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Jörg Kühl 28.09.2012 07:49 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Steuermann Hermann ist immer der Depp

Friedland (MOZ) Er kann eigentlich tun und lassen, was er will, er macht immer alles falsch: Steuerfrau Frieda schafft es sogar, die Mannschaft gegen ihren Kollegen, den zweiten Steuermann Hermann, aufzubringen. Bis dieser am Ende allein dasteht, ausgegrenzt, hilflos und der Lächerlichkeit preisgegeben. Selbst als ein heftiger Sturm aufzieht, versteht es Frieda, die Mannschaft davon abzuhalten, Hermann zu helfen. Niemand wagt es, dem Ausgegrenzten die Luke zum rettenden Unterdeck zu öffnen.

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Er kann sich noch so verrenken: Steuermann Hermann wird von seiner Kollegin Frieda für alles verantwortlich gemacht, ins Lächerliche gezogen und allmählich immer mehr von der Mannschaft ausgegrenzt.

© MOZ/Jˆrg K¸hl

Was das Ensemble "Papiliotheater" aus Falkensee (Monique Kreyß und Markus Wechsler) spielerisch in der Turnhalle der Grundschule Friedland darbot, berührt ein ernstes und weit verbreitetes Thema: Die Ausgrenzung von Schülern durch Mitschüler, neudeutsch "Mobbing" genannt. Das Stück heißt "Die Reise zu Kata Teochi", es wurde in diesem Jahr uraufgeführt. Die Autoren des Stücks sind Thomas Klischke und Sophie Linnenbaum. Das Anti-Mobbing-Theaterstück wird in ganz Deutschland von drei Ensembles an Schulen gespielt.

Genauso wichtig wie das Theaterstück selbst ist die Auswertung des Stücks im Kreise der Schüler. Die Gesprächsrunden wurden in Friedland von den Schauspielern selbst moderiert.

"So wie Frieda bin ich auch manchmal, ich lasse das aber nur an meinen Kuscheltieren aus", bekannte ein Mädchen aus der fünften Klasse. Ein Junge gab zu, schon einmal weggesehen zu haben, als ein Mitschüler von einem anderen ausgegrenzt wurde. "Ich hatte Angst, der andere könnte stärker sein, da bin ich einfach weggegangen." Ein anderer Mitschüler erzählte eine ermutigende Geschichte. Er sei einmal von einer Jungengruppe aus einem Spiel ausgegrenzt worden. Die Mädchen in der Klasse hätten aber die Jungs gefragt, warum sie den Mitschüler ignorieren. Daraufhin sei er in das Spiel einbezogen worden. "Heute sind wir Freunde", so der Fünftklässler.

Schauspielerin Monique Kreyß nutzte die Gelegenheit, den Schülern Mut zu machen, sich einzumischen, wenn Mitschüler von anderen lächerlich gemacht und ausgegrenzt werden. Die Schüler sollten keine Angst vor dem Mobber haben: "Ihr seid viele, ihr habt die Kraft. Ihr hättet Frieda von der Luke wegziehen und Hermann helfen können."

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