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Cornelia Hendrich 16.10.2012 07:13 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Kostbarer Altar enthüllt verborgene Seite

Passow (MOZ) Der wertvolle Altar in Passow ist für die Kirchengemeinde und den Förderverein ein kaum zu bewältigendes Erbe. Drei der Figuren konnten jetzt mit 19 000 Euro saniert werden. Erstmals seit Langem lassen sich die Flügel bewegen - und zeigen seine bisher verborgene Seite.

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Wertvoll: Der Altar in Passow ist ein halbes Jahrtausend alt. Hartmut Lüder (vorne), Maria Schnell und Eckhard Moritz von der Kirchgemeinde kümmern sich um seine Erhaltung.

© MOZ

Der Altar in der Passower Kirche ist genau 500 Jahre alt. Malereien auf ihm wurde nach Bildern von Lucas Cranach dem Älteren (1475-1553) angefertigt, einem der bedeutendsten Maler der Renaissance.

Besucher kommen in Reisebussen aus Berlin, um den Altar zu sehen. Eine Besonderheit sind die elf weiblichen Heiligen mit dem heiligen Georg am Fuße des Altars. Unschätzbar wertvoll ist dieses Gesamtkunstwerk aus dem Mittelalter. Und auch ein gewaltiges Erbe. Eine halbe Million Euro würde seine gesamte Restaurierung kosten. Geld, das Förderverein und Kirchengemeinde des 1200-Einwohner-Ortes natürlich nicht aufbringen können.

"Aber Stück für Stück sanieren wir den Altar. Denn wir wollen, dass er für kommende Generationen erlebbar wird", sagt Hartmut Lüder von der Kirchengemeinde.

Ein Stück mehr glänzt er jetzt wieder. Die drei Figuren oben auf dem Altar, Christus am Kreuz und an seiner Seite Maria und Johannes, konnten restauriert werden. Sie wurden in der vergangenen Woche aufgestellt. Zudem wurde die umrankende Bekrönung saniert. Das Geld dafür wurde mühsam aus Spenden eingesammelt. 13 000 Euro kamen von der VR-Bank, 3000 Euro sammelte der Förderverein zur Erhaltung der Passower Dorfkirche, 2000 Euro die Kirchgemeinde. Der Erlös des vergangenen Weihnachtsmarktes brachte 1000 Euro.

Die Restauration erfolgte mit Fingerspitzengefühl. So sieht man weiterhin, dass die Figuren ein halbes Jahrtausend alt sind. Restauratorin war Katharina Hummitzsch aus Dresden, welche die Wiederherstellung einiger Figuren bereits zu ihrer Diplomarbeit machte. Damals erneuerte sie auch den Blickfang des Altars: die auf einer Mondsichel stehende Madonna.

Geheimnisvolle Geschichte am Rande: Die beiden goldenen Engel über ihrem Kopf waren seit der Wende spurlos verschwunden. 1994 wurden sie der Kirchengemeinde Passow zurückgegeben. Fragt man, von wem, lächelt Maria Schnell von der Kirchengemeinde nur.

Mehr als 30 000 Euro stecken bereits in dem Altar. Und er birgt noch viele Geheimnisse. So konnten erst einige der elf weiblichen Heiligen zugeordnet werden.

Ein Geheimnis kann aber jetzt gelüftet werden: die bislang verborgene Seite des Altars. "Die Scharniere waren so defekt, dass man befürchtete, man beschädigt den Altar, wenn man sie mit Gewalt öffnet", erzählt Hartmut Lüder. Seit einem halben Jahrhundert, schätzt er, seien sie nicht mehr bewegt worden. Schließt man die Flügel, präsentiert sich der Altar nun mit seiner sogenannten Alltagsseite. Denn die Holzschnitz-Figuren waren früher die nur für Feiertage vorbehaltene Ansicht. Auf dieser Alltagsseite befinden sich Malereien in kräftigen Farben. Es sind Kreuzigungsszenen, deren Vorlage vermutlich die Bilder des berühmten Lucas Cranach waren. Ebenso sieht man aber auch die gewaltigen Schäden, die Feuchtigkeit und der Holzwurm angerichtet haben.

Da werden noch viele Spenden nötig sein. Gesammelt werden diese zum Beispiel wieder am 1. Advent beim 17. Passower Weihnachtsmarkt.

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