Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Große Chance für Museologin

Carolin Roske und Olaf Schwaß mit Notgeld der Stadt Rathenow von 1921.
Carolin Roske und Olaf Schwaß mit Notgeld der Stadt Rathenow von 1921. © Foto: Kühne
Lisa Kühne / 21.09.2012, 15:40 Uhr
Rathenow (MZV) Es ist Nachmittag in der Filiale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse, Berliner Straße 59. Nur wenige Kunden warten am Schalter, einige sitzen vor den Beratungskojen. Inmitten des hellen Atriums stehen flache und hohe Vitrinen. Olaf Schwaß vom Förderverein des Heimatmuseums füllt eine mit Rathenower Notgeld. Museologin Carolin Roske steht ihm beratend zur Seite.

Die handgemalte Urkunde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Bäcker Heider aus dem Jahr 1925 muss am Dienstag umgestellt werden. Zu stark scheint die Sonne auf die Vitrine. Das gute Stück könnte ausbleichen. Seit Mai dieses Jahres haben die Mitglieder des Fördervereins Heimatmuseum eine Expertin, was Museumsarbeit angeht. Carolin Roske hat in diesem Jahr ihr Studium der Museologie an der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) abgeschlossen.

Wie vielen Absolventen auf dem Gebiet blieb es ihr bisher verwehrt, ihr Können zu zeigen. Der Arbeitsmarkt bietet in der Region nur wenige Stellen. Darum arbeitet Carolin Roske vorerst in einem Großunternehmen im Havelland. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Für die 26-Jährige ist das neue Projekt die Chance: „Es wäre super, wenn ich irgendwann mal in dem Heimatmuseum arbeiten könnte, besser könnte es gar nicht kommen“, sagt die Rathenowerin.

Doch bis es soweit ist, gilt es für die Vereinsmitglieder den „Museumsgrundstein“ zu legen. Bis jetzt seien es noch immer Objekte Rathenower Stadtgeschichte, die fehlen, weiß die junge Frau. Und die, die es bereits gibt, müssten noch richtig dokumentiert werden. In ihrem Studium hat die Museologin gelernt, wie das funktioniert. Weitere Studienschwerpunkte, erzählt sie, seien Kunstgeschichte und Sammlungsaufbau gewesen.

Ihr Praxissemester hat Carolin Roske am Historischen Museum in Frankfurt am Main absolviert, und für ihre Bachelorarbeit hat sie die Schmucksammlung des Aachener Suermondt-Ludwig-Museum archiviert, inventarisiert und katalogisiert. Alles wertvolle Erfahrungen, die dem Museumsverein für sein Mammut-Projekt Gold wert sind.

Die neue Ausstellung jedenfalls zeigt noch wenig Struktur. Es sind immerhin acht Themen, die der Verein präsentiert. Das älteste Objekt ist ein Feierabendziegel von 1705, der zwischen weiteren Ziegelsteinen Rathenower Firmen ausgestellt wird. In einer weiteren Vitrine finden sich Abzeichen und Medaillen von Wettkämpfen und Geschichtliches zu Rathenower Sportvereinen, wie dem Radfahrerverein. Daneben zeigt die Schau noch eine Keramikkanne und einen Kochtopf aus dem 18. Jahrhundert - alles Gegenstände, die während Sanierungsarbeiten im Keller Kirchplatz 8 gefunden wurden. Die Objekte Rathenower Stadtgeschichte sind noch bis zum nächsten Jahr in der MBS-Filiale zu sehen.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG