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Neuzelle: Konzertreihe "366+1" zu Gast in der Kirche "Zum Heiligen Kreuz"

Reformation und Musik

Jana Pozar / 06.10.2012, 07:45 Uhr
Neuzelle (MOZ) Mit einem Konzert zu Reformation und Gegenreformation war am Donnerstagabend die Musikreihe "366+1" der evangelischen Kirche in der Pfarrkirche "Zum Heiligen Kreuz" im Kloster Neuzelle zu Gast. Das Quartett "Capella Vocale", in dem Mitglieder des Samuel-Scheidt-Ensembles Berlin singen, erfreute die Gäste mit seinen Liedern.

"Musik als Domino-Effekt: Einer beginnt, der andere macht weiter", so erklärte Uwe Weise, Pfarrer der evangelischen Pfarrkirche "Zum Heiligen Kreuz" in Neuzelle, die Aktion "366+1 - Kirche klingt 2012". Ein Konzert soll dabei deutlich machen, wie sich die evangelische Kirchenmusik seit der Reformation entwickelt hat, welche Kraft von der Kirchenmusik ausgeht - passend zum Jahresthema im evangelischen Kirchenjahr 2012: "Reformation und Musik".

Pfarrer Weise ist stolz darauf, dass die Aktion in Neuzelle Station macht, ein kleiner Ort in ein deutschlandweites Projekt eingebunden wird. "Der Wochenmanager Peter-Michael Seifried wusste, welch wunderbare Kirche wir haben, die zudem eine fantastische Akustik bietet", sagte er. Aufgrund der Bauarbeiten im Gotteshaus musste der Chor "Capella Vocale" aus Berlin jedoch auf der Empore singen. "Neuzelle gehört zu den wichtigsten Kirchenorten im Osten Deutschlands. Es ist toll, wie man Dinge hier wiederherstellt - schöner, als sie jemals waren", versicherte Seifried.

Choräle und Instrumente sowie die Lesungen des Pfarrers legten sich thematisch über den Ort Neuzelle. Hier standen vor allem die Historie und die Fresken der Kirche zum Heiligen Kreuz im Vordergrund. "Unsere Kirche ist die einzige in Deutschland, deren Innenausstattung im reinsten schlesisch-böhmischen Barock erhalten ist", erklärte Pfarrer Weise. Die Fresken würden die besondere Art der Frömmigkeit widerspiegeln. Denn diese Kirche war zunächst Ort für katholische Christen. Nachdem Neuzelle nach der Reformation schon vollständig katholisch war, wurde diese Kirche im Jahr 1827 zur Leute-Kirche - für das evangelische Volk. Die Fresken in der Kirche zum Heiligen Kreuz zeigen unter anderem Bildprogramme der Seligpreisung. Das größte Kuppelfresko der Lausitz mit einer Fläche von 128 Quadratmetern befindet sich in der Kirche. "Leider ist es zurzeit bewölkt, wegen des Baugerüsts", so Uwe Weise.

Doch nicht nur Musik und Informationen zur Kirche gab es am Donnerstag. Die Chronik des Projektes wurde in Neuzelle fortgeführt. "Sie ist kein Taschenbuch", versichert der Wochenmanager lächelnd. 24 Kilogramm wiege das Buch mittlerweile. Jeder Ort, an dem das Projekt stattfindet, hinterlässt darin eine Eintragung. "Sie sind alle wichtig, nicht nur, weil Sie hergekommen sind. Sie können sich in der Chronik mit ihrer Unterschrift für alle Zeit verewigen", wandte sich Pfarrer Weise an die Gäste. "Darauf können Sie stolz sein", versicherte er. Und jeder Besucher des Konzertes unterschrieb in der Chronik.

Neuzelle wollte etwas Besonderes, Ortstypisches in der Chronik hinterlassen. Brigitte Thater vom Gemeindekirchenrat hat deshalb ein Aquarell der Kirche "Zum Heiligen Kreuz" gemalt. "Sie ist eine versierte Malerin, deshalb habe ich sie darum gebeten", erzählt Pfarrer Weise. "Ich bin stolz darauf, dass mein Bild in der Chronik verewigt wurde", gab die 68-Jährige zu. Gerührt unterschrieb auch sie in dem gewichtigen Buch.

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