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Ralf Loock 08.10.2012 07:09 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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"Potenzial für Ölförderung vorhanden"

Müllrose (MOZ) Die Firma Celtique Energie Holdings Ltd. will schon bald mit den seismischen Untersuchungen in der Region beginnen. Montagabend wird Firmenchef Geoff Davies das Vorhaben in einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Müllrose erläutern. Mit ihm sprach Ralf Loock.

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Spricht Montag in Müllrose: Geoff Davies  

Spricht Montag in Müllrose: Geoff Davies

© Sandra Golz

Herr Davies, Müllrose hat erst vor wenigen Tagen erneut ein Nein zu den seismischen Untersuchungen beschlossen. Sie halten dennoch an den Erkundungen fest?

Geoff Davies: Wir haben unsere Pläne für die seismischen Messungen verändert. Wir werden jetzt ausschließlich nördlich des Naturparks Schlaubetal messen, im Dreieck Müllrose, Frankfurt, Briesen. Der Naturpark selbst bleibt unberührt. Die Daten, die wir durch die seismischen Messungen gewinnen, behandeln wir absolut vertraulich. Darüber hinaus verpflichtet sich Celtique, bei einer möglichen Förderung, wann immer dies technisch und wirtschaftlich durchführbar ist, diese so zu gestalten, dass die Gemeinde davon profitiert.

Was sind das für Garantien?

Zunächst einmal: Wir dürfen gar keine CCS-Projekte durchführen oder planen. Celtique garantiert zudem, kein Shalegas Fracking, das ist eine bestimmte Fördertechnik, anzuwenden. Das können wir schriftlich garantieren, und wir sind bereit, eine entsprechende Strafe zu zahlen, sollten wir gegen diese Garantie verstoßen. Die Details dieser Garantie würden wir gerne mit den demokratisch gewählten Repräsentanten von Müllrose besprechen.

Wie lange werden die Erkundung dauern?

Die gesamte Messkampagne dauert acht bis zwölf Wochen. Um die Umwelt zu schützen, führen wir die Messungen im Januar und Februar durch, außerhalb der Brut- und Vegetationsphasen. Die seismischen Messungen pro Messpunkt dauern lediglich etwa zwölf Minuten je Messpunkt. Danach fahren die Messfahrzeuge weiter zum nächsten Messpunkt, der etwa 100 Meter entfernt liegt.

Würden Sie Ihre Forschungen auch fortsetzen, wenn die Kommunen im Schlaubetal bei ihrem Nein bleiben? Könnten Sie auf private Grundstücke ausweichen?

Es gibt die Möglichkeit, die Messungen auf privatem Grund durchzuführen, abseits der Straßen, wo wir nicht die Erlaubnis der Kommunen, sondern die der privaten Grundbesitzer bzw. der Pächter brauchen. Das würde uns etwas teurer kommen. Darüber hinaus könnten wir das Landesbergbauamt und die Landesregierung bitten, uns über den Rechtsweg einen befristeten Zugang zu ermöglichen.

Aber unsere Politik ist es, transparent zu agieren und Vertrauen aufzubauen. Deshalb erläutern wir unsere Projekte vor Ort den Gemeinden. Wir wollen Verständnis für unsere Pläne schaffen und haben die Hoffnung, unser Projekt im Einvernehmen mit den Menschen erfolgreich umzusetzen, so dass alle Seiten, auch die Gemeinden, davon wirtschaftlich profitieren können.

Nun wird auch nördlich, südlich und östlich unserer Region geforscht. Könnten Sie sich eine ungefähre Vorstellung vom Untergrund im Schlaubetal auch anhand der Daten aus den Nachbarregionen erstellen?

Wir nutzen vorhandene geologische Daten aus der Region. Aber wir benötigen darüber hinaus neue Daten aus diesem 200 Quadratkilometer großen Messgebiet, das ja nur ein kleiner Teil des gesamten Lizenzgebietes ist. Wir müssen mehr über die Porosität des Dolomitgesteins wissen. Das ist einer der Schlüsselparameter, um eine Aussage über das vorhandene Öl und seine Förderung treffen zu können. Wir wissen, dass es Öl gibt und dass es sehr flüssig ist. Was wir nicht wissen, ob wir ausreichend effektiven Porenraum, also genügend offene, miteinander verbundene Poren haben, damit das Öl auch fließen kann.

Wie weit ist man mit den Vorbereitungen?

Das Permitting hat begonnen, das bedeutet, wir fragen Landbesitzer und Kommunen, ob wir ihr Land für Messungen nutzen dürfen. Darüber hinaus ist bisher noch nichts geschehen. Vor Beginn etwaiger Erschließungsmaßnahmen muss ein entsprechendes Genehmigungsverfahren, welches mit dem für Seismik vergleichbar ist, durchlaufen werden.

Mit welchen ungefähren Fördermengen könnte man denn in Schlaubetal rechnen?

Wir gehen davon aus, dass relevantes Potenzial für eine Ölförderung in der Region vorhanden ist.

Würden bei einer Förderung auch Steuereinnahmen in die Stadtkasse fließen?

Natürlich. Müllrose würde profitieren durch Steuerzahlungen, durch Aufträge für die Handwerker, durch ein Projektbüro vor Ort, durch die Kooperation mit hiesigen Zulieferern.

Öffentliche Informationsveranstaltung von Celtique Energie Holdings Ltd. zu den Erkundungen heute um 19 Uhr im Müllroser Schützenhaus, Jahnstraße.

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