viel Arbeit auf die Mitglieder.

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