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Pläne zum S-Bahn-Ausbau vorgestellt

Zehn Millionen kostet der 10-Minuten-Takt

Fabian Sauer / 23.09.2012, 18:10 Uhr
Zepernick (Fabian Sauer) Mit Entwicklung und Ausbau des Regional- und S-Bahn-Netzes beschäftigten sich am Freitag Bürger und Vertreter von SPD und Grünen. Beim Bürgerforum im Panketaler Rathaus stellte der Bahnkundenverband Barnim-Oberhavel-Uckermark seine Überlegungen zum Nahverkehrsplan für die Region vor.

Neben einem Zehn-Minuten-Takt für die S2 umfasst der Plan auch eine bessere Anbindungen der einzelnen Regionalbahnen und die Einrichtung eines Stadtexpresszuges.

Zur Präsentation der vorläufigen Ideen und Planungen war am Freitag Diplom-Ingenieur Michael Hasse eingeladen. Der 66-jährige Berliner, der sich lange mit Bahnprojekten beschäftigt hat, umriss für die Anwesenden kurz das Problem eines Zehn-Minuten-Taktes für die Strecke zwischen Berlin-Buch und Bernau. Hauptproblem sei die Eingleisigkeit der Strecke, die den Zehn-Minuten-Takt bisher verhindert.

Für die Präsentation hatte Hasse ein so genanntes "Strickmuster" ausgearbeitet. Der komplexe Plan zeigt, wo sich der S-Bahnverkehr bei einem Zehn-Minuten-Takt kreuzen würde und wo folglich Ausweichmöglichkeiten durch ein zweites Gleis geschaffen werden müssten. So müsste nicht die gesamte Strecke der S2 ab Berlin-Buch mit einem zweiten Gleis ausgestattet werden. Mit Weichen und entsprechender Sicherungstechnik ließe sich das bewerkstelligen, stellte Hasse fest.

In drei Abschnitten könnte das Vorhaben von statten gehen. Zunächst würde zwischen Berlin-Buch und dem Bahnhof Röntgental ein zweites S-Bahngleis entstehen. In zwei weiteren Abschnitten würden auch die Strecken zwischen Röntgental und Zepernick und zwischen Bernau-Friedenstal und Bernau ein zweites Gleis bekommen.

"Man müsste natürlich hier und da den Bahndamm aufschütten, aber Brücken und Durchfahrten sind alle breit genug angelegt worden", erklärt Michael Hasse. Der Platz für ein zweites Gleis ist also da, stellte er klar.

Die Kosten für den Bau der drei Gleisabschnitte veranschlagt Ingenieur Hasse auf rund zehn Millionen Euro. Eine Summe, die weit unter den Kosten für ein durchgängiges zweites Gleis liegt und auf die Bauabschnitte verteilt werden kann. "Eine durchgehende Trasse wäre natürlich schöner, aber das wird die Deutsche Bahn wohl nicht machen." Andere Investitionen sind für die Bahn wichtiger. "Es bedarf der Politik, um so ein Projekt anzutreiben."

Die Überlegungen zum Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn sind nicht neu. Dieser sei zumindest im Berufsverkehr sehr wichtig, um mehr Pendler auf die Schiene zu bringen, finden viele. "Ein 20-Minuten-Takt ist zu unflexibel und für die Berufspendler wenig attraktiv", ist sich Heinz-Joachim Bona, Vorsitzender des Regionalverbandes Bahnkunden und Panketaler Gemeindevertreter sicher. Allerdings ist der Zeitpunkt, das Projekt in Angriff zu nehmen, gerade besonders günstig. "Wir wissen, dass die Deutsche Bahn für 2015 plant, die Brücken auf der Strecke zu erneuern beziehungsweise auszutauschen", erklärt Bona. Das sei eine ideale Gelegenheit, um die Bahnstrecke gleich mit auszubauen.

Neben den Plänen für Panketal und Bernau haben sich drei Mitglieder des Bahnkundenverbandes auch Gedanken über ein besseres Zusammenspiel von Bus-, Bahn- und Regionalverkehr gemacht. In der "Vision für 2030" stellte Bona weitere Möglichkeiten vor, den Barnim und die Hauptstadt zu verbinden. Mit einem zusätzlichen Bahnsteig in Berlin-Buch könnte die "Gesundheitscity Buch" an die Linie RE3 angeschlossen werden. Ein neuer Umsteigebahnhof, das Karower Kreuz, würde die Regionalbahnen aus Uckermark, Barnim und Oberhavel zusammenführen. Reisezeiten zum Potsdamer Platz oder zum Hauptstadtflughafen könnten sich so um bis zu 58 Prozent verkürzen. Bis zu 38 Minuten könnten einige Pendler dann einsparen.

Noch ist der Plan allerdings nichts anderes als eine Vision, wie Bona weiß. "Wir müssen jetzt sehen, wie wir da Stück für Stück hinkommen."

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