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Biesenthaler diskutieren auf einem Forum über die Zukunft ihrer Stadt

Der Regional-Express soll öfter halten

Aufmerksame Zuhörer: Rund 50 Biesenthaler waren in die Mensa der Grundschule zum Zukunftsforum gekommen.
Aufmerksame Zuhörer: Rund 50 Biesenthaler waren in die Mensa der Grundschule zum Zukunftsforum gekommen. © Foto: MOZ
Kai-Uwe Krakau / 22.10.2012, 07:30 Uhr
Biesenthal (MOZ) "Gut leben in Biesenthal" - unter diesem Motto stand am Sonnabend das gut besuchte gemeinsame Zukunftsforum von Lokaler Agenda 21 und der Stadt.

Claudius Loga erinnerte in seinen Begrüßungsworten an einen Workshop vor zehn Jahren zur Stadtentwicklung. "Er gab den entscheidenden Impuls zur Gründung des Bürgerforums", so das Vorstandsmitglied des Vereins. Seitdem treffen sich monatlich engagierte Bürger, diskutieren aktuelle Entwicklungen, erarbeiten Ideen und Vorschläge. "Jeder von uns kann etwas zur Erhaltung der Erde beitragen", betonte Loga. Dies müsse aber nicht bedeuten, eingeschränkt oder schlechter zu leben.

Diese Aussage griff Sascha Meinert vom Institut für Prospektive Analyse Berlin auf. Der Moderator des Nachmittags hält eine nachhaltige Entwicklung eher für eine kulturelle als eine technologische Herausforderung. Es komme dabei auch auf neue Formen des Zusammenlebens an. "Das Zukunftsforum soll keine fertigen Konzepte liefern, es ist ein Startpunkt für weiteres Handeln", so der Wissenschaftler zu den rund 50 anwesenden Biesenthalern.

Bürgermeister André Stahl hob ausdrücklich das Engagement der Lokalen Agenda in seiner Stadt hervor. Der gegenseitige Austausch könne durchaus die kommunale Politik positiv beeinflussen. "Das hat eine andere Qualität als nur zu Meckern", sagte der Rechtsanwalt.

Einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre versuchte Andreas Krone. Es sei bereits viel erreicht worden, Wünschen seien aber noch offen. Die Einwohnerzahl hat sich inzwischen auf rund 5300 stabilisiert. "Wir leben von Zuzügen", stellte Krone fest. Aber: 85 Prozent von ihnen verlassen jährlich Biesenthal wieder. "Das ist nachdenkenswert", so Krone. Eine weitere interessante Zahl: 83 Prozent pendeln zur Arbeit aus, die Hälfte nach Berlin. "Für 56 Prozent der Einwohner hätten wir Arbeitsplätze in der Stadt", sagte Krone.

Als weitere positive Beispiele nannte er die Sanierung von Altem Rathaus, Schule und Bahnhofsvorplatz, den Ausbau der Ruhlsdorfer Straße und die Instandsetzung des Kaiser-Friedrich-Turmes. "Wir haben aber auch den Status als Grundzentrum und die Oberschule verloren", sagte Krone. Der Regionalexpress fahre meistens durch, an den Ortseingängen stünden Ruinen und 21 Kilometer Nebenstraßen seien noch unbefestigt."Es gibt also noch eine Menge zu tun", so Krone.

Die Ergebnisse einer Bürgerbefragung vom August präsentierte Lena Bonsiepen. 233 ausgefüllte Bögen wurden zurückgegeben, das seien immerhin mehr als fünf Prozent aller Biesenthaler. "Die Bereiche Wohnen, Einkaufen und Landschaft wurden vorwiegend positiv bewertet", erläuterte Bonsiepen. Dagegen sind die Biesenthaler mit der Verkehrsanbindung und den kulturellen Angeboten eher unzufrieden. "Einige wollen bezahlbaren altersgerechten Wohnraum, andere ein schnelleres Internet", nannte Bonsiepen einige Vorschläge. Die Mehrheit der Einwohner sieht Biesenthal zudem künftig als familienfreundliche Stadt mit einer touristischen Ausrichtung.

Nach einer kleinen Kaffeepause mit selbstgebackenem Kuchen und angeregten Gesprächen diskutierte man in Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenbereichen (Städtebau und Infrastruktur, Bildung und Soziales, Natur und Tourismus sowie Verkehr und Wirtschaft).

Zum Abschluss des Zukunftsforum wurden die zahlreichen Ideen und Vorschläge präsentiert. So regten beispielsweise Teilnehmer an, eine Broschüre zum Fledermausschutz zu erarbeiten. Diese sollte den Bauherren in die Hand gegeben werden, hieß es. Im Amtsblatt müssten zudem mehr naturschutzfachliche Themen erscheinen. Viele Biesenthaler sprachen sich ferner für den Erhalt des Tourismusbüros aus. Auch der Regionalmarkt solle künftig regelmäßig stattfinden. Darüber hinaus gibt es den Wunsch, die Ortseingänge zu gestalten. Ein Vorschlag sieht vor, dass jährlich zwei Kilometer Nebenstraßen ausgebaut werden.

Ganz oben auf der Wunschliste steht jedoch eine bessere Verbindung mit dem Regionalexpress. Der fährt selten, manchmal in Richtung Eberswalde und nur einmal, morgens um 6 Uhr, nach Berlin. Doch auch diese Verbindung fällt mit dem neuen Fahrplan weg. "Über den Kreis wollen wir auf den Verkehrsverbund einwirken und eine bessere Lösung erreichen", so Loga.

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Das Böse, das jeder kennt, jedoch dessen Namen niemand nennt 23.10.2012 - 04:51:13

RE halt in Biesenthal entfällt

Aha, der Halt des RE`s in Biesenthal entfällt ab 09.12. Wenn nur mehr Menschen täglich die dort noch haltenden RE`s benutzt hätten, wäre es sicher nicht dazu gekommen, dass dich der VBB dazu entschloß, die Halte zu streichen. Biesenthal ist stündlich per OE Linie 60 an Berlin angebunden, nach Bernau fahren von der Stadt aus wochentags stündlich / am Wochenende 2 ststdl Busse nach Bernau und selbst von der Gegend um den Biesenthaler Bahnhof herum gibt es die Linie 907, die einige Male nach Bernau fährt. Was viel wichtiger wäre, wäre die Schaffung einer sogenannten Amtsbuslinie, die es ermöglichst, zumindest an 2 Tagen in der Woche von JEDEM Ort des Amtes aus das Rathaus zu erreichen. Anderswo klappt das prima, aber in Biesenthal will man dafür kein Geld investieren, weshalb sowas seit Jahren abgelehnt wird. Doch wie bitte sollen ( vor allem ältere) Menschen, die nicht ( mehr) mobil sind, nach Biesenthal kommen. Der Umweg ( per Bahn) über Bernau ist nicht akzeptabel

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