to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Mittwoch, 16. August 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Judith Voigt 20.09.2012 17:10 Uhr - Aktualisiert 21.09.2012 22:27 Uhr
Red. Neuruppin, lokales@ruppiner-anzeiger.de

artikel-ansicht/dg/0/

Es bröckelt und staubt in Darsikow

Darsikow (MZV) Eine große, weiße Staubwolke dringt aus der Tür der Kirche in Darsikow. Als sie sich verzogen hat, tritt Paul Bochow ins Freie. Der Hochbaufacharbeiter betreut derzeit drei junge Frauen, die sich um die Decke des entweihten Gotteshauses kümmern.

artikel-ansicht/dg/0/1/1038447/
 

Am Donnerstag hat das Team seine Arbeit beendet.

© Melzer-Voigt

Bochow ist selbst von oben bis unten mit Staub bedeckt – und Christina Götz, Kaja Hullmann und Julianne Böttcher geht es nicht anders. In lockerer, funktionaler Kleidung mit Kapuzen auf dem Kopf arbeiten die Vier gemeinsam direkt unter der Decke der kleinen Kirche in Darsikow. Anfang der Woche war noch eine Restauratorin vor Ort. Jetzt betreut Bochow die jungen Frauen, die im Zuge des Projektes Jugendbauhütte Berlin-Brandenburg in dem winzigen Dorf arbeiten. Sie absolvieren ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege. Dieses besteht aus einzelnen Seminaren – eines davon hat sie nun nach Darsikow geführt.

„Das ist praktisch für den Förderverein Kleine Kirche, denn es kommen keine Kosten auf ihn zu“, sagt Paul Bochow. Beide Seiten hätten etwas von der Idee der Jugendbauhütte: Die jungen Menschen lernen etwas und es kommt frischer Wind in die sanierungsbedürftigen Bauwerke. Im Fokus der Arbeiten in Darsikow standen die Deckenmalereien. Sie waren schon arg gebeutelt, das einst prächtige Blau im Laufe der Jahrzehnte blass geworden. „Eigentlich wollten wir größere Teile der Decke im Ganzen sichern“, erklärt Paul Bochow. Doch das hat nicht geklappt, denn die dicke Putzschicht und die schlechte Grundierung haben verhindert, dass die Decke ganz blieb. Viele kleine Putzbrocken liegen nun im Erdgeschoss des Gotteshauses. „Die Vereinsmitglieder wollen sie verkaufen, um noch Geld für die Restaurierung der Kirche in die Kasse zu bekommen“, erklärt Bochow. Dennoch gelang es, die Malerei festzuhalten, auf speziellem Papier.

Zentimeter um Zentimter arbeitet sich das Team durch den Putz an der Decke, schlägt ihn ab und sortiert Nägel und Schilfrohr aus. „Das wird natürlich alles getrennt entsorgt“, so Bochow.

Julianne Böttcher hat die Arbeit in Darsikow noch mehr gebracht als Muskeln: Sie wollte eigentlich Architektur studieren. „Aber durch die Jugendbauhütte habe ich gemerkt, dass mich das Handwerkliche mehr interessiert“, sagt die Berlinerin.

Und auch der Förderverein Kleine Kirche ist seinem Ziel ein Stück näher gekommen, denn irgendwann soll das ehemalige Gotteshaus wieder geweiht werden. Bis dahin wartet aber noch viel Arbeit auf die Mitglieder.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion