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In Biesenthal arbeiten deutsche und polnische Künstler beim Bildhauersymposium / Besucher erwünscht

Die Entdeckung des Gesichts der Steine

Viel Geduld gefragt: Behutsam und langsam von allen Seiten dem Stein seine endgültige Form entlocken, das fasziniert die Prendener Künstlerin Emerita Pansowova an der Arbeit mit dem Rüdnitzer Kalkstein. Obendrauf ist das Modell der zwei Pferdeköpfe zu seh
Viel Geduld gefragt: Behutsam und langsam von allen Seiten dem Stein seine endgültige Form entlocken, das fasziniert die Prendener Künstlerin Emerita Pansowova an der Arbeit mit dem Rüdnitzer Kalkstein. Obendrauf ist das Modell der zwei Pferdeköpfe zu seh © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Britta Gallrein / 25.09.2012, 23:22 Uhr
Bernau (MOZ) Mit Kunst Grenzen überwinden, Menschen verbinden, bleibende Werke schaffen. Das sind Ziele der 3. Werkstatt in Freien, dem deutsch-polnischen Bildhauersymposium, das derzeit in Biesenthal stattfindet.

Klack, klack, klack. Das rhythmische Klopfen des Meißels auf Stein klingt über die Wiese gegenüber dem Biesenthaler Schlossberg. Das fast schon meditativ anmutende Geräusch wird manchmal unterbrochen durch das metallische Kreischen eines Trennschleifers. Sechs deutsche und polnische Künstler arbeiten hier noch bis Ende der Woche an ihren Werken. Besucher sind gerne gesehen. "Gerade war eine Kindergruppe hier", berichtet Anne Schulz.

Die Biesenthalerin hat das Symposium bereits zum dritten Mal organisiert. "Das erste war anlässlich der 750-Jahr-Feier in Biesenthal. Die Idee war damals, eine Art Skulpturenweg entlang des Berlin-Usedom-Fernradweges zu schaffen." Doch die Sympathie für die Werke sei so groß gewesen, dass die Idee entstand, diese lieber in der Stadt aufzustellen.

So sind die Werke der letzten Symposien unter anderem vor der Bio-Molkerei zu sehen, gegenüber der Sparkasse und an der Kirche. "Jetzt würden wir uns gerne dem Marktplatz nähern", gibt Anne Schulz einen Ausblick auf künftige Standorte der Skulpturen, die auch käuflich erworben werden können.

"Dialog" ist in diesem Jahr das Motto. Maler und Bildhauer Michal Bajsarowicz will das Thema umsetzen in einem Materialmix aus Holz und Stahl. Ein schwerer Eichenholzstamm wird zur Bank, getragen von Stahlsockeln. Die Verbindung aus dem natürlichen Material Holz mit seinen weichen Formen mit dem kantigen, scharfen und kalten Stahl soll das Thema widerspiegeln. Der Künstler aus dem polnischen Gorzow ist hauptsächlich Maler. "Aber ich schweiße sehr gerne, deshalb macht mir die Arbeit hier großen Spaß", sagt er.

Während bei Bajsarowicz die Funken sprühen und seine Bank schon Form angenommen hat, geht es bei Emerita Bukowicz langsamer voran. Die Künstlerin, die in Prenden wohnt, bearbeitet einen Rüdersdorfer Kalkstein. Stück für Stück will sie die endgültige Form aus ihm heraus schälen. Zwei Pferdeköpfe sollen daraus entstehen, einander zugewandt, im Dialog miteinander. Die Idee sei ihr gekommen, als sie den Stein gesehen habe, sagt die Künstlerin. Erst im Frühjahr wird ihre Arbeit fertig sein. "Man braucht viel Geduld", sagt sie. Dem Stein Stück für Stück seine Form zu entlocken, die Harmonie von Werkzeug und Stein sei es, was sie fasziniert.

Die Rekonstruktion eines geschichtlichen Fundes in Biesenthal hat sich Gregor Wiest vorgenommen. Bei der Grundwassersenkung sei vor einigen Jahren ein Stein gefunden worden, der einem "Riesen" aus Begalen, der im 13. Jahrhundert durch Biesenthal zog, als Talisman diente. Diesen bildet der Künstler mit Ateliers in Berlin und der Uckermark jetzt aus Gabro nach, einem sehr harten Stein, der auch als schwedischer Granit bezeichnet wird.

Am Sonnabend um 15 Uhr erfolgt die Einweihung der Skulpturen um 15 Uhr auf der Wiese am Schlossberg.

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